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Premjer-Liga | 28. Spieltag | 02.08.26 | FK Naro-Fominsk - Dynamo Wologda 4:2 Die Gastgeber legten los, als hätte jemand in der Kabine versehentlich den Turbomodus aktiviert. In der neunten Minute traf Roman Ryschkow nach Vorarbeit von Anton Perwuchin zum 1:0. Ryschkow, der anschließend noch mehrfach den Abschluss suchte, war damit früh der auffälligste Mann auf dem Platz. "Ich wollte eigentlich nur einmal schießen und dann wieder Ordnung herstellen", sagte er später. "Dann hat es plötzlich Spaß gemacht." Dynamo Wologda wirkte in dieser Phase keineswegs völlig überfordert, doch der Ballbesitz blieb zunächst wirkungslos. Naro-Fominsk hatte knapp 52,7 Prozent der Spielkontrolle, Wologda 47,3 Prozent. Das klingt nach einem Duell auf Augenhöhe - zumindest, wenn man großzügig über die Anzeigetafel hinwegsieht. In der 17. Minute erhöhte Sergio Rocha auf 2:0. Der 34-jährige Mittelstürmer vollendete eine Kombination, die von Alexander Kisel vorbereitet worden war. Während Rocha jubelte, diskutierte Wologdas Torhüter Polikarp Sidelnikow mit seinen Vorderleuten. "Wir haben sie eingeladen", soll Trainer Mike Borzinsky an der Seitenlinie gesagt haben. "Leider hatten sie ihre eigenen Getränke dabei." Kurz darauf sah Naro-Fominsks Ragip Demirkiran die Gelbe Karte. Es blieb die einzige Verwarnung der Partie, was angesichts der von beiden Seiten mit Nachdruck geführten Zweikämpfe beinahe schon als gesellschaftlicher Fortschritt gelten darf. Wologda lag bei der Zweikampfquote mit 50,9 Prozent knapp vorn, bekam daraus aber bis zur Pause keinen zählbaren Vorteil. Die Gastgeber gingen mit einer verdienten 2:0-Führung in die Kabine. Nach dem Seitenwechsel wurde es turbulent. Dynamo kam mit neuer Entschlossenheit aus der Kabine und verkürzte in der 53. Minute durch Veniamin Podomazki auf 1:2. Innokenti Chomutow lieferte die Vorarbeit, Podomazki hatte zuvor bereits mehrfach den Abschluss gesucht. Für einen kurzen Moment roch es im Stadion nach Comeback - und nach jener unangenehmen Nervosität, die Fußballmannschaften gerne mit "Spannung" beschreiben. Die Antwort der Hausherren folgte allerdings nur eine Minute später. Thomas Graves stellte nach Zuspiel von Gabri Celis den alten Abstand wieder her. 3:1, und Wologdas Aufholjagd bekam den ersten Kratzer. In der 58. Minute musste Carlos Frechaut für den verletzten Joao Rocha ins Spiel kommen. "Wir wollten offensiv bleiben", erklärte Borzinsky. "Das war auch der Plan, als wir noch zwei Tore zurücklagen. Vielleicht war der Plan ein wenig zu offensiv." Ganz geschlagen gab sich Dynamo dennoch nicht. In der 68. Minute traf Santiago Ramos nach Vorlage von Carlos Frechaut zum 2:3. Plötzlich war wieder Leben in der Partie, die Gastgeber standen nicht mehr ganz so souverän und Wologda witterte seine Chance. Doch Gerasim Afinogenow beendete fünf Minuten später sämtliche romantischen Hoffnungen. Nach einem Pass von Celis erzielte der rechte Angreifer das 4:2. Naro-Fominsk verteidigte den Vorsprung anschließend mit viel Einsatz. Ryschkow musste in der 81. Minute verletzt vom Feld und wurde durch Okan Kiskanc ersetzt. Wologda schoss weiter, besonders Podomazki blieb hartnäckig, aber der Anschlusstreffer fiel nicht mehr. "Wir haben vier Tore gemacht und trotzdem nicht jede Minute entspannt verbracht", sagte Trainer Jo Bürklein. "Das ist vielleicht nicht perfekt, aber für die Zuschauer war es vermutlich besser als ein 0:0." Damit dürfte er recht haben. Beim Schlusspfiff stand ein 4:2 auf der Anzeigetafel, und 19.941 Menschen hatten ihr Geld nicht für taktisches Schweigen ausgegeben. Naro-Fominsk feierte einen verdienten Heimsieg - Wologda immerhin zwei Tore und die Erkenntnis, dass offensive Pläne manchmal vor allem dem Gegner helfen. 02.08.2026 21:15 |
Sprücheklopfer
Ich habe ihn nur ganz leicht retuschiert.
Olaf Thon