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Millwall zerlegt Nottingham: 5:0 und kein Ende in Sicht

Ein Spiel wie ein Donnerschlag: Der FC Millwall hat am 31. Spieltag der 1. Liga England die Nottingham Magpies mit 5:0 aus dem Stadion geschossen - und das bereits zur Halbzeit. 54.486 Zuschauer im The Den sahen ein Heimteam, das in den ersten 45 Minuten Fußball spielte, als hätte man sie direkt aus einem Videospiel befreit.

Schon in der 6. Minute begann das Unheil für die Gäste. Linksverteidiger Joel Satchmore, sonst eher für rustikale Grätschen als für filigrane Kunst bekannt, drosch den Ball nach einem feinen Zuspiel von Riley Charpentier in den Winkel. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Satchmore später, "aber wenn der Ball so will wie ich, dann soll’s halt ein Tor sein."

Die Magpies hatten da schon mehr Karten als Chancen. Egidius Schermerhorn sah früh Gelb, als er wohl dachte, Millwalls Flügelspieler könne man durch Anlehnen stoppen - tat er aber nicht. Acht Minuten später klingelte es erneut: Daniel Darabont verwandelte eine butterweiche Vorlage von Tyler Boyle zum 2:0 (14.). Boyle, der an gleich drei Toren beteiligt war, wirkte, als hätte er einen eigenen GPS-Chip für den Ball.

In der 19. Minute dann Robert Bancroft - ein Mann, der aussieht, als erwarte er jeden Moment den Feierabendtee - nagelte den Ball zum 3:0 unter die Latte. "Ich wollte zeigen, dass alte Mittelfeldhasen noch zubeißen können", kommentierte Bancroft trocken.

Doch Millwall hatte noch nicht genug. Nach einer halben Stunde kombinierte sich die rechte Seite in Ekstase: Boyle flankte, Christopher Thackeray nahm Maß und vollendete zum 4:0 (30.). Vier Minuten später durfte auch Mittelstürmer Benjamin Fryer jubeln, nachdem Boyle erneut den Assistenten gab. 5:0 nach 34 Minuten - das Stadion tobte, die Magpies blickten in die Flutlichtleere wie Touristen, die den falschen Zug genommen haben.

Trainer Sonny Crocket, in seiner typischen Lederjacke am Spielfeldrand, schmunzelte: "Ich hab den Jungs gesagt, sie sollen Spaß haben. Offenbar haben sie mich wörtlich genommen."

Die Statistiken sprechen Bände: 15 Torschüsse für Millwall, 1 für Nottingham. 54 Prozent Ballbesitz, 58 Prozent gewonnene Zweikämpfe - Zahlen, die zeigen, wie ein Spiel kippt, wenn eine Mannschaft Fußball spielt und die andere nur zusieht.

Nottingham-Trainer Christoffer Reedtz wirkte nach der Partie wie ein Mann, der dringend Urlaub braucht. "Das war nicht unser Tag - oder unsere Woche, oder unser Monat", murmelte er. Immerhin durfte sein Team ab der 61. Minute einmal aufs Tor schießen: Der 17-jährige Rafael Leao versuchte es - der Ball landete jedoch mehr im Gefühl als im Netz der Zuschauertribüne.

Nach der Pause wurde das Spiel ruhiger. Verständlich, Millwall hatte längst auf Schongang geschaltet. Der zweite Durchgang brachte keinen Treffer mehr, aber dafür einiges an Gelb: Satchmore (72.) und Marshal (86.) holten sich Erinnerungsstücke vom Schiedsrichter ab. Bei Nottingham erwischte es Vicente Sa Pint doppelt - Gelb in der 55. und Gelb-Rot in der 84. Minute. Sein Kommentar in der Mixed Zone: "Ich wollte nur den Ball spielen. Leider war der Ball schon weg."

Ein kurzer Schreckmoment für Millwall in der 65. Minute: Innenverteidiger Isaac Hartshorn musste verletzt vom Platz. "Nur eine Zerrung", versicherte Crocket später, "er hat sich wohl beim Jubeln über das fünfte Tor übernommen."

Zur Halbzeit hatte Crocket übrigens dreimal gewechselt - wohl mehr, um die Spieler bei Laune zu halten als aus taktischer Notwendigkeit. "Jeder sollte ein Stück vom Kuchen abbekommen", lachte er.

Die Fans sangen, die Spieler winkten, und irgendwo auf der Tribüne soll ein älterer Herr gemurmelt haben: "So spielt man, wenn man den Kaffee richtig dosiert."

Im Gegensatz dazu verließen die Magpies das Stadion mit hängenden Köpfen. Reedtz versprach Besserung: "Wir haben heute viel gelernt. Zum Beispiel, dass man in London besser früh aufsteht."

Ein 5:0, das keiner so schnell vergisst - nicht wegen der Spannung, sondern wegen der schieren Dominanz. Millwall spielte, als würde jeder Pass zählen, Nottingham verteidigte, als zähle keiner.

Am Ende bleibt die Erkenntnis: Fußball kann grausam ehrlich sein. Und für Millwall-Fans war er an diesem Abend einfach wunderschön.

Oder, wie Torschütze Fryer es zusammenfasste, während er mit einem breiten Grinsen den Spielball unter den Arm klemmte: "Manchmal läuft’s halt - und manchmal läuft’s eben fünfmal."

21.03.643990 12:00
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Das ist eine Deprimierung.
Andreas Möller
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