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Nullnummer mit Unterhaltungswert - Doria Genua und Lecce trennen sich 0:0

Es gibt Spiele, bei denen das Ergebnis täuscht. Auf dem Papier also ein graues 0:0 zwischen Doria Genua und UD Lecce am 25. Spieltag der Serie A, im Stadion 43.500 Zuschauer, die sich vielleicht dachten: "Na ja, wenigstens kein Regen." Doch wer genau hinsah, bekam ein Fußballstück zu sehen, das irgendwo zwischen Comedy, Drama und Slapstick pendelte - ein Abend, an dem der Ball einfach nicht ins Tor wollte, egal wie oft Giorgio Rizzi oder Emanuele De Simone es versuchten.

Schon nach einer Minute feuerte Lecce-Youngster De Simone den ersten Warnschuss ab, als wolle er den Heimkeeper Alfie Dieguez fragen: "Bist du wach?" - der war’s. Und blieb es. Doria konterte mit der bekannten Offensivlaune, Trainer Gurkennose Gurk hatte seine Elf mutig aufgestellt: offensiv, balanciert, aber mit der Zielgenauigkeit eines Dartspielers im Dunkeln. Duarte Allegri, Sergi Dominguez, Giorgio Rizzi - sie alle probierten es. Nur das Tornetz blieb so sauber wie die Weste eines Schiedsrichters in der ersten Minute.

"Wir wollten früh draufgehen und das Spiel bestimmen", erklärte Gurk später. "Das hat ja auch geklappt. Nur das mit dem Toreschießen - das üben wir dann am Montag." Ein kleiner Seitenhieb, begleitet von seinem breiten Grinsen, das irgendwo zwischen Selbstironie und Verzweiflung lag.

Lecce dagegen, von Trainer The Wizard mit einer "balancierten" Taktik auf den Rasen geschickt, spielte den kontrollierten Part. Ballbesitz 54 Prozent, Pässe sicher, aber kaum Durchschlagskraft. "Unsere Jungs haben den Ball geliebt", sagte The Wizard, "leider ein bisschen zu sehr. Er wollte einfach nicht weiterziehen - schon gar nicht über die Linie."

Die besten Szenen gehörten zweifellos Giorgio Rizzi, Genuas quirligem Rechtsaußen, der gleich vier Mal gefährlich abzog (17., 39., 48., 58.). Seine Schüsse waren präzise, seine Gesten nach den Paraden des jungen Mattia Capriotti im Lecce-Tor noch präziser: Hände in die Luft, Kopf in den Nacken, ein stilles "Warum ich?" in den Abendhimmel. Capriotti, erst 19, wuchs in diesen Momenten über sich hinaus. "Ich habe einfach instinktiv reagiert", sagte er nach dem Spiel bescheiden. "Und gehofft, dass keiner merkt, dass ich beim dritten Ball die Augen zu hatte."

Nach der Pause änderte sich wenig. Doria blieb offensiv, Lecce blieb solide, und der Ball blieb störrisch. Rafael Bermudez und Benjamin Keil hatten in der Schlussviertelstunde noch zwei Riesenchancen - einmal rauschte die Kugel knapp am Pfosten vorbei, einmal über die Latte, vermutlich direkt in den VIP-Bereich, wo ein Zuschauer murmelte: "Na wenigstens hat mal einer getroffen - den Kaviar."

Dann die Schrecksekunde: Minute 88, Innenverteidiger Vahap Bayraktar blieb nach einem Zweikampf liegen, humpelte vom Feld. Gurk reagierte sofort, brachte Alexander Almond, einen Linksverteidiger, der sich beim Einlaufen verirrte und prompt auf der rechten Seite auftauchte. "Mir egal, Hauptsache keine Lücke hinten", brüllte Gurk, während die Nachspielzeit begann. Kurz darauf folgte noch ein Doppelwechsel - Salvatore Marco und der junge Xavi Ziganda kamen, letzterer ersetzte Rizzi, der sichtlich frustriert vom Platz stapfte.

Am Ende blieb es beim torlosen Remis, 15:7 Torschüsse für Doria, 46 zu 54 Prozent Ballbesitz, zwei Gelbe Karten (Bayraktar und Marcedusa), ein verletzter Verteidiger, und ein Publikum, das applaudierte, weil es wusste: Manchmal ist ein 0:0 spannender als ein 3:3.

"Ich nehme den Punkt", sagte The Wizard nachdenklich. "Wenn du auswärts in Genua spielst und nicht verlierst, ist das Magie genug." Gurk hingegen fasste es auf seine Weise zusammen: "Das war kein schlechtes Spiel, nur ein torloses. Und das ist ein Unterschied."

Vielleicht lag’s am Mond, vielleicht an der Müdigkeit, vielleicht einfach an der Laune des Fußballs. Aber wer an diesem Abend im Stadio Luigi Ferraris war, wird das Pfeifkonzert am Ende nicht als Spott, sondern als liebevolle Erinnerung hören - an 90 Minuten ehrlichen Kampf ohne Happy End.

Und so bleibt Doria Genua weiter auf der Suche nach dem Tor, Lecce freut sich über einen Punkt, und wir Reporter über eine Schlagzeile, die man sonst nur bei Krimis findet: Viel Schuss, kein Treffer.

25.06.643993 16:02
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Nevio Scala ist ein phantastischer Trainer und er hat eine tolle Mannschaft. Dortmund wird ganz sicher Weltmeister!
Giovanni Trappatoni
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