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Millwall überrollt Falkirk - ein Lehrstück in Effizienz und englischem Humor

Wenn man 44.174 Zuschauer in ein Stadion lockt, dann hofft man als Heimmannschaft auf einen dieser magischen Abende, in denen alles gelingt. Für den FC Falkirk wurde es am Samstagabend eher ein Lehrfilm über britische Kompromisslosigkeit: Der FC Millwall gewann in der Europaliga-Qualifikation mit 5:2 (4:0) - und das Ergebnis schmeichelt den Schotten fast noch.

Schon die ersten Minuten machten klar, dass Millwall-Trainer Sonny Crocket seine Jungs auf Angriff programmiert hatte. "Wir wollten nicht lange fackeln", grinste der Coach später mit einem Gesichtsausdruck, der irgendwo zwischen Witz und Warnung lag. Nach nur 20 Minuten fiel das erste Tor: Daniel Darabont, 23 Jahre jung und mit dem Selbstvertrauen eines Mannes, der noch nie einen schlechten Tag hatte, schlenzte den Ball nach Vorarbeit von Riley Charpentier ins Eck. Nur zwei Minuten später legte Benjamin Fryer nach - 2:0, und die Falkirk-Abwehr schaute sich gegenseitig an, als würde jemand das Drehbuch verwechselt haben.

Bis zur Pause spielte Millwall wie entfesselt. Charpentier selbst traf in der 41. Minute, nachdem er einen verunglückten Klärungsversuch elegant in einen Volleyschuss verwandelte. "Ich wollte eigentlich flanken", gab er später lachend zu, "aber manchmal sagt der Ball einfach: Ich mach das jetzt selbst." Noch vor dem Pausenpfiff erhöhte Christopher Thackeray auf 4:0 - nach einer butterweichen Flanke von Elliot Lockwood. "Da war der Drops gelutscht", meinte Falkirk-Trainer Rico Messig trocken, "aber wir haben immerhin noch versucht, den Geschmack zu verbessern."

In der Kabine muss Messig deutliche Worte gefunden haben, vielleicht auch ein paar, die man nicht drucken darf. Denn nach Wiederanpfiff zeigte Falkirk endlich, dass sie auch Tore schießen können. Petar Jelic, der rechte Flügelstürmer, traf in der 51. Minute nach Vorarbeit von Matthew More - ein Tor, das den Fans wenigstens einen Grund zum Jubeln gab. Und weil Jelic offenbar Geschmack daran gefunden hatte, legte er in der 66. Minute gleich noch einmal nach.

Für einen Moment lag eine leise Hoffnung in der Luft, dass hier vielleicht doch noch etwas geht. Doch Millwall blieb kühl. Daniel Darabont, wieder er, versenkte in der 73. Minute zum 5:2-Endstand. Danach war das Spiel ein Schaulaufen der Gäste, während Falkirk sich redlich mühte, die Defensive nicht völlig aufzulösen.

Statistisch war der Abend eine klare Angelegenheit: 15 Torschüsse der Engländer gegenüber 7 der Schotten, 56 Prozent Ballbesitz für Millwall. Hartshorn und Charpentier kassierten zwar Gelb (in der 57. und 84. Minute), aber das störte den Spielfluss kaum. "Ein bisschen Farbe im Spiel schadet nie", witzelte Charpentier später.

Messig brachte in der 59. Minute gleich drei frische Leute - der 17-jährige Matthew Fraser feierte sein Europadebüt, und Jacob Forbes kam für den ausgepumpten Alois Gabriel. "Ich wollte zeigen, dass wir auch Nachwuchs haben", erklärte der Coach. "Leider hat Millwall das nicht gemerkt."

Auf der Gegenseite gönnte sich Crocket den Luxus, zur Pause gleich drei Stammkräfte vom Feld zu nehmen. "Das war kein Zeichen des Respekts", kommentierte er augenzwinkernd. "Eher des Mitleids."

Taktisch war es ein Duell zweier offensiver Philosophien, aber Millwall spielte die effizientere Variante: stark in den Zweikämpfen (53 Prozent gewonnen), zielstrebig im Abschluss, und mit einer Aggressivität, die Falkirk schlicht überforderte.

Nach dem Spiel applaudierten die Zuschauer trotzdem - für den Einsatz, für Jelic, der nie aufgab, und vielleicht auch ein bisschen für Millwalls Spielfreude. "Man kann verlieren", sagte Falkirks Kapitän Gustav Scharf, "aber nicht ohne gelernt zu haben, dass man nächstes Mal lieber nicht so viel Platz lässt."

Am Ende blieb den Schotten nur Galgenhumor. Ein Fan rief beim Hinausgehen: "Wir wollten doch nur mal sehen, wie fünf Tore aussehen - jetzt wissen wir’s!"

Rico Messig nahm es sportlich: "Wenn man zwei Tore mehr schießt als in der ersten Halbzeit, ist das Fortschritt. Ich bin Optimist."

Und Sonny Crocket? Der lächelte nur und sagte: "Wir haben heute einfach Fußball gespielt." Und genau das war es - einfach, direkt und gnadenlos effektiv.

Ein Abend, an dem Millwall zeigte, dass englischer Pragmatismus manchmal die schönste Form des Spiels ist - zumindest, wenn man ihn nicht am eigenen Strafraum erleben muss.

29.05.643990 21:00
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