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Millwall zerlegt die Eagles: 6:0! Ein Pokalabend mit Lehrbuchcharakter

Manchmal schreibt der Fußball Geschichten, bei denen man sich fragt, ob das Drehbuch nicht ein bisschen zu gemein geraten ist. Die London Eagles empfingen am Freitagabend in der dritten Pokalrunde den FC Millwall - und erlebten vor 4000 Zuschauern im eigenen Stadion einen jener Abende, über die man am besten nie wieder spricht. 0:6 hieß es am Ende, und das war sogar schmeichelhaft.

Schon nach fünf Minuten war klar, dass es ein langer Abend für die Hausherren werden würde. Da stand Millwalls Innenverteidiger John Bancroft plötzlich im gegnerischen Strafraum, als hätte er vergessen, dass er eigentlich Abwehrspieler ist, und versenkte den Ball nach Vorlage von Alexander Corey trocken ins Netz. "Ich wollte eigentlich nur bei der Ecke stören", grinste Bancroft später, "aber wenn der Ball mich so nett findet, sage ich natürlich nicht nein."

Von da an spielten die Gäste wie im Rausch. Millwall, von Trainer Sonny Crocket auf knalloffensives Spiel getrimmt, ließ die Eagles kaum einmal über die Mittellinie kommen. Die Statistik spricht Bände: 16 Torschüsse für Millwall, einer für die Eagles - und der kam in der 17. Minute von Luke Graysmark, der damit immerhin den Torwart Ethan Caviness kurz aus der Lethargie riss. Danach war’s das mit Offensivaktionen der Gastgeber.

In der 24. Minute erhöhte Tyler Boyle nach einem abgefälschten Pass von Louis Fairchild auf 2:0, und nur fünf Minuten später schnürte Bancroft - man glaubt es kaum - als Innenverteidiger seinen Doppelpack. "Wenn der Verteidiger zweimal trifft, weißt du, dass was schiefläuft", murmelte Eagles-Kapitän Finlay Ross kopfschüttelnd beim Pausentee.

Zur Halbzeit stand es 0:3, und die Stimmung auf den Rängen war frostiger als der Januarabend. Ein älterer Fan brachte es auf den Punkt: "Ich bin nur geblieben, weil der Glühwein noch warm war."

Im zweiten Durchgang bot sich das gleiche Bild: Millwall stürmte, London verteidigte - na ja, versuchte es zumindest. In der 63. Minute durfte Alfie Callahan nach feiner Vorarbeit von Riley Charpentier jubeln, drei Minuten später traf Harrison Cabell, ebenfalls nach Vorlage von Fairchild. Die Eagles standen da wie eingefroren, während Millwall die Kugel durch die Reihen laufen ließ, als wäre es ein Trainingsspiel.

Das sechste und letzte Tor fiel in der 89. Minute: Charpentier krönte seine starke Leistung mit einem trockenen Abschluss ins rechte Eck. Vorlage? Natürlich - Bradley Davonport, der kurz zuvor eingewechselt worden war.

Zwischendurch gab’s immerhin ein paar gelbe Karten, damit der Schiedsrichter nicht völlig arbeitslos blieb: Ethan Nicksay und Robin Wirth auf Seiten der Eagles sahen Gelb, ebenso Bancroft und der junge Linksverteidiger Samuel Bloomfield bei Millwall. Und dann war da noch die kuriose Szene in der 19. Minute, als Alexander Mayhew nach seiner Einwechslung verletzt vom Platz musste - ersetzt von Riley Charpentier, der später selbst zum Torschützen avancierte. "So schnell habe ich mich noch nie warmgelaufen", witzelte Charpentier nach dem Spiel.

Trainer Sonny Crocket war nach dem Schlusspfiff sichtlich zufrieden: "Wir wollten zeigen, dass wir auch im Pokal ernst zu nehmen sind. Aber ich sage den Jungs: Sechs Tore sind schön, aber defensiv war’s mir fast zu langweilig."

Auf der anderen Seite suchten die Eagles nach Worten. Ihr Chefcoach - der sich nach dem Spiel lieber nicht zitieren lassen wollte - sprach nur leise davon, "dass man aus so einem Spiel lernen" müsse. Ein Journalist fragte trocken: "Was genau?" - die Antwort blieb im Wind hängen.

Millwall hatte 58,6 Prozent Ballbesitz, gewann fast 60 Prozent der Zweikämpfe und ließ den Gegner nie in die Partie kommen. Die Eagles dagegen wirkten, als hätten sie ihre Taktik "balanced" zu wörtlich genommen - weder Fisch noch Fleisch, weder Angriff noch Verteidigung.

Als die Lichter im Stadion ausgingen, blieb das Gefühl, Zeuge eines Klassenunterschieds geworden zu sein. Ein Team, das Fußball spielte, wie er gedacht ist - und eines, das sich fragte, wo genau der Ball gerade ist.

"Wir werden nächste Woche wieder trainieren", versprach Eagles-Spieler Luke Graysmark tapfer. "Vielleicht fangen wir mit etwas Einfachem an. Pässe über fünf Meter."

Ein Pokalabend zum Abhaken für die London Eagles - und ein Triumphzug für Millwall, der sich sehen lassen kann. Wenn man so weitermacht, wird dieser Pokal noch lange kein Traum, sondern eine reale Bedrohung für jeden Gegner.

Und für die Eagles? Nun ja, immerhin hat niemand den Glühwein verschüttet.

11.07.643987 17:42
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