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Ligue 1 | 26. Spieltag | 06.09.26 | FC Sochaux - FC Nancy 2:4 Die erste Halbzeit war kein fußballerischer Offenbarungseid, aber sie kam ihm stellenweise gefährlich nahe. Beide Mannschaften suchten den Weg nach vorn, ohne dabei den Eindruck zu erwecken, sie hätten es besonders eilig. Sochaux gab insgesamt 15 Torschüsse ab, Nancy 14. Allein: Vor der Pause fand kein Versuch den Weg ins Netz. Emil Barbulescu probierte es für die Gastgeber gleich mehrfach, auch Julien Bachellier tauchte gefährlich auf. Auf der anderen Seite meldeten sich Idan Joffe, Tomasz Preuss und Freddie Barclay zu Wort. Die Torhüter durften dennoch mit dem beruhigenden Gefühl in die Kabine gehen, ihren Arbeitstag bislang eher als verlängerte Aufwärmphase zu betrachten. "Wir hatten den Ball, aber der Ball hatte offenbar andere Pläne", soll Sochaux-Trainer Andre Wolf in der Pause gesagt haben. Es wäre eine treffende Zusammenfassung gewesen. Die Gastgeber besaßen 45,1 Prozent Ballbesitz, Nancy kam auf 54,9 Prozent. Der Unterschied war nicht gewaltig, aber groß genug, um zu zeigen, wer den Abend etwas entschlossener anging. Nach dem Seitenwechsel nahm die Partie plötzlich Fahrt auf - und zwar mit der Eleganz eines Einkaufswagens auf abschüssigem Parkplatz. In der 50. Minute schlug Shefki Pyykkö erstmals zu. Henri Boissieu bereitete den Treffer vor, Nancy führte 1:0. Neun Minuten später war Pyykkö erneut zur Stelle, diesmal nach Vorarbeit von Maurice Blanchard. 2:0 - und die Gastgeber schauten vermutlich noch nach, ob irgendwo eine Wiederholung des ersten Gegentors lief. Dann ging es Schlag auf Schlag. In der 63. Minute erhöhte Freddie Barclay, Idan Joffe lieferte die Vorlage. Nur eine Minute später machte Pyykkö seinen Hattrick perfekt, wieder assistiert von Blanchard. Innerhalb von 14 Minuten hatte Nancy viermal getroffen. "Nach dem zweiten Tor haben wir gemerkt, dass heute etwas möglich ist", erklärte Pyykkö später angeblich mit jener Bescheidenheit, die man von einem dreifachen Torschützen erwartet. "Nach dem vierten haben wir beschlossen, nicht mehr alles zu erklären." Sochaux war allerdings noch nicht bereit, die Veranstaltung vorzeitig zu verlassen. Der 18-jährige Andre Besson verkürzte in der 67. Minute nach Vorlage von Michel Tortosa auf 1:4. Nur eine Minute später traf Elliot Caroll, Claus Breze hatte den Treffer vorbereitet. Aus einem Debakel wurde plötzlich wieder ein Fußballspiel. Die 43500 Zuschauer fanden ihre Stimme zurück, und Nancy musste sich daran erinnern, dass eine komfortable Führung im Fußball ungefähr so zuverlässig ist wie eine Wettervorhersage im April. Trainer Manuel Schaminet hatte Nancy offensiv und mit hoher Aggressivität eingestellt. Pressing war zunächst nicht vorgesehen, stattdessen setzte der Gast auf kontrollierte Angriffe und sichere Abschlüsse. Sochaux erhöhte spät den Einsatz und attackierte in der Schlussphase aktiver, doch die Aufholjagd kam zu spät. "Wir haben nach dem 0:4 Charakter gezeigt", sagte Wolf angeblich. "Leider wäre es schöner gewesen, diesen Charakter schon vorher zu finden." Nancy brachte den Vorsprung über die Zeit. Sochaux hatte gekämpft, Nancy hatte getroffen - und Pyykkö hatte offenbar beschlossen, die Torschützenliste persönlich zu bearbeiten. Für die Gastgeber bleibt die Erkenntnis: 15 Torschüsse sind ordentlich. Vier Gegentore in 14 Minuten eher nicht. 06.09.2026 21:16 |
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Andreas Brehme