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Millwall siegt glanzlos, Tiverton hadert - ein Abend zwischen Wucht und Wacklern

39223 Zuschauer hatten sich am frostigen Montagabend im Tiverton-Stadion eingefunden - und sie bekamen ein Spiel zu sehen, das mehr Kampf als Klasse bot. Am Ende gewann der FC Millwall verdient, aber glanzlos, mit 1:0 bei einem Tiverton Town, das mutig begann, dann aber an der eigenen Harmlosigkeit zerbrach.

Das Tor des Tages fiel in der 19. Minute: Joseph Lockwood, 22 Jahre jung und offenbar mit einem Radar im Stiefel, traf nach schöner Vorarbeit von Riley Charpentier. Der Pass kam flach durch die Mitte, Lockwood nahm den Ball mit der ersten Berührung mit, zog mit der zweiten ab - und schon zappelte das Leder im Netz. Tivertons Keeper Miguel Tiago flog zwar spektakulär, aber eben ins Leere. Millwall-Coach Sonny Crocket grinste danach: "Genau so haben wir das trainiert - naja, fast."

Die Hausherren suchten nach einer Antwort und fanden immerhin den Mut, nach vorn zu spielen. Henry Willoughby hatte gleich zwei gute Gelegenheiten (1. und 20. Minute), scheiterte jedoch an Millwalls Keeper Cameron Huxley, der an diesem Abend so sicher stand wie ein Tresor im Museum. Trainer Andi Lipa winkte nach dem Spiel ab: "Wir hatten mehr Ballbesitz, schön und gut. Aber Ballbesitz gewinnt keine Spiele - Tore schon." Tatsächlich lag Tiverton mit 52 Prozent leicht vorn beim Ballbesitz, aber eben hinten auf der Anzeigetafel.

Millwall dominierte die Chancenstatistik mit 18 Torschüssen - ein Wert, der viel über den Spielverlauf sagt. Besonders auffällig: Alfie Callahan, der 32-jährige Sturmtank, prüfte Tiago gleich viermal in der ersten halben Stunde. "Ich hätte gern einen gemacht", meinte er hinterher mit einem Schulterzucken. "Aber der Torwart war heute auf Koffein."

Tiverton Town dagegen kam nur auf sieben Abschlüsse, meist aus der Distanz. Ellis Dewey, gerade mal 17, sorgte in der 28. Minute für den lautesten Moment des Heimpublikums, als sein Schuss knapp am Pfosten vorbeizischte. In der Fankurve hörte man ein kollektives "Ohhh!", gefolgt von dem resignierten "Na klar", das man in Tiverton inzwischen kennt.

Kurz vor der Pause wurde es hitzig: Filipe Sousa sah Gelb, nachdem er Millwalls Fryer mit einem beherzten Grätschen stoppte, das so viel Ballkontakt hatte wie ein Einkaufswagen mit dem Zielnetz. Referee McAllister griff sofort in die Tasche. Auf der Gegenseite ließ sich Millwalls Abwehrchef John Bancroft später nicht lumpen - erst Gelb in der 59., dann Gelb-Rot in der 77. Minute. "Ich hab nur laut geatmet", verteidigte er sich, doch der Schiri blieb ungerührt.

In Unterzahl zog Millwall die berühmte englische Mauer auf. Trainer Crocket brüllte von der Seitenlinie: "Zehn Mann, zehn Herzen!" - worauf Charpentier trocken zurückrief: "Und ein müdes Bein!" Trotzdem hielt die Defensive stand. Tivertons Stürmer Cesar Meireles und der quirlige Szoboszlai versuchten es noch mit Distanzschüssen (63. und 64.), doch der Ball wollte nicht rein.

In der Nachspielzeit (90.) hatte Lockwood sogar noch die Chance auf das 2:0, doch sein Versuch rauschte haarscharf vorbei. Danach pfiff der Schiedsrichter ab, und Millwall konnte endlich durchatmen.

Statistisch war es ein klassisches "Millwall-Ding": weniger Ballbesitz, mehr Biss, mehr Tore. Die Tacklingquote von 54 Prozent sprach für das kämpferische Naturell der Gäste, die selbst in Unterzahl kompromisslos blieben. Tiverton dagegen spielte gefällig, aber ohne Tiefe. Trainer Lipa fasste es selbstironisch zusammen: "Wir haben schöne Pässe gespielt. Leider alle dahin, wo kein Spieler stand."

Für die jungen Tiverton-Spieler war es dennoch ein Lehrabend. Der 18-jährige Meireles zeigte Tempo, Dewey Übersicht - und Keeper Tiago bewahrte sein Team mehrfach vor Schlimmerem. Die Fans verabschiedeten die Mannschaft mit Applaus, wohl auch aus Mitleid.

Millwall nimmt die drei Punkte mit nach London und darf weiter vom oberen Tabellendrittel träumen. "Ein Arbeitssieg", sagte Coach Crocket, "aber manchmal sind die schmutzigen Siege die schönsten." Und während die Tiverton-Spieler noch die Köpfe hängen ließen, rief ein Fan aus Reihe 12: "Kopf hoch, Jungs! Beim nächsten Mal schießt ihr aufs richtige Tor!"

Ein bitterer, aber lehrreicher Abend für Tiverton Town - und ein weiterer Beweis, dass Millwall auch ohne Glanz gewinnen kann. Fußball ist eben manchmal kein Schönheitspreis, sondern Handwerk mit Schweiß.

14.11.643987 15:22
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Verstärken können die sich, aber nicht auf der rechten Seite. Da bin ich. Ich komme selber aussem Pott. Mein Vater war auf der Hütte. Wenn ich wieder fit bin, zeig ich denen, wat malochen heißt.
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