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Oberpullendorf verspielt Führung - Halleins Teenie-Sturm dreht das Spiel

Ein eisiger Samstagabend in Oberpullendorf, Flutlicht, rund 3.000 Zuschauer mit heißem Punsch in der Hand - und am Ende ein Spiel, das noch lange für Gesprächsstoff sorgen dürfte. Der FC Hallein, jung, wild und offenbar unbeeindruckt von allem, was nach Routine roch, gewann beim heimstarken SC Oberpullendorf mit 3:2 (2:2). Ein Ergebnis, das so gar nicht in den ersten Akt dieses Dramas passte.

Denn zunächst lief alles nach Plan für die Burgenländer. In der 24. Minute war es der Routinier André Fink, 34 Jahre alt und mit einem Schuss wie aus dem Lehrbuch, der nach feiner Vorarbeit von Jonas Stoll zur Führung traf. "Ich hab mir gedacht, bevor ich noch älter werde, schieß ich einfach mal", grinste Fink später süffisant in die Kameras. Nur zwölf Minuten später legte Ralph Menzel nach, der auf dem rechten Flügel rackerte, als wolle er sich für zwei Spieler entschuldigen. Nach Vorarbeit von Simon Konrad drückte er den Ball aus kurzer Distanz zum 2:0 über die Linie.

Doch Hallein wäre nicht Hallein, wenn sie sich von einem Rückstand beeindrucken ließen. Trainer Herbert Krunkel, ein Mann, der an der Seitenlinie aussieht, als würde er auch im Schneesturm noch taktische Diagramme zeichnen, rief seinen Youngstern zu: "Spielt einfach weiter, als wärt ihr auf dem Bolzplatz!" Und siehe da - drei Minuten später zündete der erst 17-jährige Olgun Balkan den Turbo, ließ Verteidiger Reich aussehen wie ein Verkehrshütchen und traf zum Anschluss (39.). Nur drei Minuten danach staubte Dirk Petersen zum 2:2 ab - Vorlage? Natürlich Balkan, der an diesem Abend wohl seine Bewerbung für höhere Aufgaben abgegeben hat.

Zur Pause war alles offen. Die Statistiken zeigten einen fast identischen Ballbesitz (50,6 zu 49,4 Prozent), doch Hallein hatte doppelt so viele Abschlüsse. Oberpullendorf wirkte, als hätte man vergessen, dass ein Fußballspiel 90 Minuten dauert. "Wir haben uns in Sicherheit gewiegt", murmelte Trainer Franz Leitner hinterher, "und dann kam diese Halleiner Jugendwelle über uns."

Diese Welle schwappte endgültig in der 80. Minute über: Sven Lorenz, gerade 19, kam nach einem Abpraller zum Zug und nagelte den Ball unter die Latte - 3:2 Hallein. Der Jubel auf der Gästebank war ohrenbetäubend, Krunkel umarmte sogar den vierten Offiziellen, der das sichtlich nicht gewohnt war.

Dann wurde es hitzig. Zuerst flog Oberpullendorfs Rechtsverteidiger Oskar Reich in der 65. Minute mit Gelb-Rot vom Platz - nach einem Foul, das eher nach Frust aussah. "Ich hab den Ball gespielt", beteuerte er, "aber der Ball war halt schon zehn Meter weiter." Ganz am Ende durfte auch Halleins Innenverteidiger Ranisav Juskic früher duschen: Gelb in der 90., Gelb-Rot in der Nachspielzeit. Der Schiedsrichter hatte da längst genug Schreibarbeit.

Taktisch blieb es interessant: Oberpullendorf begann offensiv, mit viel Druck und kurzen Pässen, verlor aber nach dem Platzverweis völlig die Ordnung. Hallein hingegen blieb in seiner ausgewogenen Formation, spielte ruhig weiter und nutzte die Räume, die sich auftaten. Besonders bemerkenswert: Die Gäste wirkten trotz Durchschnittsalter knapp über 18 abgebrühter als die Gastgeber.

"Wir haben gelernt, dass man auch mit Milch im Bart Tore schießen kann", scherzte Halleins Trainer Krunkel nach dem Spiel. Sein Gegenüber Leitner hingegen blickte auf den Boden: "Wir hätten das Spiel schon in der ersten Halbzeit entscheiden müssen. Stattdessen haben wir uns selbst geschlagen."

Die Zuschauer verabschiedeten ihre Mannschaft dennoch mit Applaus - vielleicht auch, weil man wusste, dass man Teil eines Spiels war, das in der vierten Liga nicht alle Tage passiert: fünf Tore, zwei Platzverweise, jugendlicher Leichtsinn trifft auf alternde Routine.

Und irgendwo in der Dämmerung des Stadions stand Olgun Balkan, 17 Jahre jung, noch lange mit einem breiten Grinsen. "Ich hab einfach gespielt, wie immer. Nur dass heute halt mehr Leute zugeschaut haben", sagte er.

Am Ende war es ein Abend, an dem der Fußball wieder einmal bewies, warum man ihn liebt - weil er nicht immer gerecht ist, aber immer Geschichten schreibt. Und diese schrieb diesmal Hallein, mit jugendlichem Mut, kalten Füßen und einem heißen Herzen.

Ob Oberpullendorf daraus lernt? Vielleicht. Oder sie sagen sich einfach: Wir waren nah dran - nur eben 90 Minuten lang nicht konsequent genug.

23.07.643987 10:55
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