Anpfiff
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Nullnummer mit Drama: Augsburg rettet Punkt in Unterzahl

Ein 0:0, das eigentlich keines hätte sein dürfen - so könnte man das Freitagabendspiel zwischen dem FC Augsburg und der SSVg Velbert am 15. Spieltag der Regionalliga B zusammenfassen. 4.888 Zuschauer im Augsburger Stadion sahen einen Abend voller Torschüsse (meist von nur einer Mannschaft), Karten, Verletzungen und einem Torwart, der sich wohl noch heute auf die Schulter klopfen darf.

Velbert dominierte das Spiel vom Anpfiff an, als hätte man vergessen, dass es sich nicht um ein Trainingsspiel gegen eine Jugendmannschaft handelte. Bereits in der zweiten Minute prüfte Harvey Kinmont den Augsburger Keeper Marcel Klug, der an diesem Abend zum Helden werden sollte. Es folgten Schüsse von Dekerf, Fraser, Bettencourt, Papa - ein Feuerwerk der vergebenen Chancen. "Ich hab irgendwann aufgehört zu zählen", grinste Augsburgs Abwehrchef Timo Völker nach dem Spiel. "Ich dachte nur: Wenn’s so weitergeht, brauchen wir bald einen zweiten Torwart."

Velbert baute früh Druck auf, 19 Schüsse aufs Tor sprechen eine deutliche Sprache. Augsburg kam im Vergleich gerade einmal auf drei Versuche - einer davon in der 27. Minute, als Völker höchstpersönlich nach einer Ecke abzog. Der Ball landete allerdings eher im Bereich "freundliche Rückgabe" als "unhaltbar".

Tragisch wurde es für Velbert in Minute 40: Mittelfeldmotor Theo Fraser blieb nach einem Zweikampf liegen, griff sich ans Knie und musste ausgewechselt werden. Trainer Klaus Bock reagierte umgehend und brachte den erst 22-jährigen Felipe Puerta. "Theo ist unser Taktgeber. Als er raus musste, war klar, dass uns etwas Stabilität fehlt", erklärte Bock später.

Doch das Unglück verlagerte sich kurz darauf auf die andere Seite: In der 59. Minute sah Augsburgs Xavi Allegri nach einem rüden Foul glatt Rot. "Ich bin halt kein Tänzer", verteidigte sich der Linksverteidiger hinterher mit einem schiefen Lächeln. Eine Ausrede, die sein Trainer vermutlich weniger charmant fand. Von da an spielten die Hausherren in Unterzahl - und das gegen ein Velbert, das ohnehin schon 55 Prozent Ballbesitz und fast doppelt so viele gewonnene Zweikämpfe hatte.

"Da war’s dann nur noch Überlebenskampf", gab Augsburgs Torwart Klug offen zu. Und er kämpfte. In der 65. Minute rettete er spektakulär gegen Rene Bettencourt, in der 78. wieder gegen denselben Spieler. Spätestens als Bettencourt in der 87. Minute abermals frei vor Klug auftauchte und scheiterte, lag der Verdacht nahe: Dieser Ball wollte einfach nicht rein.

Der Rest war ein Mix aus Verzweiflung und Verharren. Velberts Kai Kennedy zirkelte in der 66. Minute noch einen Ball an die Latte, während Augsburgs Trainer - dessen Name in den Unterlagen kurioserweise nicht vermerkt war - an der Seitenlinie wild gestikulierte. "Manchmal reicht einfach Herzblut", murmelte er nach Abpfiff, vermutlich erleichtert, dass sein Team trotz roter Karte und Dauerbeschuss nicht eingebrochen war.

Velberts Coach Bock hingegen konnte sich das Unentschieden kaum erklären: "Wenn du 19 Mal aufs Tor schießt und keiner will rein, dann ist das fast schon Kunst. Oder Pech. Oder beides." Sein Mittelfeldmann Laurent Delmas, dreifacher Schütze ohne Treffer, ergänzte trocken: "Wir hätten wohl bis Mitternacht spielen können - Klug hätte auch dann noch alles gehalten."

Am Ende stand ein torloses Remis, das für Augsburg wie ein Sieg und für Velbert wie eine Niederlage schmeckte. Die Statistiken waren eindeutig: 19:3 Torschüsse für Velbert, 57 zu 43 Prozent Ballbesitz, drei Gelbe Karten, eine Rote, eine Verletzung - und trotzdem keine Tore.

Das Publikum verabschiedete die Spieler mit einem leicht ratlosen Applaus. Eine ältere Dame auf der Tribüne brachte es auf den Punkt: "Schade, dass man fürs Verteidigen keine Punkte extra kriegt."

Und so bleibt dieses 0:0 eines jener Spiele, über die man am Stammtisch mit einem Seufzer spricht: voller Chancen, voller Emotionen - und doch ohne Happy End. Aber immerhin: Für Augsburg fühlte sich das torlose Schauspiel wie ein kleines Wunder an. Und Wunder, das weiß man in dieser Liga, sind selten planbar - aber manchmal halten sie immerhin einen Punkt fest.

30.06.643987 02:35
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Ich bin wieder derjenige, der wo alles ausbaden muss.
Mario Basler
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