Athlitiki Icho
+++ Sportzeitung für Griechenland +++

Odysseas Athen tanzt Chersonissos schwindlig - 4:1 im griechischen Fußballtheater

22076 Zuschauer im Athener Olympiastadion wurden am Dienstagabend Zeugen eines Spiels, das man wohl als "Lehrstunde in Effizienz und Frühstarts" bezeichnen darf. Odysseas Athen fegte Chersonissos mit 4:1 vom Platz, und wer zu spät kam, der verpasste bereits die halbe Show.

Denn kaum hatte Schiedsrichter Sotiropoulos angepfiffen, zappelte der Ball schon im Netz der Gäste. Ricardo Pena, der rechte Flügelblitz der Athener, traf nach exakt 61 Sekunden - und das, nachdem Duarte Alvar auf links die gesamte Abwehr von Chersonissos wie eine schlecht programmierte Verteidigungsreihe aussehen ließ. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen", gestand Harry Kane, Trainer der Gäste, später mit einem gequälten Lächeln.

Doch die Hausherren hatten noch nicht genug. In der 7. Minute stieg Innenverteidiger Manuel Bordalas nach einer Ecke von Radovan Ctyroky höher als alle anderen und köpfte das 2:0 - so selbstverständlich, als würde er das jeden Dienstag im Training machen. Und weil aller guten Dinge drei sind, legte Duarte Varela in der 19. Minute den dritten Treffer nach. Diesmal kam der Pass - man glaubt es kaum - vom Innenverteidiger Bordalas. "Ich hab’ halt gesehen, dass Duarte frei war. Und dann dachte ich: Warum nicht?", grinste Bordalas später.

Zur Wahrheit gehört aber auch: Odysseas spielte mit 53 Prozent Ballbesitz und 18 Torschüssen zwar dominant, doch Chersonissos war nicht völlig chancenlos. Nach einer halben Stunde wagte sich das Team aus Kreta vorsichtig nach vorn - und wurde belohnt. Hugo Mattson verwandelte in der 33. Minute eine Flanke von Venediktos Fotopoulos zum 3:1. Trainer Kane sprang jubelnd an die Seitenlinie, als hätte sein Team gerade die Meisterschaft gewonnen. "Ein Lebenszeichen", meinte er später, "leider nur ein kurzes."

Denn Odysseas ließ danach nichts mehr anbrennen. Zwar holte sich Ricardo Pena in der 20. Minute Gelb ab - offenbar, weil er den Ball zu enthusiastisch wegschoss -, und auch Duarte Varela sah kurz nach der Pause Gelb. Doch das waren die einzigen Wolken am Athener Fußballhimmel.

In der zweiten Halbzeit versuchte Chersonissos, die Offensive anzukurbeln. Der junge Theodoros Fyssas (17 Jahre!) zeigte auf links einige mutige Läufe, Ignacio Albacar prüfte in der 57. Minute den Athener Keeper Marcel Besson mit einem satten Schuss aus 25 Metern. Doch Besson war auf dem Posten. "Ich hatte das Gefühl, der Ball wollte einfach nicht vorbei", stöhnte Albacar nach dem Spiel.

Die Schlussphase gehörte dann wieder ganz den Gastgebern. Coach Otto Rehakles - der in seiner typischen Mischung aus Gelassenheit und Grantigkeit an der Linie stand - wechselte klug, ließ seine Mannschaft das Tempo kontrollieren. "Wir wollten das Spiel nicht verwalten, sondern genießen", sagte er nachher, "und Espen Berthelsen hat’s offensichtlich genossen."

Denn in der 96. Minute, als manche Zuschauer schon Richtung Parkausgang schlenderten, schlug der Norweger Berthelsen noch einmal zu. Nach feinem Zuspiel von Duarte Alvar schob er den Ball überlegt zum 4:1 ins Netz. Ein Schlusspunkt, der so elegant war wie ein doppelter griechischer Espresso nach dem Essen - stark, kurz, und er brennt nach.

Chersonissos versuchte zwar tapfer, mit jugendlichem Elan gegenzuhalten. In der 89. Minute brachte Kane gleich zwei 17-Jährige: Granit Xhaka und Emmanouil Domazos. Doch das war mehr ein Zeichen für die Zukunft als eine Wende im Spiel.

Statistisch gesehen war Odysseas in fast allen Kategorien vorne: mehr Ballbesitz, mehr Zweikämpfe gewonnen (55 Prozent), mehr Schüsse, mehr Tore - eben mehr von allem. Und das, obwohl die Taktik laut Datenblatt als "balanciert" galt. "Wenn das balanciert ist, möchte ich nicht wissen, wie offensiv aussieht", witzelte ein Fan auf der Tribüne.

Nach dem Schlusspfiff zeigte sich Rehakles zufrieden, aber nicht überschwänglich: "Vier Tore sind schön, aber wir hätten fünf machen können. Oder sechs. Oder wir hätten uns auch selbst ein Bein stellen können - wer weiß das schon."

Und Harry Kane? Der nahm’s mit britischem Humor: "Wir haben uns angestrengt. Leider hat der Gegner beschlossen, besser zu sein."

So bleibt Chersonissos mit leeren Händen und einer langen Rückfahrt nach Kreta, während Odysseas Athen im Kampf um die oberen Tabellenplätze ein deutliches Ausrufezeichen setzt.

Am Ende dieses Abends in Athen stand ein Resultat, das so klar war wie das Flutlicht über dem Stadion: 4:1. Und irgendwo in den Katakomben summte ein Ordner leise vor sich hin - vielleicht eine griechische Melodie, vielleicht aber auch einfach das Lied vom verdienten Sieger.

06.09.643987 17:42
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