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Millwall zerlegt Newport - ein Pokalabend wie aus dem Bilderbuch

Wenn ein Spiel 5:0 endet und trotzdem noch das Gefühl bleibt, es hätte auch 8:0 stehen können, dann weiß man: Der Abend gehörte dem FC Millwall. Vor 49.589 Zuschauern im heimischen Stadion fegte die Mannschaft von Trainer Sonny Crocket am Mittwochabend Newport County aus dem Pokal - und zwar mit einer Mischung aus jugendlicher Spielfreude, chirurgischer Präzision und einem Hauch von Übermut.

Dabei begann alles noch harmlos. Newport, trainiert von Daniel Werner, trat mutig an, laut Taktiktafel sogar mit offensiver Grundordnung. "Wir wollten Millwall früh stören", erklärte Werner nach dem Spiel, "aber dann fiel uns auf, dass sie einfach nicht gestört werden wollten." Ein Satz, der sinnbildlich für die 90 Minuten steht. Newport hatte am Ende genau einen Torschuss - in der 90. Minute, aus 25 Metern, halbhoch, harmlos. Torwart Samuel Catrall musste sich immerhin einmal bücken, um den Ball aufzuheben.

Millwall dagegen feuerte aus allen Rohren. 20 Torschüsse, 5 Treffer. Schon in den ersten zehn Minuten prüfte der 18-jährige Marcus Rashford den Newport-Keeper mehrfach - mal knapp vorbei, mal glänzend pariert. Doch der Bann brach in der 34. Minute: Harrison Cabell, quirlig wie ein Koffein-Experiment, zog von rechts nach innen, bekam den Ball von Joseph Lockwood zurück und schlenzte ihn ins lange Eck. 1:0. Das Publikum jubelte, Cabell grinste, und Newport schaute sich gegenseitig fragend an, als hätte jemand die Regeln geändert.

Nur sieben Minuten später revanchierte sich Lockwood - diesmal war er selbst der Vollstrecker. Nach einer flachen Hereingabe von Cabell schob er überlegt zum 2:0 ein (41.). "Wir haben uns gegenseitig die Bälle zugeschoben, als wäre’s ein Trainingskick", lachte Lockwood später. "Nur, dass diesmal 50.000 Leute zugeschaut haben."

Nach der Pause? Newport bemühte sich, die Sache wenigstens erträglich zu gestalten. Zwei Gelbe Karten - Christo Iwanow (17.) und Jaime Jordao (46.) - belegen, dass man es wenigstens mit rustikaler Leidenschaft versuchte. Doch Millwall blieb eiskalt. Die Hausherren, taktisch zwar als "defensiv" eingestuft, spielten mit dem Selbstverständnis einer Offensivmaschine.

Dann kam die Schlussphase, und Newport brach endgültig auseinander. In der 81. Minute flankte Samuel Bloomfield von links, Aaron Marshal rauschte von rechts heran und drosch den Ball unter die Latte - 3:0. Zwei Minuten später durfte auch der junge Rashford jubeln: Cabell legte quer, Rashford vollendete eiskalt. Und kaum hatte das Publikum den Namen noch einmal gesungen, stand es 5:0 - Cabell mit seinem zweiten Treffer, diesmal nach Vorarbeit von Alexander Corey (84.).

Trainer Crocket fasste es trocken zusammen: "Wir wollten kompakt stehen, aber dann sind wir halt fünfmal vorne durchgebrochen. Passiert." Sein Kollege Werner hingegen suchte Trost in der Philosophie: "Manchmal ist der Ball eben rund - und manchmal rollt er nur in eine Richtung."

Was die Zahlen angeht, zeigten sie die ganze Wucht des Abends: 55 Prozent Ballbesitz, knapp 60 Prozent gewonnene Zweikämpfe und zwanzig Abschlüsse. Newport? Ein Schuss, ein Stoßgebet, keine Chance.

Besonders auffällig: die Millwall-Youngster. Rashford (18), Leachman, Badham, Roades - alle unter 20, alle mit unerschütterlichem Selbstvertrauen. "Die Jungs spielen, als hätten sie schon 200 Profispiele", schwärmte Crocket. "Oder als wüssten sie nicht, dass man so etwas eigentlich nicht darf."

Als der Schlusspfiff ertönte, feierten die Fans ihre Mannschaft mit Standing Ovations. Newport verließ das Feld in Schweigen - vermutlich auch, weil sie gar nicht wussten, was sie sagen sollten.

Im Presseraum dann noch ein letzter Lacher: Auf die Frage, ob Cabell nach seinem Doppelpack jetzt Torjägerambitionen habe, antwortete er: "Nein, ich bleibe lieber Vorlagengeber. Tore schießen ist anstrengend."

So blieb es ein Abend, an dem alles passte: das Wetter, das Publikum, das Ergebnis - und eine Millwall-Elf, die Lust auf mehr Pokalnächte machte.

Oder, wie ein älterer Fan auf der Tribüne sagte, während er seinen Schal schwenkte: "Wenn das defensiv ist, will ich gar nicht wissen, wie die spielen, wenn sie mal angreifen."

04.10.643990 02:32
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