Diarios de Futbol
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Monagas SC verliert turbulentes Heimspiel gegen UD San Luis mit 2:3

Ein Abend, der alles hatte: frühe Tore, hitzige Zweikämpfe, Gelb-Rot in der Nachspielzeit - und am Ende enttäuschte Gesichter bei Monagas SC. Vor 55.650 Zuschauern im prall gefüllten Estadio Azul verlor die Mannschaft von Hans Wurst am Donnerstagabend gegen UD San Luis mit 2:3, obwohl sie nach einer furiosen Anfangsphase 2:1 geführt hatte.

Dabei begann alles wie ein südamerikanischer Fußballtraum. Schon nach sieben Minuten durften die mitgereisten Gäste aus San Luis jubeln: Der 20-jährige Nelson Ferron, der aussieht wie ein Schüler, aber spielt wie ein alter Stratege, traf nach einem feinen Steckpass von Daniel Galindo zur frühen Führung. "Ich hab einfach draufgehalten, ehrlich gesagt", grinste Ferron später, "und gehofft, dass der Ball nicht im Nachbarstadion landet."

Doch Monagas reagierte postwendend. Drei Minuten später versenkte Ingo Vaz, der 33-jährige Stürmer mit der Sturmböenfrisur, nach Vorlage von Marcos Gonzalez den Ball zum 1:1. Vier Minuten darauf wiederholte das Duo das Kunststück - Gonzalez spielte, Vaz vollendete. 2:1! Das Stadion bebte, Trainer Hans Wurst riss die Arme hoch und schrie in Richtung Pressetribüne: "Na also, geht doch!"

Monagas spielte in dieser Phase wie entfesselt, 17 Torschüsse im gesamten Spiel sprechen eine deutliche Sprache. UD San Luis hatte zwar nur sechs Abschlüsse, aber dafür die gefährlicheren. Während Monagas sich im Kurzpassspiel versuchte und mit 43 Prozent Ballbesitz oft in den eigenen Reihen kreiste, warteten die Gäste geduldig auf Lücken - und fanden sie.

In der Pause war Hans Wurst noch zufrieden. "Wir führen, wir kontrollieren, was soll da noch schiefgehen?", sagte er laut einem Mikrofon, das zufällig zu nah an der Trainerbank stand. Eine halbe Stunde später wusste er es besser.

Denn in der 49. Minute drehte sich das Spiel. Tiago Pelaez, der rechte Flügelflitzer von San Luis, traf nach Vorlage von Galindo. Ein leichter Aufsetzer, der Torhüter Carlos Quevedo durch die Handschuhe glitt - wohl der Moment, an dem sich die Fußballgötter entschieden hatten, heute San Luis zu mögen.

Und als wäre das nicht genug, kam in der 65. Minute der endgültige Stich: Innenverteidiger José Moutinho, sonst eher für Grätschen als für Glanz zuständig, köpfte nach einer Ecke von Jacob Gady das 3:2 für die Gäste. "Ich wusste gar nicht, dass ich so springen kann", lachte Moutinho später in die Kameras.

Monagas rannte an, Stanislaw Domowtschijski prüfte den Torwart Leif Damgaard gleich fünfmal, Fernando Mocana und Marcos Gonzalez feuerten aus allen Lagen. Doch die Kugel wollte nicht mehr rein. "Wenn Fußball Gerechtigkeit wäre, stünde es 7:3", murrte Trainer Wurst nach dem Spiel. "Aber das ist er halt nicht - sonst wäre ich schon längst Weltmeister."

Die letzten Minuten glichen einem Drama. Erst eine Gelbe Karte für Silvestre Veloso (50.), dann, in der Nachspielzeit, das unvermeidliche Gelb-Rot. Veloso hatte offenbar vergessen, dass Schiedsrichter auch nur Menschen sind, und applaudierte sarkastisch nach einem Foulpfiff. Der Unparteiische verstand den Humor nicht. "Ich wollte ihm danken, dass er mich gesehen hat", rechtfertigte sich Veloso später mit einem Lächeln, das nicht alle glaubten.

UD San Luis verteidigte den Vorsprung clever, fast schon stoisch. Trainer Michael Meyer stand an der Seitenlinie, die Hände in den Taschen, und sah aus, als habe er alles vorhergesehen. "Wir wussten, dass Monagas früh Druck macht", erklärte er nach dem Abpfiff. "Aber wir haben Geduld trainiert - und offenbar war das die richtige Idee."

Nach dem Schlusspfiff saßen einige Spieler von Monagas minutenlang auf dem Rasen, während die Gäste ausgelassen tanzten. Der Applaus der Fans war trotzdem laut - sie hatten ein Spektakel gesehen.

Statistisch gesehen war Monagas die aktivere Mannschaft: mehr Torschüsse (17 zu 6), bessere Zweikampfquote (55 Prozent), mehr Leidenschaft. Aber Fußball misst nun mal nicht nach Einsatz, sondern nach Toren. Und bei denen hatte UD San Luis an diesem Abend einfach das bessere Timing.

"Wir werden uns nicht hängen lassen", versprach Kapitän Noe Couto nach dem Spiel. "Wir haben gezeigt, dass wir spielen können - jetzt müssen wir nur noch treffen, wenn’s zählt."

Ein bitteres Fazit für Monagas SC, das sich in Schönheit verausgabte. UD San Luis dagegen reist mit drei Punkten im Gepäck und dem wohligen Gefühl ab, einen wilden Fußballabend überstanden zu haben.

Vielleicht war es das perfekte Beispiel dafür, wie grausam schön dieser Sport sein kann: Elf Mann rackern, kombinieren, schießen - und gehen trotzdem leer aus. Oder, wie Trainer Hans Wurst es trocken formulierte: "Manchmal ist Fußball wie ein Witz ohne Pointe."

30.06.643987 08:07
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