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Monarchs fliegen höher: Maryland schlägt Inter Miami verdient mit 2:0

Es war einer dieser Abende, an denen der Fußball ein wenig so wirkte, als hätte er Humor. 36.000 Zuschauer im Stadion von Maryland sahen am 7. Spieltag der 1. Liga USA eine Partie, die zur Pause noch so torlos war wie ein Kühlschrank ohne Licht - und am Ende doch zwei Treffer brachte. Die Maryland Monarchs besiegten Inter Miami mit 2:0, und das völlig verdient.

Dabei begann alles mit einem Feuerwerk an vergebenen Chancen. Schon in der sechsten Minute prüfte Reece Donovan den Gästetorwart Srdan Jertec, der sich mit einer Parade in die Herzen der mitgereisten Miami-Fans flog. Kurz darauf versuchte es Laurent Bellegarde - und traf einen Verteidiger, der noch in der Luft überlegte, ob er sich dafür bedanken oder beschweren sollte. "Wir hätten schon früh führen müssen", meinte Monarchs-Coach Marcus Dabelstein später trocken. "Aber meine Jungs wollten wohl erst Werbung für Pulsuhren machen."

In der Offensive war Maryland druckvoll, doch Inter Miami hielt mit gepflegtem Ballbesitz dagegen - hauchdünn 50,3 Prozent, um genau zu sein. Aber was nützen Zahlen, wenn vorne kein Tor fällt? Der junge Pekka Österberg (21) versuchte es in der 28. und 37. Minute, jeweils knapp vorbei. "Ich dachte, der Ball würde sich eindrehen", erklärte er nach dem Spiel schulterzuckend, "aber er drehte sich lieber aus."

Nach einer torlosen ersten Halbzeit, in der die Monarchs 13 Mal aufs Tor schossen, kam Bewegung ins Spiel - auch personell. Dabelstein brachte gleich drei Neue: Mathias Sonnenschein, Danilo Argusto und Paul Bauer. Ein Glücksgriff, wie sich herausstellen sollte.

Die 55. Minute: Der eingewechselte Sonnenschein machte seinem Namen alle Ehre. Nach feinem Pass von Jacinto Rueda zog er von links nach innen, schaute kurz - und schlenzte den Ball so sanft ins lange Eck, dass selbst ein Lyriker dafür keine besseren Worte gefunden hätte. 1:0 für Maryland, und das Stadion explodierte vor Freude. "Ich hatte einfach das Gefühl, es ist Zeit", grinste Sonnenschein später. "Und wenn man so heißt wie ich, kann man ja schlecht im Schatten stehen."

Miami versuchte danach, den Rückstand wettzumachen, doch die Monarchs rochen Blut. Laurent Bellegarde hatte bereits mehrere gute Gelegenheiten vergeben - in der 67. Minute klappte es endlich. Nach tollem Zuspiel von Paul Bauer setzte der Franzose zum Schuss an und traf flach ins rechte Eck. 2:0, die Vorentscheidung. Bauer, der später noch Gelb sah, meinte mit einem Augenzwinkern: "Ich wollte eigentlich selbst schießen, aber Laurent hat lauter gerufen."

Die Gäste wirkten danach ideenlos. Trainer Gavin Knipp gestikulierte an der Seitenlinie so wild, dass er zwischenzeitlich mehr Meter machte als seine Flügelspieler. "Wir hatten unsere Momente", sagte Knipp später, "aber Maryland war einfach wacher. Vielleicht lag’s an der Kälte, vielleicht am Jetlag - oder am Ergebnis."

Die Monarchs hingegen spielten das Ergebnis souverän herunter. Selbst als Eduardo Moreno in der 60. Minute Gelb kassierte, blieb die Defensive stabil. Torwart Louis Latham musste nur selten eingreifen, und wenn, dann mit der Ruhe eines Mannes, der weiß, dass heute nichts anbrennen wird.

Am Ende standen 22 Torschüsse der Monarchs gegen acht von Miami - eine Statistik, die mehr sagt als alle taktischen Diagramme. Maryland hatte den Sieg gewollt, erarbeitet und am Ende auch verdient. Der späte Versuch von Diego Barbosa in der 88. Minute landete in den Armen von Latham, der sich danach demonstrativ den Staub von den Handschuhen klopfte.

"Wir haben in der zweiten Halbzeit einfach den Schalter umgelegt", erklärte Dabelstein. "Vorher war’s hübsch, danach war’s effektiv." Eine simple Formel, deren Ergebnis sich sehen lässt: 2:0, das dritte Spiel in Folge ohne Gegentor.

Und Inter Miami? Die mussten die Heimreise mit leerem Punktekonto antreten - aber immerhin mit der Erkenntnis, dass Statistiken manchmal lügen können. Denn trotz leichtem Ballbesitzvorteil blieb der Ertrag mager.

Zum Schluss blieb noch Zeit für einen kleinen Dialog am Spielfeldrand. "Coach, sollen wir auf Zeit spielen?", fragte Verteidiger Lockwood kurz vor Schluss. Dabelstein grinste nur: "Junge, bei 2:0 und 22 Torschüssen - wir haben längst Zeit gewonnen."

So endete ein unterhaltsamer Abend mit einem klaren Sieger, einem sonnigen Joker und einem Trainer, der den Humor nie verliert. Maryland Monarchs - Tabellenobere mit Stil und einem Hauch Ironie.

07.08.643990 10:57
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Das Gegentor fiel zum psychologisch ungünstigsten Zeitpunkt. Aber man muss an dieser Stelle auch einmal die Frage stellen, ob es Gegentore gibt, die zu einem psychologisch günstigen Zeitpunkt fallen.
Christoph Daum
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