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Millwall siegt glanzlos - Mayhew trifft, Reds verpassen den Weckruf

London - Es war einer dieser Abende an der The Den, an denen 58.716 Zuschauer gleichzeitig gähnen und jubeln konnten. Der FC Millwall gewann sein Heimspiel am 18. Spieltag der 1. Liga England gegen die Margate Reds mit 1:0 - ein Ergebnis, das nüchtern betrachtet verdient war, aber emotional kaum über Zimmerlautstärke hinauskam.

Das Tor des Abends fiel bereits in der 19. Minute, als Alexander Mayhew nach feinem Zuspiel seines Namensvetters Alexander Corey den Ball trocken in die rechte Ecke setzte. "Ich habe einfach draufgehauen, ehrlich gesagt", grinste Mayhew nach dem Spiel, "so viele Chancen hatten wir ja, irgendwann musste einer rein." Tatsächlich war das understatement pur: 22 Torschüsse feuerten die Löwen ab, während Margate gerade einmal zweimal den Weg aufs Tor fand.

Trainer Sonny Crocket, mit Sonnenbrille und Lederjacke selbst im Januar eine Erscheinung, kommentierte das Geschehen mit der Gelassenheit eines Mannes, der weiß, dass ein 1:0 auch drei Punkte bringt: "Wir haben das kontrolliert. Vielleicht zu sehr. Manchmal sah das aus wie Powernap mit Ballbesitz." Für Statistiker: 56,5 Prozent Ballbesitz, 59 Prozent gewonnene Zweikämpfe, und ein Gegner, der in der zweiten Halbzeit mehr mit dem eigenen Strafraum als mit dem Ball zu tun hatte.

Dabei begann Margate gar nicht so schlecht. Schon nach zwei Minuten prüfte Brandon Ashton Millwalls Keeper Ethan Caviness mit einem beherzten Schuss, der aber ebenso harmlos blieb wie die anschließenden Offensivbemühungen. Danach übernahmen die Hausherren das Kommando. Mayhew und Clancy kurbelten im Mittelfeld, Callahan und Boyle rochierten an vorderster Front - und trotzdem fehlte oft der letzte Punch.

"Wir haben uns gefühlt 80 Prozent des Spiels in deren Hälfte aufgehalten", seufzte Flügelspieler Elliot Lockwood, der sich in der 71. Minute für eine etwas rustikale Grätsche die Gelbe Karte abholte. "Aber wenn du vorne alles reinballerst und nichts reingeht, fängst du irgendwann an, mit dir selbst zu diskutieren."

Kurz vor der Pause dann der Schreckmoment: Torschütze Mayhew blieb nach einem Zweikampf liegen, musste behandelt und schließlich ausgewechselt werden. "Er hat sich das Knie verdreht - nichts Wildes, hoffe ich", so Crocket, "aber zur Sicherheit kam Thackeray rein." Der Ersatzmann fügte sich solide ein, während Margate mit gleich drei Wechseln zur Pause offenbar versuchte, die Uhr zurückzudrehen. Trainer Ata Lameck brachte frische 18-Jährige - Edwards, Smith und Carlsson - doch der jugendliche Elan blieb mehr Idee als Wirkung.

Die zweite Halbzeit verlief, höflich gesagt, ereignisarm. Millwall kombinierte, Margate verteidigte, das Publikum diskutierte über den neuen Stadionkaffee. Nur einmal, in der 50. Minute, blitzte Gefahr auf, als Margates Isländer Gardar Kristinsson plötzlich allein vor Caviness auftauchte - der Keeper parierte glänzend. Danach: Millwall, Millwall, Millwall. Callahan prüfte den jungen Smith im Tor der Reds gleich mehrfach (62., 63., 87. Minute), doch der Debütant hielt tapfer.

In der 82. Minute sah Margates Innenverteidiger Pietro Nocera Gelb, weil er Lockwood am Trikot festhielt - ein Foul, das wohl eher aus Verzweiflung denn Bosheit entstand. "Ich wollte ihn nur bremsen", sagte Nocera nach Abpfiff schmunzelnd, "aber er ist einfach zu schnell. Oder ich zu spät."

Am Ende blieb es beim 1:0, einem Ergebnis, das Millwall wieder näher an die Spitzengruppe bringt und Margate weiter im Tabellenkeller festhält. Lameck zeigte sich dennoch kämpferisch: "Wir sind jung, wir lernen. Heute haben wir wenigstens den Bus zurück nach Margate nicht verpasst."

Crocket hingegen zog eine Bilanz, die zwischen Selbstkritik und Zufriedenheit pendelte: "Schön, wenn man gewinnt, ohne zu glänzen. Aber das nächste Mal darf’s ruhig ein bisschen mehr Feuerwerk sein - meinetwegen auch im Regen."

Und so verließen die Zuschauer das Stadion mit einem zufriedenen Nicken und dem Gefühl, eine solide Pflichtaufgabe gesehen zu haben. Kein Spektakel, kein Drama - aber drei Punkte für Millwall. Manchmal reicht das, um einen Abend in London zu retten.

Schlussfolgerung? Wer 22-mal aufs Tor schießt und nur einmal trifft, braucht keine neuen Stürmer, sondern vielleicht einen Glücksbringer. Oder, wie es Sonny Crocket trocken formulierte: "Wir nehmen den Sieg. Schönheitspreise verteilen sie erst ab Mai."

15.08.643987 11:18
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Natürlich haben die beiden nicht mehr gezeigt als zu sehen war.
Erich Ribbeck
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