// Startseite
| Gazeta Sportowy |
| +++ Sportzeitung für Polen +++ |
|
|
|
20.000 Zuschauer in Lubin sahen an diesem kühlen Märzabend ein vertrautes Schauspiel: viel Ballbesitz, wenig Ertrag - und ein Gegner, der mit kalter Effizienz zuschlug. Am 7. Spieltag der 1. Liga Polen besiegte BKS Gdańsk den FC Lubin mit 2:0 (1:0). Held des Abends: Dennis Nawalka, der mit einem Doppelpack (18., 63.) den Gästen drei Punkte sicherte. Dabei hätte man nach den ersten Minuten meinen können, Lubin würde das Spiel diktieren. 59 Prozent Ballbesitz, Passquote wie aus dem Lehrbuch - doch das Runde wollte einfach nicht ins Eckige. "Wir hatten alles unter Kontrolle, außer das Ergebnis", knurrte Lubins Mittelfeldmotor Janek Deyna nach dem Spiel. Sein Trainer schwieg lieber - vielleicht, weil die Statistik schmerzhaft deutlich war: sieben Torschüsse Lubins standen 14 der Gäste gegenüber. BKS Gdańsk begann forsch, mit aggressivem Pressing und einer Prise Wahnsinn im Schussverhalten. Schon in der ersten Minute prüfte Nawalka den Heimkeeper Burak Ogaza. Nach einer Viertelstunde dann die Szene, die das Spiel einleitete: Daniel Jelen tanzt elegant durch die Mitte, legt quer, und Nawalka jagt den Ball aus 15 Metern in den Winkel - 1:0. Die Gdańsker Bank explodierte, Trainer Mike Matt rannte bis an die Seitenlinie und brüllte: "Genau das wollte ich sehen!" Lubin versuchte, das Spiel zu beruhigen, ließ den Ball laufen, aber es wirkte, als würden sie in Watte passen. Der schönste Angriff endete in der 34. Minute, als Rechtsverteidiger Dennis Brzeczek einfach mal draufhielt - leider genau auf Torwart Mariusz Gorawski, der sich kurz danach die Handschuhe abklopfte und grinste: "Der war ja warm wie ein Sonntagsbrötchen." Kurz vor der Pause sah Gdańsks Abwehrchef Philip Gancarczyk Gelb, nachdem er Matti Gora zärtlich, aber bestimmt vom Ball getrennt hatte. Das Publikum reagierte mit einem Chor aus Buhrufen, doch Gancarczyk zuckte nur die Schultern. "Wenn das Gelb ist, dann ist mein Friseur auch Schiedsrichter", murmelte er später in der Mixed Zone. Nach der Pause kam Lubin mit Wut im Bauch, aber ohne Ideen. Trainer Mike Matt hatte seine Elf etwas zurückgezogen, ließ kompakt stehen und auf Konter lauern - ein Plan, der in Minute 63 aufging. Wieder Nawalka, wieder eiskalt. Diesmal hatte Ilias Rogocz über links Tempo gemacht, den Ball perfekt in den Lauf gespielt, und Nawalka drückte trocken ab: 2:0. Der Jubel der mitgereisten Gdańsk-Fans war so laut, dass man kurz dachte, das Stadion kippe nach Norden. Lubin rannte an, als gäbe es für Ballbesitz Punkte. Janek Lesniak prüfte Gorawski in der 79. und 90. Minute, doch der Keeper wischte beide Versuche mit stoischer Ruhe aus der Gefahrenzone. "Heute hätten wir auch mit drei Bällen gleichzeitig spielen können, und trotzdem wäre keiner reingegangen", witzelte Lesniak später. In der 73. Minute dann ein Schreckmoment: Gdańsks Rechtsaußen Marcel Bak blieb nach einem Zweikampf liegen. Das Spiel wurde unterbrochen, Sanitäter eilten herbei. Trainer Matt stand an der Seitenlinie, rief: "Nicht schon wieder du, Marcel!" - offenbar eine Anspielung auf dessen Verletzungshistorie. Bak konnte zwar weitermachen, wurde aber kurz darauf vorsichtshalber ausgewechselt. Die letzten Minuten waren ein formaler Tanz: Lubin mit ängstlichem Ballgeschiebe, Gdańsk mit breitem Grinsen und sicherem Stand. Als der Schlusspfiff erklang, klatschte Mike Matt seine Spieler ab und sagte trocken: "59 Prozent Ballbesitz für Lubin? Dann bleiben für uns 100 Prozent Effektivität." Fazit: Ein Spiel, das die alte Fußballweisheit bestätigt - Ballbesitz gewinnt keine Spiele, Tore schon. BKS Gdańsk zeigte sich abgeklärt, robust und taktisch clever. FC Lubin dagegen bleibt das Rätsel der Liga: technisch stark, aber im Strafraum so harmlos wie ein Zahnarzt im Boxring. Und während die Fans von Gdańsk auf der Heimfahrt ihre Stimmen verloren, blieb den Anhängern in Lubin nur Galgenhumor. Ein älterer Herr auf der Tribüne brachte es beim Abpfiff auf den Punkt: "Wir spielen schön - nur leider für die falsche Statistik." Ein Satz, den man sich in Lubin vielleicht rahmen sollte. 12.02.643994 02:40 |
Sprücheklopfer
Dazu müsste erst einmal ein Bundestrainer zum Betzenberg kommen. Der Letzte war meines Wissens Sepp Herberger.
Mario Basler über ein mögliches Comeback in der Nationalmannschaft