Noticiero VeneVision
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Monagas SC siegt mit Leidenschaft und drei Tassen Chaos gegen UD Tachira

56270 Zuschauer in Maturín bekamen an diesem 20. Spieltag der 1. Liga Venezuela ein Fußballspiel serviert, das irgendwo zwischen Genie und Wahnsinn pendelte. Am Ende jubelte Monagas SC über ein 3:1 gegen UD Tachira - ein Ergebnis, das deutlicher klingt, als es phasenweise war. Trainer Hans Wurst grinste nach Schlusspfiff: "Ich weiß nicht, ob das Kunst oder Zufall war, aber drei Punkte sind drei Punkte."

Schon nach zehn Minuten bebte das Stadion, als Marcos Gonzalez nach Vorlage von Fernando Mocana den Ball trocken ins lange Eck beförderte. "Ich hab einfach draufgehalten, weil ich dachte, der Ball will rein", erklärte Gonzalez später mit einem Schulterzucken, das so nonchalant war wie sein Schuss. Monagas legte los wie ein tropischer Wirbelsturm - offensiv, aggressiv, mit kurzen Pässen durchs Zentrum, genau so, wie es Wurst in seiner Taktiktafel vorgesehen hatte.

Doch Tachira ließ sich nicht lange schocken. In der 22. Minute schlug Curt Bertram zurück. Nach einer Ecke von Vincent Santoy landete der Ball auf seinem Fuß, und mit der Ruhe eines Mannes, der schon schlimmere Abwehrketten gesehen hat, schob er zum Ausgleich ein. "Wir wollten kontern, und plötzlich haben wir aus dem Stand getroffen", staunte Tachiras Coach Peter Silie, der in seiner gewohnt philosophischen Art hinzufügte: "Fußball ist wie ein Mango - manchmal süß, manchmal zu früh gepflückt."

Zur Pause stand es 1:1, und statistisch lag Tachira sogar leicht vorn: 53 Prozent Ballbesitz, acht Torschüsse - keine schlechte Bilanz. Doch Monagas hatte den Willen, und vielleicht auch das Publikum im Rücken. "Die Leute haben uns getragen", meinte Abwehrspieler Bernardo Sainz, der sich in der 19. Minute noch eine Gelbe Karte für ein rustikales Tackling abgeholt hatte. "Ich wollte nur den Ball treffen - der Ball hat sich leider hinter seinem Bein versteckt."

Nach dem Seitenwechsel kippte das Spiel. In der 53. Minute zog Ernesto Vaz von links nach innen und drosch den Ball unter die Latte - 2:1! Die Vorlage kam von Rechtsverteidiger Agemar Martins, der nach eigenem Bekunden "eigentlich flanken wollte, aber der Ball hatte andere Pläne". Das Stadion explodierte, und plötzlich war da dieser Geruch von Vorentscheidung in der Luft.

Trainer Wurst begann nun, die Taktik feinzujustieren. In der 65. Minute kam Jordi Moreno für den Torschützen Vaz, um das Mittelfeld zu stabilisieren. "Ich hab ihm gesagt: Nur nichts Verrücktes machen", so Wurst. Moreno grinste später: "Und was mach ich? Gleich beim ersten Ballkontakt einen Hackenpass. Naja, lief ja gut."

Tachira reagierte mit zwei Wechseln in der 60. Minute, brachte frische Beine in der Abwehr und im Angriff. Doch es half wenig. Monagas blieb giftig, ballsicher und angriffslustig. In der 69. Minute machte Stanislaw Domowtschijski den Deckel drauf. Nach feinem Zuspiel von Gonzalez traf der 31-jährige Routinier eiskalt zum 3:1. "Ich hab gesehen, dass der Torwart zögert - und ich zögere nie, wenn’s um Tore geht", sagte er mit einem Grinsen, das irgendwo zwischen Selbstbewusstsein und Überheblichkeit rangierte.

Tachira versuchte danach, mit Wut im Bauch zu reagieren, stellte auf höheres Pressing um und drückte. Drei späte Torschüsse - unter anderem von Roberto Aganzo in der 92. Minute - landeten entweder in den Händen von Monagas-Keeper Carlos Quevedo oder in der dritten Zuschauerrreihe. Silie seufzte nach Abpfiff: "Wir hatten den Ball, sie hatten die Tore. Manchmal ist das eben der Unterschied zwischen Statistik und Fußball."

Die Zahlen gaben ihm recht: 53 Prozent Ballbesitz für Tachira, aber 14 Torschüsse für Monagas, die in entscheidenden Momenten schlicht die besseren Entscheidungen trafen. "Das war heute ein Sieg des Willens", bilanzierte Wurst. "Und vielleicht auch ein bisschen des Zufalls."

Kurz vor Schluss wurde Tachiras Raul Coelho noch verwarnt, nachdem er Gonzalez umsäbelte. "Ich wollte den Ball, aber der Ball wollte nicht", murmelte er zerknirscht. Der Schiedsrichter sah das anders.

Als der Schlusspfiff ertönte, war die Nacht über Maturín längst hereingebrochen - und Monagas feierte, als hätte man die Liga gewonnen. Drei Tore, drei Punkte, drei Gründe zum Feiern.

Im Presseraum fragte jemand Trainer Wurst, ob er nun vom Titel träume. "Ich träume nur von einem kühlen Bier", antwortete er trocken. Und dann verschwand er, während draußen noch die Fans sangen, als wäre der Himmel selbst blau-weiß.

Ein Abend, der zeigte: Fußball in Venezuela kann wild, wunderschön und ein bisschen verrückt sein - vor allem, wenn Monagas SC spielt.

07.09.643987 15:16
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Kopfball war für mich immer so etwas ähnliches wie Handspiel.
Günter Netzer
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