Noticiero VeneVision
+++ Sportzeitung für Venezuela +++

Monagas SC tanzt Guayana aus - 4:1!

Maturín bebte am Samstagabend, als Monagas SC vor 42.246 Zuschauern CD Guayana mit 4:1 vom Platz fegte. Wer zu spät kam, verpasste gleich zwei Tore - und ein Spektakel, das zwischen jugendlichem Übermut, taktischem Kalkül und einem Schuss südamerikanischer Theatralik pendelte.

Schon nach acht Minuten nahm Michel Antolinez, der flinke Rechtsaußen der Gastgeber, Maß - und traf. "Ich hab einfach draufgehalten, ehrlich gesagt", grinste der 22-Jährige nach Abpfiff. "Guillermo hat mir den Ball perfekt serviert - das war wie ein Geschenk." Der 18-jährige Guillermo Ze Castro, der Vorlagengeber, sollte später selbst noch glänzen.

Und das tat er: In der 22. Minute nutzte der Teenager eine Unachtsamkeit in der Guayana-Abwehr, zog von links nach innen und schob eiskalt ein - 2:0. Trainer Hans Wurst, sonst ein Mann mit eher rustikalem Humor, jubelte wie ein Kind an der Seitenlinie. "Ich hab ihm gesagt, er soll einfach Spaß haben. Jetzt darf er sich was wünschen - aber bitte kein Tattoo!", lachte der Coach später.

Guayana? Die Gäste brauchten eine halbe Stunde, um überhaupt ins Spiel zu finden. Sie hielten den Ball fast genauso oft wie die Hausherren (Ballbesitz: 51 zu 49 Prozent), doch es fehlte an Biss. Trainer Ralf Minge hatte seine Elf auffällig defensiv eingestellt - "balanced", wie die Taktiktafel es nennt, in der Praxis aber eher "zahm". Erst kurz vor der Pause blitzte etwas Hoffnung auf: Der 17-jährige Mateo Domingos - kaum älter als ein Führerscheinbewerber - traf nach Vorlage von Theo Almond in der 42. Minute zum 2:1.

"Da dachte ich, jetzt kippt das Spiel", seufzte Monagas-Kapitän Ernesto Vaz später. "Aber dann haben wir einfach weitergemacht."

Vaz sollte selbst zum Protagonisten werden. In der zweiten Halbzeit kontrollierte Monagas das Geschehen - 15 Schüsse aufs Tor sprechen eine deutliche Sprache, während Guayana mit 7 Versuchen eher harmlos blieb. Zwischenzeitlich wechselte Hans Wurst jugendlich für jugendlich: Ze Castro durfte in der 50. Minute raus, Fernando Mocana kam - und sorgte sofort für Wirbel. Auch der 18-jährige Fernando Hernan bekam eine Pause, Vitor Meireles ersetzte ihn. "Wir haben so viele Fernandos, dass selbst ich durcheinanderkomme", witzelte Wurst.

In der 77. Minute dann die Entscheidung: Ernesto Vaz, der fleißige Mann auf der linken Seite, zog aus 20 Metern ab - und der Ball zappelte im Netz. Das Stadion explodierte, die Ersatzbank von Monagas tanzte Conga. "Ich hab mich einfach getraut", sagte Vaz. "Und Irakli hat das super vorbereitet." Irakli Skworzow, der 20-jährige Vorlagengeber, grinste nur: "Ich wollte eigentlich flanken."

Guayana versuchte in der Schlussphase noch einmal, das Ergebnis zu retten, doch es kam schlimmer. In der 90. Minute setzte Carl Postiga, ebenfalls 20 Jahre jung, mit einem satten Schuss den Schlusspunkt - 4:1. Wieder Skworzow mit der Vorlage, wieder Jubelstürme.

"Wir haben heute gesehen, was passiert, wenn man mutig spielt", fasste Trainer Wurst zusammen. "Und wenn man einfach mal draufhaut." Auf der anderen Seite sparte Minge nicht mit Kritik: "Wir waren zu nett. Fußball ist kein Kaffeekränzchen. Unsere Jungs müssen lernen, dass man auch mal ein Foul ziehen darf."

Selbst die Fans auf der Tribüne hatten Mitleid mit den Gästen. Ein älterer Herr mit blau-gelbem Schal rief nach dem dritten Tor: "Gebt ihnen doch wenigstens einen Freistoß!" - der Schiedsrichter tat ihm den Gefallen.

Statistisch gesehen war es kein Klassenunterschied, aber ein Lehrstück in Effizienz. Monagas nutzte fast jede gute Gelegenheit, während Guayana sich in Schönheit verrannte. 54 Prozent gewonnene Zweikämpfe, 15 Torschüsse - Monagas spielte wie ein Team, das wusste, was es will.

Und so endete ein Abend, der für die Fans von Monagas wohl noch lange in Erinnerung bleiben wird. Der jüngste Stürmer traf, der Kapitän glänzte, der Trainer grinste - und irgendwo in einer dunklen Ecke des Stadions summte jemand die Vereinshymne, leise, aber zufrieden.

Hans Wurst verabschiedete sich mit den Worten: "Jetzt ein Bier und dann wieder Training. Wir sind noch nicht durch - aber heute dürfen wir kurz stolz sein."

Ein bisschen Pathos, ein bisschen Spaß - und drei Punkte. Fußball kann so einfach sein.

04.10.643990 13:22
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Wenn meine Oma ein Bus wäre, dann könnte sie hupen!
Dieter Eilts auf eine Hätte-wenn-und-aber-Frage eines Journalisten
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager