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Premjer-Liga | 21. Spieltag | 26.07.26 | Anzhi Makhachkala - Lutch Wladiwostok 0:0 Die Gäste begannen am Sonntagabend zielstrebiger. Bereits in der fünften Minute prüfte Roman Kuskin die Aufmerksamkeit von Anzhis Torhüter Olof Johansson. Der Schlussmann war wach, was angesichts des Anstoßes um 20.30 Uhr durchaus erwähnt werden darf. Gawriil Malzew legte in der 16. Minute nach, ehe auf der anderen Seite ausgerechnet Innenverteidiger Dejan Vidic Anzhis ersten ernsthaften Abschluss abgab. Lutch hatte mehr vom Ball und am Ende 53,84 Prozent Ballbesitz. Das war kein erdrückendes Übergewicht, aber genug, um den Gastgebern regelmäßig hinterherlaufen zu lassen. Semjon Jorkin versuchte es in der 27. und 31. Minute, während Anzhi über die Flügel angriff und gemäß taktischer Vorgabe offenbar aus jeder halbwegs passenden Lage schießen durfte. Nevio Varela nahm diese Einladung in der 37. Minute dankend an - allerdings ohne zählbaren Erfolg. "Der Trainer hat gesagt, wir sollen nicht zu lange überlegen", erklärte Varela später. "Vielleicht hätten wir manchmal doch eine Sekunde länger überlegen sollen." Es war die treffendste Analyse des Abends. Kurz vor der Pause erhöhte Swjatoslaw Prudnikow den Druck. Der Lutch-Angreifer schloss in der 39. und 40. Minute ab, doch Johansson und seine Vorderleute hielten die Null. Lutch spielte ausgewogen, wartete auf gute Gelegenheiten und verzichtete vollständig auf aktives Pressing. Anzhi tat es dem Gegner beim Pressing gleich. So entstand phasenweise jener höfliche Abstand, den man sonst eher an einer Hotelrezeption erwartet. Nach dem Seitenwechsel meldete sich Dario Benko in der 52. Minute für die Hausherren an. Dann begann Prudnikows persönliche Belagerung: Der Linksaußen kam in der 55., 56., 60. und 61. Minute zum Abschluss. Vier Versuche in sieben Minuten - andere Menschen schaffen in dieser Zeit nicht einmal die Bestellung am Stadionkiosk. Ein Tor sprang trotzdem nicht heraus. "Ich hatte das Gefühl, der Ball will heute nicht rein", sagte Prudnikow mit einem schiefen Lächeln. "Irgendwann schaut man schon nach, ob das Tor wirklich die vorgeschriebene Größe hat." Die Kontrolle ergab offenbar keinen Regelverstoß. Für Anzhi wurde die Partie in der 64. Minute zusätzlich unangenehm. Paulo Gomes verletzte sich und musste durch Freddie Bradshaw ersetzt werden. Trainer Francesco Guidolin redete kurz auf den eingewechselten Mittelfeldmann ein. "Bring Energie und geh nach vorn", soll er ihm zugerufen haben. Bradshaw hielt sich daran und kam in der 84. Minute selbst zum Abschluss. Überhaupt gehörte die Schlussphase den Gastgebern. Ümit Özalan versuchte es in der 70. und 86. Minute, Jay Kenny in der 77. Minute. Kenny sammelte in der 94. Minute immerhin noch die einzige Gelbe Karte der Partie - wenn schon kein Siegtor, dann wenigstens ein Eintrag im Protokoll. Varela hatte in der 92. Minute die späte Gelegenheit, Luís Nene sogar in der 95. Minute die allerletzte. Doch auch dieser Ball fand nicht ins Netz. Die Statistik erzählte am Ende von zehn Torschüssen für Lutch und neun für Anzhi. Die Gäste lagen zudem bei der Zweikampfquote mit 51,47 Prozent knapp vorn, Anzhi kam auf 48,53 Prozent. Fast alles war also ausgeglichen, vor allem das Entscheidende. "Wir haben viel versucht und wenig bekommen", sagte Guidolin. "Das ist Fußball. Manchmal öffnet man ständig die Tür - und keiner geht hindurch." An diesem Abend stand das Tor sogar weit offen. Nur mit dem Treffen wollten beide Mannschaften nichts zu tun haben. 26.07.2026 21:34 |
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