Sverige Fotboll
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Motala feiert Torfestival gegen Djurgarden - 4:2 beim Flutlichtspektakel

Wenn 38.905 Zuschauer an einem frostigen Januarabend ins Stadion von Motala AIF strömen, dann ahnt man: Es könnte ein besonderer Abend werden. Und tatsächlich: Das 4:2 gegen Djurgarden FF war kein nüchterner Pflichtsieg, sondern ein Feuerwerk der fußballerischen Laune - garniert mit Emotionen, Chaos in der Coaching-Zone und einem Hauch von Slapstick.

Trainer Bernd Kohns hatte vor dem Anpfiff angekündigt, "endlich mal wieder Tore aus dem Spiel heraus" sehen zu wollen. Seine Mannschaft nahm ihn beim Wort - und wie! Bereits in der 22. Minute eröffnete Bengt Bengtsson das Schützenfest, als er nach Vorlage von Routinier Niels Büttner den Ball humorlos in den Winkel drosch. "Ich hab einfach draufgehauen", grinste Bengtsson später, "und gehofft, dass keiner im Weg steht. Hat geklappt."

Drei Minuten später legte Greger Johnsen nach. Der 24-Jährige verwertete einen präzisen Pass von Rechtsverteidiger Adrian Ohlsson zum 2:0. Djurgarden-Trainer René Miller raufte sich da schon die Haare: "Wir haben gespielt wie in der Eishalle - rutschig, ohne Kanten."

Doch Motala hatte noch nicht genug. In der 31. Minute durfte dann auch Niels Büttner selbst jubeln - und das mit der Wucht eines Mannes, der das Toreschießen offenbar vermisst hatte. Petar Angelow hatte den Ball aus dem Halbfeld auf den rechten Flügel getrieben, Büttner nahm ihn volley - 3:0. "Da hat selbst mein linker Fuß applaudiert", witzelte der 34-Jährige später in der Mixed Zone.

Aber wer glaubte, das Spiel sei entschieden, kannte Djurgarden schlecht. Nur sechs Minuten später keimte Hoffnung auf: Der 19-jährige Harry Satchmore zeigte, warum ganz Stockholm von diesem Teenager spricht. Nach feinem Zusammenspiel mit Linksverteidiger Christian Castiglione traf er zum 3:1. Kaum hatte das Publikum wieder Platz genommen, stand es auch schon 3:2 - Marco Mendicino drückte in der 38. Minute eine flache Hereingabe von August Bruun über die Linie. Binnen 120 Sekunden war aus einem Spaziergang ein Nervenflattern geworden.

In der Halbzeitpause brachte Kohns seine Mannschaft wieder auf Linie. "Ich hab ihnen gesagt: Jungs, das ist kein Kindergeburtstag. Wenn ihr Party wollt, dann in der Kabine nach dem Abpfiff", verriet der Coach mit einem Augenzwinkern.

Die zweite Hälfte begann dann wesentlich kontrollierter. Djurgarden hatte zwar etwas mehr Ballbesitz (51 Prozent), doch Motala blieb zielstrebiger - 13 Torschüsse insgesamt sprechen eine deutliche Sprache. Der entscheidende Schlag fiel in der 69. Minute: Ein blitzsauberer Angriff über das Zentrum, Gunborg Bruhn steckt durch auf Ryan Cromwell, und der Engländer schlenzt den Ball ins lange Eck - 4:2. "Ich dachte, der Torwart taucht ab - tat er auch, aber leider auf die falsche Seite", lachte Cromwell später.

Danach wurde es etwas ruppiger: Gelb für Ohlsson (21.) und Norman (78.) auf Seiten der Hausherren, Halvard Bengtsson (86.) bei den Gästen. Und als Djurgardens Elliot Burton in der 81. Minute verletzt vom Platz musste, war die Luft endgültig raus. Sein Ersatz Miroslav Ilic kam zwar mit ehrgeizigem Gesichtsausdruck, aber ohne Fortune.

Ein Kuriosum am Rande: In der 74. Minute wechselte Kohns gleich dreimal - und offenbar in Verwirrung: Torwart Luis Gomes musste raus, dafür kam… ein linker Mittelfeldspieler namens Sigvard Bloch. "Das war kein Fehler, das war Innovation!", verteidigte sich Kohns lachend. "Wir wollten das Spiel von hinten aufziehen - ganz von hinten." Ersatzkeeper Riley Boyer übernahm übrigens später im Feld, was die Statistikfreunde noch monatelang beschäftigen dürfte.

Als der Schlusspfiff ertönte, feierte das Stadion seine Helden. Büttner, Bengtsson, Johnsen, Cromwell - sie alle hatten sich in die Torschützenliste eingetragen, und das nicht zufällig. Djurgarden kämpfte, biss, rannte - doch Motala war an diesem Abend schlicht effizienter, bissiger, humorvoller.

"Wir haben Fußball gespielt, als würde’s Spaß machen", sagte Kohns zum Abschluss. Und genau so sah es aus. Für Djurgarden-Coach Miller blieb immerhin der Trost, dass seine Mannschaft Moral bewiesen hatte. "Zwei Tore auswärts - das nehmen wir mit. Den Rest vergessen wir besser schnell."

Ein Spiel, das zeigte, dass Statistik nicht alles ist: 48,6 Prozent Ballbesitz, aber 100 Prozent Leidenschaft. Und während die Fans in Motala noch sangen und tanzten, murmelte ein älterer Herr auf der Tribüne: "So spielt man Fußball, wenn man’s nicht lassen kann."

Ein Satz, der an diesem Abend wohl für alle galt - sogar für den Trainer mit dem offensiven Mittelfeldspieler im Tor.

10.04.643987 06:33
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Als ich zuletzt Sergio in Eurosport gesehen habe, dachte ich mir auch nur: Das kann er nicht sein, da muss sich einer maskiert haben.
Rainer Calmund
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