Außenseiter
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OSC Bremerhaven fegt VFC Plauen mit 4:0 vom Platz

Fußballabende in Bremerhaven sind selten mondän, aber wenn 3.499 Zuschauer an einem Mittwochabend im März den Weg ins Stadion finden, dann ahnt man: Da liegt was in der Luft. Und tatsächlich - schon nach sechs Minuten bebte das Rund, als Swen Klose, 33 Jahre jung und offenbar noch immer mit der Spritzigkeit eines Jungspunds ausgestattet, den Ball humorlos in den Winkel drosch. Vorlage kam von Maurice Sauer, der an diesem Abend ohnehin überall zu sein schien - auf dem Flügel, im Zentrum, vielleicht auch in den Köpfen der Plauener Verteidiger.

"Ich hab einfach draufgehalten", grinste Klose später, "und gehofft, dass er nicht über den Zaun geht." Ging er nicht. Stattdessen ging’s bergab für die Gäste. Die Bremerhavener spielten, als hätte Rafael Benítez persönlich die Oberliga neu erfunden: 54 Prozent Ballbesitz, 20 Torschüsse, und das bei einer Pressingintensität, die man höflich als "ausgewogen" beschreiben könnte.

Plauen dagegen? Drei Torschüsse, ein paar höfliche Bemühungen - und ein Ausdruck kollektiver Ratlosigkeit. Trainer Benítez, im feinen Mantel und mit einem Lächeln, das irgendwo zwischen Stolz und Schadenfreude pendelte, meinte später: "Wir wollten heute einfach Spaß haben. Und ehrlich gesagt - das hat funktioniert."

In der 27. Minute dann die nächste Duftmarke: der 17-jährige Miguel Teixeira, kaum alt genug für den Mannschaftsbus, aber schon abgeklärt wie ein Routinier. Nach feinem Zuspiel von - natürlich - Sauer schlenzte er den Ball lässig ins lange Eck. Der Jubel war ohrenbetäubend, und irgendwo auf der Haupttribüne soll ein älterer Herr gerufen haben: "Der Junge ist unsere Zukunft!" Vielleicht ein Omen, vielleicht nur ein Bier zu viel.

Noch vor der Pause krönte sich Maurice Sauer selbst zum Mann des Abends. In der 39. Minute veredelte er eine Kombination mit Teixeira, die so flüssig war, dass selbst die Linienrichter kurz vergaßen, die Fahne zu heben. 3:0 - und das Pausenbier schmeckte doppelt so gut.

"In der Kabine haben wir uns nur angeschaut und gelacht", erzählte Günter Grimm nach dem Spiel. "Rafa hat gesagt: ’Bleibt locker, das läuft.’" Und es lief weiter. Zwei Minuten nach Wiederanpfiff schloss Grimm einen Angriff über - Sie ahnen es - Swen Klose ab. 4:0. Da waren noch 43 Minuten zu spielen, aber der Rest war Schaulaufen.

Plauen mühte sich, kam in der 46. Minute immerhin zu einem Schüsschen von Noah Seifert, das jedoch eher als Rückpass in die Statistik einging. Der VFC blieb harmlos, fast zu höflich für die raue Nordseeluft. Verteidiger Joel Bremer kassierte in der 35. Minute eine Gelbe Karte - vielleicht, um wenigstens einmal auf dem Spielberichtsbogen aufzufallen.

Benítez blieb ruhig an der Seitenlinie, während sein Gegenüber zunehmend mit den Händen fuchtelte. Der Bremerhavener Coach wirkte mehr wie ein Dirigent als wie ein Trainer, hob ab und zu eine Augenbraue, wenn wieder ein Pass perfekt ankam. "Wir haben das trainiert - Ball laufen lassen, Spaß haben, Tore schießen", sagte er später mit einem Zwinkern. "Heute hat’s geklappt. Nächste Woche vielleicht wieder."

Bremerhaven dominierte das Geschehen nach Belieben. Selbst Innenverteidiger Julius Heuer, der in der 62. Minute Gelb sah, schaltete sich unbeeindruckt ins Offensivspiel ein. Ein Kopfball hier, ein Fernschuss dort - und ein Publikum, das spätestens da nur noch zwischen Staunen und Amüsement schwankte.

Die letzten zehn Minuten gerieten zur Zugabe: Swen Klose prüfte in der 90. Minute noch einmal den Keeper, Ignacio Quintana zog in der 82. aus der Distanz ab, und Stephan Klose wollte in der 88. das Familienerbe fortsetzen - auch wenn sein Schuss mehr Seitenlinie als Torlinie fand.

Als der Schlusspfiff ertönte, war das Ergebnis deutlich: 4:0, hochverdient, fast gnädig. Der OSC Bremerhaven spielte, als wäre die Oberliga nur ein Probelauf für Größeres. Rafael Benítez klopfte seinem Team auf die Schultern, lachte und sagte in bestem Deutsch: "Heute war’s schön. Morgen wieder Training - leider."

VFC Plauen hingegen verließ das Feld mit gesenkten Köpfen, aber immerhin ohne weitere Blessuren. "Wir haben alles gegeben", murmelte Kapitän Elias Weber, "aber manchmal ist der Gegner einfach… besser."

So endete der Abend an der Nordsee mit einer kleinen Fußballlektion: Leidenschaft schlägt Routine, Spielfreude schlägt Taktik - und OSC Bremerhaven schlägt VFC Plauen, ziemlich eindeutig.

Oder, wie ein Fan am Ausgang sagte, während er die Hände in die Taschen steckte: "Wenn’s immer so läuft, kauf ich mir endlich ’ne Dauerkarte."

23.02.643994 17:15
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He, Brrrand, du - du bist doch bolitisch, bist du doch, du Grüner, machst auf sozial und hetzt hier den Schirri gegen uns auf.
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