Athlitiki Icho
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Odysseas Athen ringt Livadia FC nieder - frühes Tor, spätes Zittern

Athen - Es war kein Feuerwerk, eher ein Funken, der in der zweiten Minute aufleuchtete und dann 88 Minuten lang nicht mehr verlöschen durfte. Odysseas Athen besiegte am 11. Spieltag der griechischen Superliga Livadia FC mit 1:0 - ein Ergebnis, das nüchtern klingt, aber auf dem Spielfeld alles andere als ruhig war.

"Ich wollte gar nicht so früh treffen", scherzte Torschütze Luke Cunningham nach dem Spiel und grinste, als hätte er heimlich eine Wette gewonnen. In der Tat: Kaum hatte der Schiedsrichter angepfiffen, stürmte der rechte Flügelstürmer los, bekam den Ball zentral vor dem Strafraum und versenkte ihn trocken im rechten Eck. 2. Minute, 1:0 - das sollte es bleiben.

Trainer Otto Rehakles, der alte Fuchs mit der stoischen Miene, hob danach nur die Augenbraue: "Wir haben früh getroffen - und dann beschlossen, dass wir das Spiel lieber verwalten als entscheiden." Sein Team folgte dieser Philosophie mit disziplinierter Akribie. Zwar feuerten die Athener insgesamt 15 Torschüsse ab, doch der Ball wollte kein zweites Mal ins Netz. Livadia FC brachte es in 90 Minuten auf ganze zwei Abschlüsse, was die etwa 18.642 Zuschauer im Olympiastadion eher zu ausgedehnten Gesprächen über die Kantinenpreise animierte.

Dabei war durchaus Bewegung im Spiel. Athen, mit fast 49 Prozent Ballbesitz leicht unterlegen, wirkte aggressiver und zweikampfstärker - 58,7 Prozent der Duelle gingen an die Hausherren. Besonders auffällig: Radovan Ctyroky, der linke Mittelfeldmann, versuchte es mit jugendlicher Unvernunft gleich viermal aus der Distanz, jedes Mal begleitet von einem kollektiven "Oh!" aus der Kurve und einem "Oh nein!" von Trainer Rehakles.

Kurz nach der Pause dann der Schreckmoment: Rechtsaußen Christian Flo musste nach einem harten Zweikampf in der 47. Minute verletzt raus. "Ich habe das Krachen bis zur Pressetribüne gehört", flüsterte ein Kollege - wahrscheinlich mehr aus dramaturgischen Gründen. Für Flo kam der 24-jährige Duarte Varela, der prompt selbst einen gefährlichen Schuss abgab.

Livadia FC, angeführt von einem sichtlich genervten Coach, blieb seiner taktischen Linie treu: "balanciert" auf dem Papier, "harmlos" auf dem Rasen. "Wir wollten kein Risiko eingehen", sagte Mittelfeldmann Avgerinos Gekas später. "Das ist uns perfekt gelungen." Der Satz, halb Ironie, halb Wahrheit, fasst den Abend der Gäste treffend zusammen.

In den Schlussminuten wurde es dann doch noch hitzig. Borislaw Pawljutschenko, der rechte Verteidiger Athens, sah in der 88. Minute Gelb, nachdem er Livadias Agisilaos Sisinis etwas zu leidenschaftlich vom Ball trennen wollte. "Ich wollte nur den Ball - er war halt im Weg", rechtfertigte sich der bullige Verteidiger lachend.

Die letzten Minuten wurden zum nervösen Tanz: Athen verteidigte tief, die Fans zählten die Sekunden, und Rehakles stand mit verschränkten Armen an der Linie, als wolle er die Uhr hypnotisieren. In der 90. Minute wechselte er noch den 18-jährigen Rafael Martins ein - wohl weniger, um frischen Wind zu bringen, als um ein paar Sekunden zu schinden. Martins rannte immerhin wie ein junger Hund jedem Ball hinterher, sehr zur Freude der Tribüne.

Als der Schlusspfiff ertönte, fiel die Anspannung von allen Athenern ab. Cunningham hob die Arme, Torwart Tamir Ben ballte die Fäuste, und Rehakles murmelte trocken: "Ein Tor reicht - wenn man keines kassiert."

Statistisch betrachtet war es ein Spiel der verpassten Chancen: 15:2 Torschüsse für Athen, aber nur ein Treffer. Livadia hatte mehr Ballbesitz, aber kaum Ideen. Die Partie war ein Musterbeispiel dafür, dass Zahlen nicht immer das Spiel erzählen - manchmal reicht eben ein Moment.

Im Presseraum herrschte nach dem Abpfiff fast familiäre Stimmung. Cunningham posierte lässig für die Fotografen, während sein Trainer die Schlagzeilen der Journalisten antizipierte: "Sie schreiben jetzt sicher, das war Arbeitssieg. Können Sie machen. Aber bitte erwähnen Sie, dass wir auch arbeiten können."

Und so endete ein Abend, der früh begann und spät nicht enden wollte. Odysseas Athen hält mit dem 1:0-Sieg Kurs auf die obere Tabellenhälfte, Livadia FC dagegen wird sich fragen, ob Balanciertheit wirklich eine Tugend ist, wenn sie mit null Toren endet.

Oder, wie ein Zuschauer beim Verlassen des Stadions trocken kommentierte: "Ich bin wegen der Dramatik gekommen - geblieben bin ich aus Trotz."

14.05.643987 20:53
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