Football Today
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Millwall zerlegt Oxford City - Clancy-Festspiele im Londoner Regen

Es gibt Fußballabende, da wünscht man sich als Trainer des unterlegenen Teams einfach, der Bus hätte eine Panne gehabt. Der 4. Spieltag der 1. Liga England bot einen solchen Abend: FC Millwall gegen Oxford City, 51 303 Zuschauer, Flutlicht, ein leichter Nieselregen und am Ende ein 5:0, das sich eher wie ein 8:0 anfühlte.

Schon die ersten Minuten machten klar, wer hier das Sagen hat. Millwall, taktisch laut Trainer Sonny Crocket "defensiv, aber nur, weil wir’s können", presste Oxford in die eigene Hälfte. Der Ballbesitz war zwar fast ausgeglichen (51,7 % zu 48,3 %), doch die Statistik täuscht: 20 Torschüsse für Millwall, ein einziger für Oxford City - und selbst der schien mehr ein Versehen als ein Versuch.

In der 10. Minute eröffnete Noah Clancy die Tore-Gala. Nach einem wuchtigen Antritt über die rechte Seite legte George Clancy (nein, kein Verwandter, aber an diesem Abend fast ebenso treffsicher) den Ball mustergültig zurück. Noah zog trocken ab - 1:0. Trainer Crocket grinste später: "Wir üben das im Training ständig. Meistens klappt’s nicht."

Oxford City-Trainer David Klockzien stand derweil ratlos an der Seitenlinie. "Ich dachte, wir wären gut vorbereitet. Dann kam Millwall", sagte er nach dem Spiel und sah dabei aus, als hätte er gerade einen Orkan ohne Regenschirm überstanden. Seine Mannschaft wirkte wie eingefroren.

In der 35. Minute wiederholte sich das Schauspiel fast identisch: Rechtsverteidiger Bradley Crichton flankte, Noah Clancy bedankte sich mit seinem zweiten Treffer. Halbzeitstand 2:0, die Sache war eigentlich durch. Die Fans sangen schon zur Pause Loblieder auf ihren Mittelfeldmotor - und das in einer Tonlage, die selbst hartgesottene Stadionlautsprecher an ihre Grenzen brachte.

Nach dem Seitenwechsel nahm Millwall den Fuß nicht vom Gas. In der 54. Minute wechselte Crocket doppelt: Alexander Mayhew kam für James Thuringer, Benjamin Fryer ersetzte George Clancy. "Ich wollte frische Beine - und vielleicht ein drittes Tor", grinste der Coach später. Er bekam beides: In der 75. Minute legte Fryer quer, Mayhew zog ab, 3:0. Die Oxford-Abwehr schaute zu, als ob sie Eintritt bezahlt hätte.

Nur vier Minuten später revanchierte sich Fryer selbst. Nach einem Eckball von Louis Fairchild stieg er hoch und köpfte wuchtig zum 4:0 ein. "Ich hatte das Gefühl, der Ball wollte einfach zu mir", sagte Fryer hinterher mit einem Augenzwinkern. "Und wer bin ich, ihm das zu verbieten?"

Oxford City wirkte zu diesem Zeitpunkt wie ein Team, das sich in einer fremden Sportart versucht. Ihr einziger Torschuss - ein halbherziger Versuch von Domenik Lubanski in der 36. Minute - wurde vom Millwall-Keeper Cameron Huxley routiniert gefangen. Danach herrschte Funkstille im Gästesturm.

Das 5:0 in der 88. Minute war dann nur noch die Kirsche auf der Torte: Elliot Lockwood tauchte am linken Strafraumeck auf, bekam den Ball von Mayhew und schlenzte ihn gefühlvoll ins lange Eck. Das Publikum jubelte, einige Oxford-Spieler schauten betreten zu Boden, und Trainer Klockzien kaute an seiner Kapuze. "Ich hab den Jungs gesagt: Kopf hoch. Aber ehrlich - ich hatte selbst Mühe, meiner Anweisung zu folgen", gab er später zu.

Taktisch blieb Millwall über 90 Minuten erstaunlich diszipliniert. Erst zum Schluss, als das Spiel längst entschieden war, stellte Crocket auf "offensiv" um - vermutlich aus purer Lebensfreude. "Wir wollten Spaß haben", erklärte er. "Und wenn man 4:0 führt, darf man das auch mal."

In der Mixed Zone nach dem Spiel herrschte ausgelassene Stimmung. Clancy, der Doppeltorschütze, wurde gefragt, ob er jetzt vom Hattrick träumt. "Ich träume heute nur von einem warmen Bad", lachte er. Mayhew ergänzte: "Wenn wir so weitermachen, brauchen wir bald eine eigene Torprämien-Steuerklasse."

Oxford City dagegen verschwand still in den Katakomben. Ihr Keeper Dylan Madigan, der trotz fünf Gegentoren bester Mann seines Teams war, fasste es trocken zusammen: "Das war Lehrgeld. Leider in Pfund und nicht in Erfahrung."

Am Ende bleibt ein Abend, den Millwall-Fans nicht so schnell vergessen werden. Ein 5:0, das Mut macht, eine Mannschaft, die Spielfreude zeigte, und ein Gegner, der hoffentlich bald wieder aufsteht.

Oder wie Trainer Crocket es formulierte, bevor er in die Kabine verschwand: "Manchmal läuft’s einfach. Heute war so ein Tag. Morgen trainieren wir trotzdem - sicher ist sicher."

16.12.643993 09:02
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Wenn ich den Martin Schneider weiter aufstelle, glauben die Leute am Ende wirklich noch, ich sei schwul.
Friedel Rausch
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