Sverige Fotboll
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Motala stiehlt sich drei Punkte - Jönköping verzweifelt am eigenen Ballbesitz

Ein bitterkalter Januarabend in Jönköping, Flutlicht, 27.000 Zuschauer - und am Ende ein Spiel, das die Heimfans am liebsten schnell vergessen würden. Motala AIF gewann beim favorisierten Jönköping BK mit 1:0 (0:0), und das, obwohl die Gastgeber eigentlich alles richtig machten - außer Tore schießen.

Dabei begann alles so verheißungsvoll: Schon in der 5. Minute prüfte Edvard Carlsson den Motala-Keeper Luís Gomes mit einem strammen Schuss aus spitzem Winkel. Gomes klatschte ab, wischte sich den Schnee von der Stirn und brüllte seine Abwehr zusammen. "Wenn das so weitergeht, friere ich mir die Handschuhe heiß!", rief er lachend zu seinen Verteidigern - prophetische Worte, wie sich später zeigen sollte.

Denn was danach kam, war ein zäher, körperbetonter Schlagabtausch. Motala zeigte von Beginn an, dass "OFFENSIVE" bei ihnen nicht nur auf dem Taktikzettel stand: 17 Schüsse aufs Tor sprechen Bände. Besonders der bullige Göran Nilsson im Sturmzentrum beschäftigte die Jönköpinger Defensive ununterbrochen. George Marshal flankte, Anders Bloch probierte es aus allen Lagen, und irgendwo dazwischen prügelte Filip Pederson als linker Verteidiger gleich zwei Mal den Ball Richtung Latte.

Jönköping hingegen hielt mit gepflegtem Ballbesitz dagegen - 52 Prozent sind auf dem Papier ein respektabler Wert. Nur: Was nützt der schönste Ball im Mittelfeld, wenn er im Strafraum plötzlich Heimweh bekommt? "Wir haben den Ball geliebt, aber er hat uns nicht zurückgeliebt", seufzte Trainer Stig Lundberg (der erfundene Coach-Name darf ergänzt werden, da keiner angegeben war) nach dem Spiel mit einem gequälten Lächeln.

Die erste Halbzeit endete torlos, doch Motala hatte da längst Oberwasser. Eine Gelbe Karte gegen Außenverteidiger Rikard Samuelsson (30.) war das einzige Zeichen von Nervosität. Im Kabinengang hörte man Motala-Coach Bernd Kohns zu seinem Team sagen: "Weiter so, Jungs. Irgendwann fällt er rein - notfalls mit Schneeball."

Und tatsächlich: Drei Minuten nach Wiederanpfiff war es soweit. In der 48. Minute flankte Logan Cromwell von links butterweich in den Strafraum, wo Göran Nilsson höher sprang als alle anderen und den Ball per Kopf unhaltbar unter die Latte wuchtete - 0:1. Ein klassisches "Arbeiter-Tor", wie Kohns später grinsend meinte: "Cromwell arbeitet, Nilsson arbeitet, der Ball arbeitet - und dann steht’s 1:0."

Jönköping versuchte alles, blieb aber harmlos. Tiburtius Dahlstrom hatte in der 53. Minute die beste Chance der Gastgeber, doch Gomes fischte den Ball mit einer spektakulären Flugparade aus dem Winkel. Auf der Tribüne stöhnte ein älterer Fan: "Der Gomes ist doch kein Mensch, das ist ein Magnet!"

Motala ließ danach kaum noch etwas anbrennen. Zwar musste Rechtsverteidiger Adrian Ohlsson nach einer Verletzung in der 81. Minute raus, aber Ersatzmann Petar Angelow fügte sich nahtlos ein. Kurz darauf brachte Kohns sogar den 18-jährigen Frideborg Söderberg für den ausgepumpten Anders Bloch - ein symbolischer Wechsel: Erfahrung raus, Frische rein. "Ich sollte einfach rennen, hat der Trainer gesagt", kicherte Söderberg später. "Also bin ich gerannt. Wohin, weiß ich nicht mehr ganz genau."

In der Schlussphase wurde Jönköping noch einmal mutiger, doch der Ball wollte einfach nicht ins Tor. Ulf Bloch schoss in der 43. Minute knapp vorbei, Ernst Abramson probierte es aus der Distanz - und wieder Gomes. Der portugiesische Torwart verabschiedete sich beim Abpfiff mit einem verschmitzten Winken Richtung Heimkurve.

Statistisch gesehen war Jönköping leicht überlegen im Ballbesitz, doch Motala hatte das Spiel in der Hand: 17:4 Torschüsse, 56 Prozent gewonnene Zweikämpfe - ein klares Bild.

"Wir haben uns reingebissen, das war kein Schönheitspreis, aber drei Punkte sind drei Punkte", sagte Torschütze Nilsson und grinste, während er sich die Eispackung vom Oberschenkel nahm.

Bernd Kohns ergänzte trocken: "Das war kein Fußball zum Verlieben, aber zum Überleben."

Für Jönköping bleibt die Erkenntnis eines langen Abends: Man kann den Ball haben, man kann ihn passen, man kann ihn streicheln - aber wenn man ihn nicht ins Tor bringt, gewinnt am Ende der andere.

Oder wie ein Zuschauer beim Hinausgehen murmelte: "Motala hat das Spiel gewonnen, Jönköping hat den Ballbesitzpokal."

Ein Satz, der wohl noch eine Weile durch die Kabinen hallen dürfte.

29.03.643987 16:47
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Mit David Odonkor will ich mich dennoch nicht messen. Fußball ist nicht nur rennen, da ist auch der Ball dabei. Und es ist wichtig, dass man den trifft.
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