El Peruano
+++ Sportzeitung für Peru +++

Nullnummer mit Drama: Leon Chalaco und AD Cristal trennen sich 0:0

Ein 0:0 kann vieles sein - langweilig, taktisch geprägt, oder einfach nur ein Tag, an dem der Ball und das Tor beschlossen haben, getrennte Wege zu gehen. Im Estadio Chalaco von Callao entschieden sich Leon Chalaco und AD Cristal offenbar für Letzteres. 20.000 Zuschauer erlebten ein torloses, aber keineswegs ereignisloses Duell am 2. Spieltag der 1. Liga Peru, bei dem beide Teams mehr Leidenschaft als Präzision boten.

Schon in der zweiten Minute donnerte Hugo Zubiaurre den Ball aus spitzem Winkel auf Cristals Tor, als wolle er den Abend gleich mit einem Feuerwerk eröffnen. Der Schuss - stramm, aber zentral - war mehr Weckruf als Gefahr. Nur eine Minute später versuchte sich Innenverteidiger Alberto Tiago mit einem beherzten Weitschuss. "Wenn keiner vorne trifft, muss man’s halt selbst machen", grinste Tiago später, "leider hatte der Ball andere Pläne."

AD Cristal antwortete prompt. Javier Meira prüfte in der fünften Minute Leon-Keeper Gianluca Oliveri, der mit einer akrobatischen Parade klärte. Das Publikum tobte, als wolle es dem Ball Beine machen. Doch Tore blieben Mangelware, Chancen gab’s dafür im Paket - neun Torschüsse für Cristal, sieben für Chalaco, ein Beweis für beidseitige Betriebsamkeit ohne Happy End.

Nach 15 Minuten hatte Milan Durisic die Führung auf dem Fuß, doch sein Versuch segelte hauchdünn am Pfosten vorbei. Cristals Trainer - der nach Abpfiff nur trocken bemerkte, "wir hätten heute bis Mitternacht spielen können, ohne dass einer trifft" - brachte es auf den Punkt. Seine Mannschaft hatte mehr Ballbesitz (52 Prozent), aber kaum mehr Ideen.

Die erste Halbzeit war geprägt von taktischer Disziplin - "balanced", wie die Analysten sagen würden. Beide Teams neutralisierten sich mit Passspiel, das so kurz und vorsichtig war, dass man fast an ein Friedensabkommen im Mittelfeld glauben konnte. Nur die Gelbe Karte für Cristals Routinier Sander Mesick in der 13. Minute brachte etwas Farbe ins Spiel - im wahrsten Sinne des Wortes.

Nach der Pause änderte sich wenig, außer dass Chalacos rechter Flügel zunehmend zur Bühne von Marcio Antonio wurde. In der 54. Minute dribbelte er sich durch, zog ab - und scheiterte an Cristals Torhüter Juan Pablo Coluna, der offenbar beschlossen hatte, heute keine Geschenke zu verteilen. "Ich hab ihn schon im Netz gesehen", sagte Antonio grinsend, "aber Coluna wollte wohl auch mal glänzen."

Cristal blieb gefährlich, vor allem über den jungen Manuel Ruiz, der mit 18 Jahren frischen Wind brachte, aber prompt Gelb sah, als er Carlos Aldecoa etwas zu energisch den Ball abjagte. "Adrenalin, wissen Sie", entschuldigte sich der Teenager später.

Ab der 70. Minute kippte das Momentum leicht zu Chalaco. Marcio Antonio prüfte erneut Coluna, Zubiaurre rannte unermüdlich, und der junge Almeida zeigte, warum man ihn als Hoffnungsträger sieht. Doch was nützt Hoffnung, wenn der Ball nicht über die Linie will?

In der Schlussphase wurde’s hitzig: Chalacos Adrian Rueda kassierte in der 88. Minute Gelb, nachdem er mehr Gegner als Ball traf. "Ich wollte nur den Rhythmus brechen", rechtfertigte er sich mit einem Grinsen. Cristal konterte in der 89. Minute mit einem wuchtigen Versuch von Filipe Domingos - der jedoch in den Nachthimmel flog, als wolle der Ball lieber den Mond treffen.

So blieb’s beim 0:0, einem Spiel, das weniger Tore als Geschichten bot. Beide Teams agierten mit ausgewogener Taktik, ordentlichem Einsatz und erstaunlicher Geduld. Leon Chalaco hatte leicht weniger Ballbesitz, aber mehr Leidenschaft; AD Cristal etwas mehr Kontrolle, aber weniger Zielstrebigkeit.

Nach Abpfiff fasste Chalaco-Kapitän Rui Miguel das Spiel treffend zusammen: "Wir hätten gewinnen können, wir hätten verlieren können - also haben wir unentschieden gespielt. Perfekte Logik."

Und so gingen 20.000 Zuschauer nach 90 Minuten ohne Tor, aber mit reichlich Gesprächsstoff nach Hause. Ein Spiel, das beweist, dass ein 0:0 nicht immer langweilig sein muss - manchmal ist es einfach ein Beweis dafür, dass Fußball auch dann unterhält, wenn er nicht trifft.

23.11.643993 08:42
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Wie immer, wenn man Koffer packt, ist das alles nicht so spaßig, Hemden zusammen legen oder Hosen. Vor allem, wenn die eigene Frau nicht dabei ist.
Rudi Völler
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager