Football Today
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Nullnummer mit Drama: Devils beißen sich an Reds die Zähne aus

Ein Torfestival war angekündigt - geworden ist es ein 0:0, das trotzdem in Erinnerung bleiben wird. 44.227 Zuschauer im Old Trafford - pardon, im "Devils Stadium" - sahen am 8. Spieltag der 1. Liga England ein Spiel zwischen den Manchester Devils und den Margate Reds, das alles hatte, außer eben Tore.

Bereits nach drei Minuten donnerte Danijel Jarakovic den Ball aus 25 Metern aufs Tor - ein Weckruf, der so laut war, dass selbst die Tauben auf der Tribüne kurz aufschreckten. "Ich wollte zeigen, dass wir da sind", grinste der Linksverteidiger später. Nur: Da waren sie dann zwar, aber der Ball war immer woanders.

Die Devils unter Trainer Ronnie Ekström gaben den Ton an, zumindest was die Richtung anging: 15 Schüsse auf das Tor, aber keiner fand den Weg vorbei an Margate-Keeper Joshua Hannigan, der einen dieser Tage erwischte, an denen man den Ball auch mit geschlossenen Augen gefangen hätte. "Ich hatte das Gefühl, der Ball mochte mich heute einfach", sagte der Torwart mit einem Grinsen, das irgendwo zwischen Bescheidenheit und Überheblichkeit pendelte.

Margate-Coach Ata Lameck sah das naturgemäß anders. "Wir wollten kompakt stehen und über die Flügel kommen. Und das hat funktioniert - zumindest die Kompaktheit." Tatsächlich: Seine Reds hatten mit 52 Prozent Ballbesitz leicht die Nase vorn, aber ihre sechs Torschüsse wirkten eher wie höfliche Anfragen an Devils-Keeper Amram Hanegbi.

Die aufregendsten Minuten der ersten Halbzeit gehörten einem Mann: Asen Christow. Der rechte Flügelstürmer der Devils probierte es in der 22., 27., 29., 31. und 43. Minute - jeweils mit Schmackes, aber auch mit der Präzision eines Tennisspielers, der das Netz übersieht. "Ich dachte wirklich, beim vierten Versuch muss er doch rein", murmelte Coach Ekström nach dem Spiel. "Aber vielleicht war das Tor heute einfach beleidigt."

Kurz vor der Pause dann die erste personelle Überraschung: Margates Innenverteidiger Danijel Turina musste raus, Gottfried Hoffman kam - und brachte prompt Stabilität. Ein Glück, denn Turina hatte kurz zuvor Gelb gesehen, ebenso wie Lorring und Malfoy später im Spiel. Drei Gelbe Karten für Margate, keine für Manchester - die Statistik sprach von 53 Prozent gewonnener Zweikämpfe für die Devils, und wer das Spiel sah, nickte dazu wissend.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich wenig: Die Devils blieben defensiv organisiert, aber offensiv wild entschlossen, irgendwann mal ein Tor zu schießen. In der 61. Minute prüfte Logan Nolan den Gästekeeper, in der 70. Jamie Kirwan, in der 72. Mika Kuqi - alles Chancen, die in der Zusammenfassung mit dem Satz "Und wieder Hannigan!" kommentiert werden konnten.

Als in der 68. Minute Asen Christow vom Platz ging und Kuqi übernahm, rief ein Fan aus der dritten Reihe: "Vielleicht trifft jetzt mal jemand, der keine fünfmal daneben geschossen hat!" Kuqi grinste nur und traf - natürlich nicht.

Auf der anderen Seite versuchte Margate es sporadisch mit schnellen Flanken über Morten Johannessen und Zivojin Basta, die beide gefährlich wirkten, bis sie den Ball tatsächlich berührten. In der 85. Minute noch einmal Basta: ein Schuss, der so knapp vorbei ging, dass selbst Hannigan auf der anderen Seite kurz den Atem anhielt.

In der Nachspielzeit dann noch eine Kuriosität: Margate wechselte gleich zweimal - den Torwart und den Linksverteidiger. "Joshua hatte einen Krampf im kleinen Finger", erklärte Coach Lameck trocken. "Und Tyler Ward sollte einfach mal Rasen riechen."

Als Schiedsrichter McAllister nach 94 Minuten abpfiff, klatschten beide Teams erschöpft, aber nicht unzufrieden ab. "Das war ein 0:0 mit Charakter", sagte Devils-Kapitän Tobias Ludwig. "Wir hätten gewinnen können, aber wenigstens haben wir nicht verloren."

Ronnie Ekström fasste es zum Schluss so zusammen: "Wenn man 15 Mal aufs Tor schießt und nicht trifft, muss man es wohl beim nächsten Mal 16 Mal versuchen." Ata Lameck konterte mit einem Lächeln: "Oder einfach hoffen, dass der Gegner das auch nicht kann."

Ein torloses Remis also - aber eines, das zeigte, dass Fußball nicht immer Tore braucht, um spannend zu sein. Und wer weiß: Vielleicht haben die Devils einfach all ihre Treffer fürs nächste Wochenende aufgespart.

Und so ging ein Abend zu Ende, an dem das Netz zwar leer blieb, aber die Geschichten reichlich waren - und das Publikum sich fragte, ob man für 0:0 eigentlich Eintritt zurückverlangen darf. Manche taten es mit Galgenhumor: "War doch schön", sagte ein älterer Fan beim Hinausgehen. "Ich hab wenigstens nicht verpasst, wie einer trifft."

31.01.643994 12:55
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He, Brrrand, du - du bist doch bolitisch, bist du doch, du Grüner, machst auf sozial und hetzt hier den Schirri gegen uns auf.
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