Anpfiff
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Nullnummer mit Unterhaltungswert: Karlsruhe und Linx trennen sich 0:0

Ein lauer Januarabend, Flutlicht an, 3785 Zuschauer im Wildparkstadion - die Zutaten klangen vielversprechend. Am Ende servierten der Karlsruher SV und der SV Linx beim 9. Spieltag der Regionalliga A aber ein torloses Menü, das gleichwohl reich an Beilagen war: Schüsse, Krämpfe, Auswechslungen und ein Hauch von Drama, der nie ganz zum Hauptgang wurde.

Die Partie begann mit einem Paukenschlag - zumindest, wenn man die ersten zehn Minuten als Paukenschlag bezeichnen möchte, in denen Linx’ Mittelfeldmotor Bernt Kühne gleich in Minute sieben den ersten Schuss auf das Tor von Tom Hamann abfeuerte. Hamann, offenbar hellwach, faustete den Ball resolut aus der Gefahrenzone. "Ich dachte kurz, der Ball hätte mich beleidigt, so schnell kam der auf mich zu", grinste der Karlsruher Keeper später.

Linx legte nach, und zwar in Serie. Johannes Urban, der linke Flügelstürmer, schien etwas gegen das Tornetz zu haben - er prüfte es in der 15., 16., 26. und 30. Minute auf Stabilität. Das Netz hielt, Hamann auch. "Urban war heute unser Dauerbrenner", lobte Linx-Trainer Michal Dickschat nach dem Spiel, "aber leider ohne Zündfunken."

Karlsruhe hingegen brauchte gut eine halbe Stunde, um sich zu erinnern, dass das Runde ins Eckige soll. Ellis Dennehy, der routinierte Linksaußen, zog in der 34. Minute ab, doch Linx-Keeper Oscar Haase tauchte katzenartig ins rechte Eck. "Ich hab ihn kommen sehen - und gehofft, dass keiner hinter mir steht, der es besser kann", witzelte Haase in der Mixed Zone.

Zur Halbzeit stand es 0:0, und die Fans wärmten sich an Glühwein und Galgenhumor. Linx wechselte doppelt: Joshua Gebhardt und Carsten Vollmer blieben draußen, Bernt Prinz und der 18-jährige Ralph Konrad kamen. Letzterer sollte später noch zeigen, dass jugendlicher Leichtsinn manchmal das schönste Stilmittel ist.

Nach Wiederanpfiff das gleiche Bild: Linx mit etwas mehr Ballbesitz (am Ende 51,3 Prozent), Karlsruhe mit der Hoffnung auf einen Lucky Punch. In der 49. Minute prüfte der junge Detlev Miller Hamann erneut - diesmal aus spitzem Winkel, diesmal direkt in die Arme des Keepers.

Dann der Schreckmoment: Miller blieb in der 60. Minute nach einem Sprint liegen, hielt sich das Knie. "Ich hab kurz gedacht, das war’s für die Saison", sagte der 18-Jährige später, "aber der Doc meinte nur: Ischias, kein Drama." Robert Jahn ersetzte ihn, und Linx blieb weiter gefährlich.

Karlsruhe fand erst spät ins Spiel. In Minute 68 zog Toni Peltonen ab - endlich mal eine Szene, bei der die Heimfans aufspringen durften. Der Ball rauschte knapp vorbei. Zehn Minuten später war Luka Fritzsche dran, ebenfalls ohne Happy End. "Wir wollten’s erzwingen, aber manchmal zwingt der Ball einfach nicht mit", seufzte KSV-Kapitän Daniel Seidel.

Die Schlussphase hatte es dann doch noch in sich. Erst scheiterte Linx’ Bernt Kühne in der 83. Minute mit einem Distanzschuss, dann schickte der eingewechselte Konrad fünf Minuten später den Ball auf die Tribüne - und ein Bierbecher flog zurück. Beide Male blieb es beim 0:0 der unterhaltsamen Sorte.

In der Nachspielzeit noch einmal Herzklopfen: Peltonen zog in der 91. Minute ab, Haase parierte spektakulär, und fast im Gegenzug prüfte Linx’ Mark Fritsch die Standfestigkeit der Querlatte. Danach war Schluss.

Statistisch gesehen hätte Linx den Sieg wohl mehr verdient gehabt: zehn Schüsse auf das Tor gegenüber vier der Karlsruher, leichtes Übergewicht im Ballbesitz und eine bessere Zweikampfquote. Doch das Ergebnis lügt nicht, auch wenn es manchmal flüstert.

"Das war heute eher Schach als Fußball", meinte Karlsruhe-Trainer - der seinen Namen lieber nicht in der Zeitung lesen wollte - mit einem gequälten Lächeln. Michal Dickschat konterte trocken: "Wenn’s Schach war, dann haben wir wenigstens die Bauern nach vorne gebracht."

Und so endete ein Spiel, das kein Sieger, aber viele kleine Geschichten hatte: ein tapferer Youngster mit Ischias, ein Torwart mit Humor und ein Publikum, das sich am Ende fragte, ob 0:0 nicht manchmal gerechter ist als alles andere.

Fazit: Kein Tor, keine Punkte geteilt, aber immerhin viele Worte für diesen Bericht. Man könnte sagen, das war ein 0:0 der charmanten Sorte - mit Potenzial für die Kategorie "Pflichtspiel mit Unterhaltungswert".

21.04.643987 15:47
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Das ist eine Deprimierung.
Andreas Möller
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