Athlitiki Icho
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Odysseas Athen segelt stürmisch zum 3:0 - Alexandroupoli geht baden

Wenn man 20.000 Zuschauer in ein Stadion lockt, dann sollte man ihnen wenigstens ein bisschen Hoffnung schenken. Alexandroupoli tat das - für exakt sieben Minuten. Danach übernahm Odysseas Athen das Kommando, als hätte jemand die Pausentaste bei den Gastgebern gedrückt. Am Ende stand ein deutliches 0:3 (0:2), das sogar noch schmeichelhaft aus Sicht der Heimmannschaft war.

Schon in der 8. Minute klingelte es zum ersten Mal: Ricardo Pena, der rechte Wirbelwind der Athener, traf nach feiner Vorarbeit von Duarte Varela. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Pena später, "aber der Ball hatte andere Pläne." Der Ball hatte offenbar gute Pläne, denn er landete unhaltbar im Netz. Alexandroupolis Keeper Carl Djalo schaute ihm nur verdutzt hinterher - und das war nicht das letzte Mal an diesem Abend.

Odysseas Athen spielte Fußball, Alexandroupoli spielte Jugend forscht. Gleich fünf 17-Jährige standen in der Startelf der Gastgeber, mutig, aber gegen das erfahrene Ensemble aus der Hauptstadt auch naiv. Trainer Otto Rehakles, der alte Taktikfuchs auf der Gästebank, hatte seinen Jungs offenbar eingeschärft, dass Angriff die beste Verteidigung ist - über die Flügel, schnell, präzise. Und so kam es: In der 35. Minute erhöhte Nicola Rovito auf 2:0, nach schöner Kombination mit - natürlich - Ricardo Pena.

"Wir haben ihnen den Ball überlassen, weil wir wussten, dass sie damit nichts anfangen können", meinte Rehakles trocken nach der Partie. Tatsächlich hatte Alexandroupoli mit 46,9 Prozent Ballbesitz fast Gleichwertigkeit auf dem Papier - aber nur zwei Torschüsse im ganzen Spiel. Zwei! Einer davon kam in der 54. Minute von Riley Berard, der den Ball so weit über die Latte hämmerte, dass man auf der Tribüne kurz dachte, ein Satellit stürze ab.

Odysseas dagegen feuerte aus allen Lagen: 22 Schüsse auf das Tor, 3 Treffer, eine Gelbe Karte und ein Lächeln ihres Trainers, das so selten ist wie Sonnenschein im Januar. "Ich hätte gerne gesehen, dass wir noch zwei, drei Dinger mehr machen", murmelte Rehakles - und man glaubte ihm sogar.

Luke Cunningham, der flinke Rechtsaußen, belohnte sich in der 78. Minute für seinen unermüdlichen Arbeitstag. Nach Vorarbeit von Duarte Varela schob er zum 3:0 ein. Das war nicht mehr nur Ergebnisverwaltung, das war eine Demonstration. "Ich hab’s Luke vorher gesagt: Heute triffst du", witzelte Varela später. Cunningham konterte lachend: "Und ich hab’s ihm nicht geglaubt - Fehler!"

Ab da wurde nur noch geübt, nicht mehr gespielt. Athen wechselte in der 60. Minute doppelt: Vilhelm Abramson und Yossi Benado kamen, um frische Luft in die Defensive zu bringen. Imre Zsengeller, der Innenverteidiger mit der Gelben Karte (58.), brüllte noch einmal "Kein Durchkommen!" - und hatte recht. Alexandroupoli kam tatsächlich kein weiteres Mal gefährlich vors Tor.

Das Publikum reagierte mit einer Mischung aus Galgenhumor und höflichem Applaus. Ein älterer Fan auf der Haupttribüne brachte es auf den Punkt: "Wir sind jung, wir lernen. Heute haben wir eben eine Lehrstunde bekommen."

Statistisch gesehen war es eine klare Angelegenheit: 53 Prozent Ballbesitz, 22 Torschüsse, 59 Prozent gewonnene Zweikämpfe für Athen - und nur die Erkenntnis, dass Qualität manchmal einfach Routine bedeutet. Alexandroupoli versuchte es mit Einsatz, aber Einsatz ersetzt keine Erfahrung.

Trainer Rehakles fasste es im typischen Otto-Stil zusammen: "Ich habe nichts Neues erfunden - außer vielleicht Geduld." Sein Gegenüber, der junge Interimscoach der Gastgeber, seufzte: "Wir wollten mutig sein. Jetzt wissen wir, dass Mut allein kein Tor schießt."

Als die Spieler von Odysseas Athen nach dem Schlusspfiff zu ihren Fans gingen, sah man sie lächeln wie Männer, die wissen, dass sie gerade etwas sauber erledigt haben. Kein Spektakel, kein Zufall, einfach Fußballhandwerk. Alexandroupoli dagegen verschwand schnell in der Kabine - vielleicht, um nachzusehen, ob man irgendwo noch Reste von Stolz findet.

In der Liga-Tabelle klettert Odysseas Athen damit weiter Richtung Spitzenplätze. Alexandroupoli bleibt unten hängen, wo die Luft dünn und die Geduld der Fans noch dünner wird.

Und während draußen die Flutlichtmasten erloschen, hörte man einen Ordner murmeln: "0:3 - wenigstens hat’s nicht geregnet." Manchmal ist das eben schon das Beste, was man aus einem Abend mitnehmen kann.

30.09.643987 19:28
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