Athlitiki Icho
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Odysseas Athen siegt spät - Giannopoulos trifft und Xanthi hadert

Es war einer dieser Abende in Xanthi, an denen der Wind über das Stadion fegte, die Zuschauer fröstelten - und Odysseas Athen sich am Ende die Hände rieb. 0:1 hieß es nach 90 umkämpften Minuten gegen den beherzten, aber glücklosen Xanthi FC. 12.500 Zuschauer sahen am 13. Spieltag der griechischen Superliga ein Spiel, das lange Zeit mehr nach einem taktischen Schachduell als nach Fußballfest aussah - bis Ktesias Giannopoulos in Minute 77 den entscheidenden Zug machte.

Die erste Halbzeit? Ein Geduldsspiel. Athen begann, wie es sich für eine Mannschaft mit Otto "Rehakles" Rehakles an der Seitenlinie gehört: ruhig, organisiert, mit leicht erhöhter Aggressivität (laut Statistik: 55,8 Prozent gewonnene Zweikämpfe). Xanthi lief an, wie ein Terrier an der Leine - viel Wille, wenig Biss. Trainerstimmen waren kaum zu hören, nur Rehakles’ charakteristisches Brummen drang über den Platz, wenn sein rechter Verteidiger Yossi Benado zum wiederholten Mal aufrückte und dann, wie in der 6. Minute, den Ball eher in die Wolken als aufs Tor drosch.

"Wir wollten geduldig bleiben und sie laufen lassen", erklärte Athen-Mittelfeldmann Nicola Rovito nach dem Spiel mit einem Grinsen. "Bei 48 Prozent Ballbesitz hatten sie ja genug zu tun." Recht hatte er: Xanthi rannte, kombinierte gefällig, doch der letzte Pass blieb ein Phantom.

Nach dem Wechsel kam Bewegung in die Partie - zumindest auf den Athener Bänken. Rehakles brachte in der 46. Minute den jungen Nevio Barros für Benado, "weil der Junge frischer atmet", wie der Trainer augenzwinkernd meinte. Später ersetzte der Routinier Inigo Galvao den abgekämpften Jake Patton in der Innenverteidigung. Ein Schachzug, der sich auszahlen sollte.

Denn in Minute 77, nach einem kurz ausgeführten Freistoß, landete der Ball genau bei Galvao, der ihn mit einem überraschend filigranen Pass in den Lauf von Giannopoulos spielte. Der 27-jährige Rechtsaußen ließ Xanthis Keeper Lazaros Kotsios keine Chance - ein trockener Schuss ins lange Eck, 0:1. Das Stadion verstummte, nur der kleine Gästeblock jubelte, als hätte man gerade die Meisterschaft gewonnen.

Xanthi reagierte gekränkt, beinahe trotzig. Edvaldsson versuchte es in der 67. Minute, Uggla in der 79., beide Male fehlte das berühmte Quäntchen Glück. "Ich dachte, der Ball sei schon drin", stöhnte Uggla später, "aber anscheinend hat der Torwart einen Magneten im Handschuh."

Die Statistik sprach am Ende eine klare Sprache: 14:4 Torschüsse für Odysseas Athen, knapp 51 Prozent Ballbesitz, dazu die ruhigere Hand im Mittelfeld. Xanthi hatte zwar offensiv aufgestellt, blieb aber in der Umsetzung brav. Ihr Trainer - der Name wurde im Protokoll diskret verschwiegen, vielleicht zum Selbstschutz - stand nach dem Schlusspfiff minutenlang am Mittelkreis und starrte auf den Rasen, als suche er dort die verlorenen Punkte.

"Wir haben alles gegeben", sagte Xanthis Mittelfeldroutinier Jorn Giske, "aber irgendwie war der Ball heute allergisch gegen unser Tornetz." Neben ihm nickte Innenverteidiger Diogenis Domazos, der in der 55. Minute Gelb gesehen hatte, resigniert. "Vielleicht hätten wir mehr riskieren müssen. Oder weniger."

Rehakles dagegen nahm den Sieg mit typisch trockener Gelassenheit: "Ein Tor ist genug, wenn man das richtige macht", murmelte er. Gefragt, ob er mit der Vorstellung seiner Mannschaft zufrieden sei, antwortete er nach kurzem Nachdenken: "Ich bin nie zufrieden. Aber heute fast."

So endete ein Spiel, das nicht in die Annalen der Spektakel eingehen wird, aber in die Statistik der Effizienz. Giannopoulos, der Held des Abends, wollte den Ball seines Siegtores nach dem Abpfiff unbedingt behalten. "Er riecht nach Glück", sagte er lachend, "und das kann ich nächste Woche wieder brauchen."

Für Xanthi bleibt nur der Trost, dass man über 77 Minuten mit dem Favoriten mithielt - und dass die Fans trotz der Niederlage applaudierten. Vielleicht aus Höflichkeit, vielleicht aus Hoffnung. Oder, wie ein älterer Zuschauer beim Hinausgehen meinte: "Solange sie wenigstens kämpfen, ist es kein verlorener Abend."

Ein bisschen Pathos, ein bisschen Pech - und ein Tor, das gereicht hat. Fußball eben.

07.06.643987 00:27
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