El Colombiano
+++ Sportzeitung für Kolumbien +++

Onse Taldas fegt Atletico Cucuta mit 4:1 vom Platz

Wenn ein Spiel schon in der neunten Minute mit einem Donnerschlag beginnt, dann darf man sich auf einen langen Abend gefasst machen. So geschehen am 33. Spieltag der 1. Liga Kolumbien, als Atletico Cucuta bei Onse Taldas gastierte. 27.000 Zuschauer sahen, wie Joseph Lalonde früh für die Gäste traf - und danach nur noch den Rücken der Onse-Taldas-Stürmer.

Lalondes Treffer war sehenswert: Ein schneller Doppelpass mit Fernando Galan, ein Haken, ein Schuss - 0:1. "Da dachte ich kurz, wir könnten heute Geschichte schreiben", murmelte Cucutas Trainer später. Das mit der Geschichte stimmte, nur die Rollenverteilung war anders. Denn dann kam Onse Taldas.

In Minute 22 schlug Maurice Duchesne zurück, eiskalt nach Vorarbeit von Filipe Juanez. Zwei Minuten später hatte Fabio Ibanez offenbar entschieden, dass er auch eine Schlagzeile will: 24. Minute, 2:1. "Ich habe nur die Lücke gesehen und gedacht: Warum nicht?", grinste der linke Flügelstürmer.

Cucuta taumelte, und noch bevor sie wieder Luft bekamen, kam Isaac Hoskins. In der 39. Minute köpfte der bullige Mittelstürmer nach einer Ecke von Vicente Ibano das 3:1. "Ich habe einfach gehofft, dass mir keiner im Weg steht", sagte Hoskins später, der lacht, als hätte er gerade den Weltpokal gewonnen.

Atletico Cucuta, taktisch durchgehend offensiv eingestellt, lief ins offene Messer. Sie spielten ansehnlich, hatten fast gleich viel Ballbesitz (48 Prozent), aber ihre sechs Torschüsse wirkten eher wie höfliche Anfragen. Onse Taldas dagegen feuerte 14 Mal aufs Tor - und viermal passte es eben.

Gleich nach der Pause, 48. Minute, machte Hoskins den Deckel drauf. Wieder stand Duchesne mit der Vorlage parat, wieder war die Abwehr der Gäste im Tiefschlaf. 4:1 - und es war noch eine halbe Stunde zu spielen. "Da wollte ich eigentlich wechseln", verriet Trainer Özkan Kaplan später, "aber als der Ball drin war, dachte ich: Ach, lassen wir sie noch ein bisschen Spaß haben."

Cucuta bemühte sich, wenigstens die Fassung zu wahren. Vincent Capone prüfte den Keeper in der 55. und 84. Minute, Pierre Beaupre versuchte es in der Nachspielzeit noch zweimal - aber Ryan Stack im Tor von Onse Taldas blieb unbeeindruckt. "Ich hatte einen ruhigen Abend, abgesehen vom ersten Schuss", kommentierte der Torwart trocken.

Ein bisschen Farbe bekam das Spiel durch ein paar Karten. Adrian Warzycha sah in der 32. Minute Gelb, Hoskins in der 49. - vermutlich wegen Übermotivation nach seinem Doppelpack. Auf der anderen Seite traf es Tamas Fazekas in der 85. Minute, der nach einem rustikalen Einsteigen wohl dachte, er sei beim Rugby.

Statistisch war es ein Spiel auf Augenhöhe, aber eben nur auf dem Papier. Onse Taldas hatte leicht mehr Ballbesitz (51,7 Prozent), gewann mehr Zweikämpfe (53 Prozent) und wirkte, als wollten sie die Liga mit einem Ausrufezeichen abschließen. Atletico Cucuta versuchte es mit offensiver Taktik bis zur letzten Minute - Pressing allerdings Fehlanzeige. Als ob man einen Brand löschen will, aber den Wasserschlauch zu Hause vergessen hat.

Trainer Kaplan fasste es nach dem Spiel zusammen: "Ich bin zufrieden. Vier Tore sind schön, aber noch schöner ist, dass wir endlich mal pünktlich angefangen haben zu spielen." Auf der anderen Seite sah man lange Gesichter. Ein anonym bleiben wollender Cucuta-Verteidiger sagte nur: "Wir haben uns bemüht, aber Hoskins hat heute einfach nicht nachgelassen."

Die Fans feierten ihr Team, sangen, tanzten, und einer rief in Richtung des Trainers: "Özkan for President!" - was Kaplan mit einem Grinsen quittierte. "Ich bleib lieber beim Fußball. Da kann man wenigstens auswechseln."

Am Ende steht ein 4:1, das sich deutlicher liest, als es vielleicht war - aber genau so, wie Onse Taldas es wollte: mit Nachdruck, Tempo und einer Prise Spott. Cucuta reist mit einer Lehrstunde ab, Onse Taldas mit drei Punkten und bester Laune.

Und während die Stadionlichter langsam erloschen, meinte ein Fan beim Verlassen der Tribüne: "Wenn sie so weiterspielen, brauchen sie bald ein größeres Stadion." Ganz unrecht hatte er nicht.

13.04.643990 14:35
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