// Startseite
| Football Today |
| +++ Sportzeitung für England +++ |
|
|
|
Ein 0:0 kann vieles sein: langweilig, gerecht, glücklich oder einfach britisch. Im Old Trafford der Zukunft, wo 44.701 Zuschauer am Mittwochabend die "Manchester Devils" gegen Barrow AFC sahen, war es von allem ein bisschen - aber vor allem eines: laut. Schon vor dem Anpfiff um 20:30 Uhr hatte Devils-Coach Ronnie Ekström gewarnt: "Barrow ist wie ein Terrier - klein, bissig und immer am Knöchel." Er sollte recht behalten. Die Gäste aus dem Norden Englands pressten spät, aber bissen früh. Ihre Bilanz: 14 Torschüsse, 54 Prozent Ballbesitz und jede Menge Nerven beim Heimblock. Die Devils begannen furios. In der ersten Minute prügelte Mika Kuqi den Ball Richtung Tribüne - pardon, Richtung Tor -, und der Pfiff aus dem Publikum klang wie ein aufatmendes "Na, immerhin getroffen!". Nur zwei Minuten später zog Logan Nolan ab, Barrows Keeper George Beecroft tauchte ab wie ein Seehund im Nordmeer. "Ich hab den Ball gerochen, bevor ich ihn gesehen habe", grinste Beecroft später. Doch danach übernahm Barrow allmählich die Kontrolle. Paulo Almeida (20.) und Xabi Velazquez (22.) prüften Devils-Torwart Amram Hanegbi, der sich mit Katzenreflexen und einem ironischen Lächeln in die Pause rettete. "Wenn du 14 Mal aufs Tor kriegst und keiner drin ist, bist du entweder gut - oder hast verdammt viel Glück", murmelte er nach dem Abpfiff. Kurz vor der Halbzeit dann die Szene, die sinnbildlich für das Spiel stand: Nolan setzte zum Dribbling an, stolperte über den Ball, rappelte sich auf, schoss - und traf den eigenen Mitspieler Kuqi. Der Ball prallte ins Aus, die Fans lachten, Ekström hielt sich den Kopf. "Das war Tiki-Taka auf sarkastisch", kommentierte ein Zuschauer trocken. Nach dem Seitenwechsel blieb die Partie intensiv, aber torlos. Barrow-Coach Ingo Königs hatte offenbar in der Kabine das Kommando "Flügel frei!" ausgegeben - seine Außen Almeida und Lankford liefen sich die Lungen wund. Doch so sehr die Gäste über die Flanken kamen, so standhaft blieb die Devils-Abwehr um Ivica Dordevic, der die Lufthoheit mit einer Mischung aus Wucht und Theatralik verteidigte. In der 55. Minute dann beinahe die Erlösung für Manchester: Kuqi, der ewige Kämpfer, zog aus 20 Metern ab - der Ball küsste die Latte, sprang auf die Linie, aber nicht dahinter. "Ich schwöre, ich hab Jubel gehört", sagte Kuqi später. "Leider nur von meiner Mutter auf der Tribüne." Barrow antwortete mit einem wahren Dauerfeuer zwischen der 76. und 85. Minute, als Vazquez, Eusebio und Almeida nacheinander an Hanegbi und an der eigenen Präzision scheiterten. Der eingewechselte Abwehrmann James Lankford, gerade mal 20 Jahre jung, feuerte seine Kollegen an: "Noch einer, Jungs! Nur einer!" - doch das Runde wollte einfach nicht ins Eckige. Gelbe Karten gab’s immerhin auch: Alen Rajic sah in der 27. Minute Gelb, weil er die Grätsche wohl mit einem Bagger verwechselt hatte. "Ich rutsche halt leidenschaftlich", verteidigte er sich. Später erwischte es auch Barrows Innenverteidiger Taylor Musgrave (63.), der unmittelbar danach ausgewechselt wurde - vermutlich, um vor sich selbst geschützt zu werden. Taktisch blieb alles beim Alten: Manchester defensiv, auf Konter lauernd, Barrow mit Flügelspiel und wachsender Aggressivität. In den Schlussminuten drückten die Gäste mit vollem Einsatz, während Ekström an der Seitenlinie verzweifelt winkte: "Nicht alle nach hinten! Wir spielen zuhause!" Als der Schlusspfiff ertönte, war der Jubel geteilt - Barrow feierte den Punkt wie einen Sieg, Manchester wirkte, als habe jemand die Kaffeemaschine im Pausenraum abgestellt. Ekström fasste es trocken zusammen: "Wenn du nicht triffst, kannst du auch nicht gewinnen. Aber immerhin haben wir auch nicht verloren." Und tatsächlich: Ein 0:0, das keiner so schnell vergisst. Weil es kein langweiliges war, sondern eines voller Szenen, die das Herz des neutralen Beobachters höher schlagen lassen - oder zumindest sein Zwerchfell. Zum Schluss noch ein Zitat von Barrows Coach Königs, der mit verschmitztem Lächeln erklärte: "Ich hab meinen Jungs gesagt, sie sollen mutig sein. Dass sie dabei das Tor vergessen, stand nicht im Plan." So endete ein Abend, an dem viel geschossen, wenig getroffen, aber reichlich erzählt wurde. In der Statistik bleibt’s ein Punkt - im Kopf ein Spiel, das bewies: Auch eine Nullnummer kann ziemlich viel Spaß machen. 23.02.643994 16:49 |
Sprücheklopfer
He, Brrrand, du - du bist doch bolitisch, bist du doch, du Grüner, machst auf sozial und hetzt hier den Schirri gegen uns auf.
Lothar Matthäus im Pokalhalbfinale Bayern gegen Rostock zu Christian Brand: