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Millwall tanzt den Wood: Kalte Effizienz schlägt heißen Eifer

Es war einer dieser Abende in Boreham Wood, an denen der kleine Klub hoffte, den großen Nachbarn aus London auf dem heimischen Rasen zu ärgern. 40.655 Zuschauer drängten sich im Stadion, der Rasen war feucht, die Luft elektrisch - und am Ende stand ein Ergebnis, das so nüchtern klang wie eine Steuererklärung: Boreham Wood 0, FC Millwall 3. Doch die Zahlen erzählen nur die halbe Geschichte eines Spiels, in dem Leidenschaft und Pragmatismus aufeinanderprallten - und der Pragmatismus diesmal klar gewann.

Trainer Sven Schliffke hatte seine Boreham-Boys offensiv eingestellt. "Wir wollten zeigen, dass wir keine Angst haben", erklärte er später, "aber irgendwann wollten die Jungs dann wohl doch zu viel zeigen." Tatsächlich begann das Spiel mit viel Elan der Gastgeber, die sich in den ersten zwanzig Minuten sogar einige ansehnliche Ballstafetten leisteten. Samuel Davonport prüfte Millwalls Keeper Cameron Huxley in der 24. Minute - der erste und einzige wirklich gefährliche Abschluss der Hausherren in Hälfte eins.

Auf der anderen Seite zeigte Millwall, dass man auch mit angezogener Handbremse elegant gewinnen kann. Die Mannschaft von Sonny Crocket - der Name klingt nach einem Fernsehhelden, und so cool coachte er auch - ließ Boreham Wood laufen. Das 55:45 im Ballbesitz zugunsten der Gäste fühlte sich in Wirklichkeit nach 70:30 an. "Wir wussten, dass sie offensiv kommen würden. Da hilft es, wenn man einfach wartet, bis sie müde werden", grinste Crocket später.

Nach der Pause kippte das Spiel endgültig. Es war die 62. Minute, als Daniel Darabont, Millwalls flinker Linksaußen mit dem Blick für den tödlichen Moment, eine butterweiche Vorlage von Riley Charpentier zum 0:1 versenkte. "Ich hab ihn eigentlich gar nicht richtig getroffen", gestand Darabont lachend, "aber manchmal küsst dich der Fußballgott halt auf den Spann."

Sechs Minuten später durfte auch Bradley Davonport jubeln - nein, kein Verwandter von Borehams Samuel, aber an diesem Abend sein Gegenspieler und Albtraum in einer Person. Nach einem Vorstoß von Linksverteidiger Joel Satchmore zog Davonport aus 18 Metern ab, und der Ball schlug unhaltbar im langen Eck ein. 0:2, und die Stimmung im Stadion sank um zehn Grad.

Boreham reagierte mit einem Wechsel: Benjamin Henderson kam für den gelbbelasteten Carlos Izquierdo. Doch die Umstellung brachte keine Stabilität. Im Gegenteil - Millwall roch Blut. In der 75. Minute machte Joseph Lockwood nach Davonports Vorlage den Deckel drauf. 0:3, und die Gästefans skandierten, als wäre Wembley nicht weit. Lockwood rannte jubelnd zur Eckfahne, ehe er fünf Minuten später verletzt ausgewechselt werden musste. "Ich wollte eigentlich weitermachen", sagte er hinterher, "aber der Muskel hatte eine andere Meinung."

Boreham Woods Keeper Rhys Boyle verhinderte Schlimmeres. Ohne seine Paraden wäre das Ergebnis wohl zweistellig geworden - 15 Torschüsse zählte Millwall insgesamt. Boyle selbst meinte trocken: "Ich hatte heute genug zu tun, um meine Fangquote für die nächsten zwei Wochen zu decken."

In der Schlussphase blieben die Gastgeber bemüht, aber harmlos. Samuel Harringtons Schuss in der 88. Minute war mehr Verzweiflung als Gefahr. Die Gelben Karten für Lineback und Izquierdo zeugten immerhin davon, dass man sich nicht kampflos ergab.

Und Millwall? Die zogen ihr Ding durch, ohne je hektisch zu wirken. Selbst die Gelbe Karte für Abwehrchef Isaac Hartshorn in der 90. Minute konnte Sonny Crocket nicht aus der Ruhe bringen. "Der Isaac wollte nur, dass ich ihn noch erwähne", witzelte der Coach auf der Pressekonferenz.

Statistisch war alles klar: 56 Prozent Ballbesitz, 15 Abschlüsse, drei Tore. Boreham Wood kam auf vier Schüsse - und eine Menge Frust. Coach Schliffke nahm es sportlich: "Manchmal ist Fußball wie ein Date, bei dem du alles gibst und trotzdem allein nach Hause gehst."

Am Ende blieb den Heimfans immerhin der Trost, dass ihre Mannschaft mutig spielte - und dass sie einen Gegner sahen, der zeigte, wie Effizienz aussieht. Millwall war eiskalt, clever und routiniert.

Oder, um es mit den Worten von Daniel Darabont zu sagen: "Wir wollten nur das Nötigste tun. Schön, dass das Nötigste heute drei Tore waren."

Ein Abend also, an dem Boreham Wood alles gab - und Millwall zeigte, dass weniger manchmal mehr ist.

11.07.643987 17:45
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