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Millwall zündet den Löwenkäfig - Falkirk beißt sich die Zähne aus

Es war einer dieser Londoner Abende, an denen der Wind vom Hafen her weht, das Flutlicht flirrt und 52.296 Zuschauer im Stadion den Atem anhalten, weil sie spüren: Hier passiert gleich etwas. Und tatsächlich dauerte es kaum länger als das erste Einatmen - schon zappelte der Ball im Netz. 60 Sekunden waren gespielt, als Alfie Callahan, der 33-jährige Dauerbrenner des FC Millwall, einen butterweichen Pass von Harrison Cabell annahm, sich drehte wie ein Tänzer im Pub und den Ball trocken ins rechte Eck setzte. 1:0, und die Falkirk-Defensive war noch beim Einlaufen in die Partie.

"Ich dachte, der Schiedsrichter pfeift noch den Anstoß an", grinste Callahan später in die Kameras. Trainer Sonny Crocket, gewohnt lässig im offenen Mantel, kommentierte nur trocken: "So wollte ich das. Schnell, direkt, kompromisslos - wie ein guter Espresso."

Falkirk hingegen wirkte in dieser Anfangsphase, als hätte man ihnen den falschen Bus geschickt. Rico Messigs Mannschaft war zwar mutig aufgestellt - offensiv, wie es das Taktikblatt versprach - aber hinten flatterte es gewaltig. In der 25. Minute legte Millwall nach: Wieder ein Angriff über rechts, wieder Cabell als Ideengeber, diesmal auf Tyler Boyle, der mit der Präzision eines Dartprofis ins lange Eck traf. 2:0 - und der Lärmpegel im Stadion kletterte in Regionen, in denen selbst die Tauben auf der Tribüne Schutzhelme gebraucht hätten.

Doch Falkirk wäre nicht Falkirk, wenn sie sich widerstandslos ergeben hätten. Nach einer Verletzung ihres Flügelstürmers Harrison MacMillan (22. Minute, das Publikum spendete höflichen Applaus) kam der 19-jährige Jacob Forbes aufs Feld - und brachte frischen Wind. Plötzlich kombinierte Falkirk, als wäre der Ball ihr bester Freund. In der 37. Minute dann der Lohn: Petar Jelic, bislang in der Partie kaum zu sehen, traf nach einer sehenswerten Einzelaktion zum 2:1. Der Jubel im Gästeblock war laut, aber kurz - Millwall-Fans antworteten mit Gesängen, die man wohlwollend als "intensiv" bezeichnen kann.

Zur Halbzeit wechselte Crocket gleich doppelt: Torwart Cameron Huxley kam für den jungen Catrall, und auf rechts durfte Aaron Marshal für George Clancy ran. "Ich wollte ein Zeichen setzen", sagte Crocket später. "Und ehrlich gesagt - der Kaffee war stark, ich konnte nicht stillsitzen." Der neue Keeper Huxley musste auch gleich ran, als Gerard Devaney und George Ross kurz nach Wiederanpfiff prüften, ob Millwalls Defensive wach war. Sie war es - zumindest meistens.

Die zweite Halbzeit gehörte den Gastgebern in Sachen Ballbesitz (55,9 Prozent) und Torschüssen (16 insgesamt gegenüber acht der Gäste). Falkirk versuchte, mit jugendlicher Energie dagegenzuhalten - Messig brachte in der 73. Minute den 17-jährigen Matthew Fraser für Lewis Fergusson, kurz darauf den gleichaltrigen Daniel MacLean für James Elliot. "Ich wollte sehen, ob wir frisches Blut haben, das nicht so leicht einzuschüchtern ist", erklärte der Coach. Der Plan funktionierte halb: Die Youngster liefen, grätschten, kämpften - aber Millwall blieb Herr im Haus.

In der Schlussphase drängten die Londoner auf das dritte Tor, doch Benjamin Fryer scheiterte gleich dreimal (78., 81., 88.) am glänzend reagierenden Falkirk-Keeper Joel Hamilton. "Ich hätte den Ball einfach anschreien sollen, vielleicht wäre er dann reingegangen", witzelte Fryer nach dem Abpfiff.

Kurz vor Schluss holte sich Millwalls junger Linksverteidiger Samuel Bloomfield noch eine gelbe Karte ab (95.), nachdem er versuchte, den Ball und den Gegner gleichzeitig zu treffen - ein Unterfangen, das in der Regel schiefgeht. "Ich war einfach zu motiviert", sagte er später und grinste so breit, dass man ihm kaum böse sein konnte.

Am Ende blieb es beim 2:1 - ein Ergebnis, das enger klingt, als das Spiel war. Millwall dominierte über weite Strecken, während Falkirk zwar Einsatz und Mut zeigte, aber im letzten Drittel zu zahm blieb. Die Statistik sprach eine klare Sprache: mehr Ballbesitz, mehr Torschüsse, mehr Biss.

Trainer Crocket fasste es zusammen: "Das war Millwall-Fußball. Laut, direkt, manchmal chaotisch, aber immer mit Herz." Kollege Messig nickte anerkennend: "Wenn man hier besteht, kann man überall bestehen - nur leider haben wir heute eben nicht ganz bestanden."

Und so zogen die Löwen aus Millwall mit drei Punkten weiter, während Falkirk die Heimreise mit dem Gefühl antrat, wenigstens nicht gefressen worden zu sein. Ein kleiner Trost - aber manchmal ist Überleben eben auch schon ein Erfolg.

10.06.643990 10:31
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Klaus Allofs
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