Canadian Soccer
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North York Stars fliegen mit Flügelspiel ins Pokal-Halbfinale

Es war ein frostiger Januarabend im North York Stadium, aber die 25.000 Zuschauer bekamen Fußball, der ihnen schnell warm ums Herz machte - zumindest, wenn sie es mit den Stars hielten. Mit einem verdienten 3:1 über die Vancouver Reds zog die Mannschaft von Axel Foley ins Pokal-Halbfinale ein. Wer die Statistik liebt, fand auch dort Bestätigung: 51 Prozent Ballbesitz, 15 Torschüsse, drei Tore - effizient wie ein Schweizer Uhrwerk, aber mit kanadischem Charme.

Schon nach wenigen Minuten deutete sich an, dass die Stars Lust auf Offensivfeuerwerk hatten. Christian Smith prüfte nach zwei Minuten den roten Keeper Fernando Conceicao aus der Distanz. "Ich wollte sehen, ob er überhaupt wach ist", grinste Smith später. Er war es - aber nur kurz.

In der 24. Minute zappelte der Ball zum ersten Mal im Netz. Rechtsverteidiger Max Latham, sonst eher Mann fürs Grobe, stürmte mutig nach vorne und donnerte den Ball nach klugem Zuspiel von Bradley Larocque zum 1:0 ins Eck. Ein Verteidiger als Torschütze - das gefiel auch Trainer Foley: "Max hat gesagt, er wollte mal wissen, wie sich das anfühlt. Ich hab ihm geraten, sich nicht dran zu gewöhnen."

Die Vancouver Reds, angeführt von Miro Kloose, versuchten es mit langen Bällen und Kontern - so stand es jedenfalls im Taktikzettel, den man wohl in der Kabine laminiert hatte. Offensiv, aggressiv, auf Konter - das klang beeindruckend, sah aber eher nach hektischem Fernschach aus. Zwischen der 26. und 41. Minute schossen sie viermal aufs Tor, meist aus der zweiten Reihe, und der Ball fand zuverlässig den Weg in die Arme von Stars-Keeper Alexander Badham.

Kurz vor der Pause musste Marko Manojlovic Gelb sehen. "Ich wollte nur freundlich guten Tag sagen", meinte er später, mit einem Lächeln, das nicht alle Schiedsrichter mögen.

Nach der Pause kam Bewegung in beide Teams - Vancouver wechselte, North York ebenso. Axel Foley brachte Billy Bourgeois für Amaury Mascarenhas in der Innenverteidigung, und Kloose schickte den erfahrenen Jason Friedrich als neuen Stürmer ins Rennen.

Doch zunächst passierte wenig. Erst um die 70. Minute wurde es richtig wild: Friedrich flankte, Nuno Suarez vollendete sehenswert zum 1:1. Für einen Moment schien Vancouver wieder da zu sein. "Da dachte ich, jetzt kippt das Spiel", gab Foley offen zu. "Aber dann hat Pavel die Show übernommen."

Der 25-jährige Pavel Kincl, ohnehin schon auffällig agil, machte in der Schlussphase genau das, was ein Stürmer tun muss: er schoss Tore. In der 82. Minute verwertete er eine butterweiche Flanke von Kian Cochrane zum 2:1 - direkt, trocken, kompromisslos. Acht Minuten später, in der Nachspielzeit, setzte er noch einen drauf, diesmal nach Pass von Larocque. 3:1, Deckel drauf, Halbfinale in Sichtweite. "Ich hab einfach gemacht, was der Coach immer sagt: laufen, schießen, jubeln", erklärte Kincl anschließend mit einem schelmischen Grinsen.

Die Reds versuchten in den letzten Minuten noch verzweifelt zu pressen, stellten auf "Vollgas" um, wie Kloose später gestand: "Ich hab gesagt, alles nach vorne - und dann waren wir überall, nur nicht dort, wo der Ball war."

Statistisch blieb alles eng: 12 Torschüsse für Vancouver, 15 für North York, fast ausgeglichener Ballbesitz. Doch die Stars zeigten, was Effektivität bedeutet. Sie kombinierten kurz, spielten über die Flügel, wie es ihr Plan vorsah, und legten die nötige Härte nach, als Vancouver zunehmend körperlicher wurde.

Als Schiedsrichter Benjamin O’Connor abpfiff, jubelte das Stadion. Fans sangen, Trainer Foley klatschte in alle Richtungen, und sein Gegenüber Kloose verschwand mit einem ironischen "Na, dann bis nächstes Jahr" in den Katakomben.

"Das war ein reifer Auftritt", lobte Foley auf der Pressekonferenz. "Wir wollten offensiv bleiben, aber klug. Und manchmal ist klug einfach: Ball ins Tor."

So zieht North York also ins Halbfinale des Pokals ein - mit einem Rechtsverteidiger, der Tore schießt, einem Stürmer, der zwei macht, und einem Trainer, der seine Spieler offenbar lieber zum Lachen als zum Laufen bringt. Aber wenn man beides kann, sieht man eben so aus wie die Stars an diesem Abend: hell leuchtend.

Und während die Fans noch feiern, murmelt einer auf der Tribüne: "Wenn sie so weiterspielen, brauchen sie bald ein größeres Stadion." Wer weiß - vielleicht hat er recht.

04.11.643987 07:42
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