Athlitiki Icho
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Odysseas Athen siegt in Athen - Panatinaicos wacht zu spät auf

Es war einer dieser Abende im Januar, an denen man sich fragt, ob der Fußballgott Humor hat. 16.000 Zuschauer im Athener Olympiastadion sahen ein Spiel, das so begann, wie es kein Heimfan sehen möchte, und so endete, dass man sich immerhin mit einem bittersüßen Lächeln verabschieden konnte: Panatinaicos verliert gegen Odysseas Athen mit 2:3 (0:2).

Von Anfang an bestimmte Odysseas das Geschehen. Kaum war die Uhr auf 15 Minuten gesprungen, da schlug Samuel Greenwald zu - ein flacher Schuss nach präziser Vorlage von Connor Millington, der aussah, als hätte er den Ball an einer unsichtbaren Leine geführt. Panatinaicos’ Torhüter Joseph Yeates streckte sich vergeblich. "Ich dachte, der schießt aus der zweiten Reihe - aber der Ball kam wie ein Geschenk aus der Hölle", knurrte Yeates später mit einem Anflug von britischem Sarkasmus.

Odysseas spielte, als stünde ein ganzer Olymp hinter ihnen. Millington, der Mann im Mittelfeld, der offenbar drei Lungen besitzt, bereitete auch das zweite Tor vor: In der 42. Minute fand sein Pass den rechten Flügelstürmer Luke Cunningham, der den Ball trocken ins lange Eck setzte. 0:2 - und man fragte sich, ob Panatinaicos überhaupt realisierte, dass das Spiel schon begonnen hatte.

Zur Halbzeit hatte Panatinaicos zwar mehr Ballbesitz (53 Prozent), aber das war ungefähr so tröstlich wie ein Regenschirm im Sturm. Drei Torschüsse standen 23 (!) von Odysseas gegenüber. Trainer Otto Rehakles, der alte Fuchs an der Seitenlinie, grinste nach dem Pausenpfiff nur milde. "Wir hätten eigentlich schon vier, fünf machen müssen", murmelte er in sein Notizbuch, während sein Gegenüber bei Panatinaicos offenbar nach einem Plan B suchte - oder wenigstens nach einem Espresso.

Doch Fußball wäre nicht Fußball, wenn er keine Geschichten der Auferstehung schreiben würde. Nach 66 Minuten endlich ein Lebenszeichen: Rechtsverteidiger Emmanouil Makris - ja, ein Verteidiger - jagte den Ball nach sehenswerter Vorarbeit von Otto Bruhn in die Maschen. Das Stadion erwachte aus dem Halbschlaf. Die Fans rieben sich die Augen: Panatinaicos konnte also doch treffen!

Und als Armandos Pontikos, der linke Verteidiger (!), in der 79. Minute den Ball aus spitzem Winkel zum 2:2 über die Linie drückte, bebte das Rund. "Da dachte ich, jetzt kippt das Ding", sagte Pontikos später, der sein Tor mit einem breiten Grinsen feierte. Sein Trainer, dessen Name in den Daten kurioserweise fehlt, soll ihm zugerufen haben: "Wenn du noch ein drittes machst, darfst du dich Stürmer nennen!"

Aber Odysseas hatte noch nicht genug. Nur zwei Minuten nach dem Ausgleich, in der 81. Minute, stieg Innenverteidiger Inigo Galvao nach einer Ecke von - natürlich - Garritt Mesick am höchsten und köpfte die Kugel zum 3:2 ins Netz. Es war ausgerechnet Mesick, der kurz danach (Minute 85) die Rote Karte sah - für ein Einsteigen, das mehr nach Ringen als nach Fußball aussah. "Ich bin halt leidenschaftlich", rechtfertigte sich der Übeltäter später mit einem Schulterzucken, während Rehakles ihn mit einem Blick bedachte, der Eis gefrieren ließ.

Panatinaicos versuchte danach alles. Ilia Michailow holte sich in der 83. Minute noch eine Gelbe Karte ab, vielleicht aus Frust, vielleicht, um wenigstens einmal in den Spielbericht zu kommen. Doch die letzten Minuten blieben ein zähes Anrennen gegen neun Verteidiger und ein Torwart, der offenbar zum Kraken mutiert war. "Die haben hinten Beton angerührt und den Schlüssel weggeworfen", schimpfte Makris nach Abpfiff.

Am Ende blieb es beim 2:3. Die Statistik sprach Bände: 23 zu 3 Torschüsse für Odysseas, aber Panatinaicos hatte immerhin die besseren Geschichten. "Wir haben Moral gezeigt", meinte Pontikos, "aber Moral schießt eben keine Tore."

Trainer Rehakles dagegen blieb gelassen. "Ich bin zufrieden. Wir haben dominiert, aber das Spiel spannend gehalten - für die Zuschauer", sagte er mit einem ironischen Lächeln, als wüsste er genau, dass man ihm in Athen dafür eine Statue bauen würde, wenn er so weitermacht.

Fazit: Panatinaicos kämpfte, Odysseas traf - und das Publikum bekam ein Spektakel, das man in der Hauptstadt so schnell nicht vergisst. Wer Fußball liebt, bekam Drama, Tore, Karten und Chaos. Und wer Panatinaicos liebt, bekam immerhin Hoffnung - für die nächste Woche.

Vielleicht.

26.05.643987 10:39
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Es gibt Phasen, da ist man etwas angespannter. Das ist doch menschlich. Es wäre doch blöd von mir, den Schauspieler zu mimen.
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