// Startseite
| Dagbladet Sport |
| +++ Sportzeitung für Dänemark +++ |
|
|
|
Ein 0:0 kann vieles sein - langweilig, nervenaufreibend oder einfach nur absurd. Die Begegnung zwischen dem SC Fyn und Esbjerg FC am 3. Spieltag der 1. Liga Dänemark war ein bisschen von allem. Vor 39.790 Zuschauern im Fyn-Stadion bekamen die Fans zwar keine Tore, dafür aber reichlich Szenen, über die man noch beim Bier danach diskutieren konnte. Von Beginn an war klar, dass Trainer Luis Pinheiro seine Fyn-Elf offensiv ausgerichtet hatte. "Wir wollten zeigen, dass wir zuhause mutig sind", sagte er später mit dem leicht gequälten Lächeln eines Mannes, der weiß, dass Mut nicht gleichbedeutend mit Torerfolg ist. Sein Team kam tatsächlich besser ins Spiel, schnürte Esbjerg zeitweise am eigenen Strafraum ein und verbuchte am Ende 55 Prozent Ballbesitz - eine Zahl, die schön aussieht, aber eben nichts zählt, wenn am Ende die Null steht. Die ersten Duftmarken setzte Jay Clarke, der junge Rechtsaußen, der offenbar beschlossen hatte, das Tor allein in seine Verantwortung zu nehmen. In der 15., 18. und 30. Minute prüfte er Esbjerg-Keeper Arvid Olsen aus allen erdenklichen Winkeln. Der parierte, als wäre er mit Saugnäpfen an den Handschuhen geboren. "Ich sah den Ball gar nicht kommen", grinste Olsen nach dem Spiel. "Aber manchmal hilft Beten." Auch Albin Villadsen und Mittelstürmer Gerd Hougaard schlossen sich der Schussfreude an - insgesamt sieben Abschlüsse auf das Esbjerg-Tor, aber kein einziges Mal zappelte das Netz. Stattdessen zappelte Fyn-Innenverteidiger Leonardo Bortolin in der 26. Minute mit der Gelben Karte vor der Nase - wegen eines rustikalen Einsteigens, das selbst in einem Rugby-Stadion für Aufregung gesorgt hätte. Esbjergs Trainer Elmar Kla hatte sein Team dagegen betont pragmatisch eingestellt. Kein Pressing, kein Risiko, dafür kompakte Ordnung. "Wir wollten Fyn laufen lassen", erläuterte der Coach trocken. Seine Spieler taten genau das - und ab der zweiten Halbzeit sogar ein bisschen mehr. Kai Hougaard (59.) und der 17-jährige Werner Paulsen (66.) schossen tatsächlich aufs Tor, was beim Gästeblock Jubelstürme auslöste, als wäre es der Siegtreffer. Die Szene der Partie spielte sich ebenfalls in der 59. Minute ab, als Fyn-Verteidiger Alberte Jessen verletzt liegen blieb. Nach kurzer Behandlung signalisierte er: Es geht nicht weiter. Veteran Herman Abramson kam, und Pinheiro rief ihm zu: "Mach’s dicht, Herman!" - worauf dieser antwortete: "Ich bin 34, kein Maurer!" Das Publikum lachte, das Spiel ging weiter. In der Schlussphase drückte Fyn noch einmal. Villadsen (79.) und Hougaard (93.) hatten gute Chancen, aber Olsen blieb unüberwindbar. Auf der anderen Seite setzte Esbjerg in der 91. Minute durch Asger Munch einen Konter, den Jan Krejci im Fyn-Tor mit einer akrobatischen Parade entschärfte. Wer da noch gesessen hatte, tat es spätestens jetzt nicht mehr. Als Schiedsrichter Mikkelsen abpfiff, sah man erschöpfte, aber nicht unzufriedene Gesichter. Ein 0:0, das zwar keine Punkteexplosion, aber immerhin Unterhaltung bot. "So ein Spiel kann man auch gewinnen, wenn man kein Tor schießt", murmelte Fyns Kapitän Bortolin kryptisch, während er in die Kabine trottete. Statistisch betrachtet war Fyn die aktivere Mannschaft - 7:4 Torschüsse, leicht bessere Zweikampfquote (52 Prozent) und eben mehr Ballbesitz. Doch Esbjerg verteidigte clever, wechselte in der 74. Minute gleich dreifach und brachte frische Beine: Heuer, Schröder und Nani stabilisierten das Spiel, sodass die Gastgeber kaum noch durchkamen. Trainer Kla zeigte sich zufrieden: "Ein Punkt auswärts? Perfekt. Und keiner meiner Jungs hat sich wehgetan - das ist in Fyn auch ein Erfolg." Pinheiro hingegen suchte nach Worten. "Wir hätten gewinnen müssen. Aber vielleicht war der Ball einfach schüchtern." Fazit: Kein Feuerwerk, aber ehrlicher Fußball. Beide Teams zeigten Einsatz, besonders Fyn, das sich trotz Verletzungspech nicht hängen ließ. Und auch wenn Tore ausblieben, war der Abend kein verlorener. Manchmal ist ein 0:0 eben wie ein guter Krimi - spannend bis zum Schluss, aber ohne Leiche. 04.12.643993 15:58 |
Sprücheklopfer
He, Brrrand, du - du bist doch bolitisch, bist du doch, du Grüner, machst auf sozial und hetzt hier den Schirri gegen uns auf.
Lothar Matthäus im Pokalhalbfinale Bayern gegen Rostock zu Christian Brand: