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Millwall schockt die Reds - ein Abend voller Offensivdrang und britischem Humor

Es war ein eiskalter Januarabend an der The Den, doch der FC Millwall ließ die 50.484 Zuschauer mit einem Feuerwerk aus Leidenschaft und Toren auf Temperatur kommen. 4:2 hieß es am Ende gegen die favorisierten Liverpool Reds - ein Ergebnis, das selbst die Pints im Pub gegenüber zum Überschäumen brachte. Trainer Sonny Crocket grinste nach dem Schlusspfiff nur: "Wir wollten offensiv spielen - und das ist wohl gelungen. Meine Jungs haben heute eher wie Löwen gebrüllt als wie Lämmer gebettelt."

Schon nach vier Minuten bebte die Tribüne. Elliot Lockwood, dieser unermüdliche Linksaußen, zog nach Pass von Christopher Thackeray aus halblinker Position ab - und der Ball schlug wie ein Silvesterkracher im langen Eck ein. 1:0 für Millwall! Die Fans sangen, die Bierbecher flogen, und selbst Crocket klatschte verhalten, als wolle er sagen: "Das war erst der Anfang."

Liverpool schien kurz geschockt, doch ein Team, das von Kurt Kaiser trainiert wird, gibt sich nicht so leicht geschlagen. In der 17. Minute war es Alessandro Marcedusa, der nach schöner Flanke von Pedro Meireles die Kugel wuchtig zum Ausgleich ins Netz drückte. Kaiser kommentierte später trocken: "Da haben wir kurz so gespielt, wie ich es mir das ganze Spiel über gewünscht hätte." Seine Miene verriet allerdings, dass dieser Wunsch nicht in Erfüllung gehen sollte.

Denn Millwall ließ sich von der feinen Ballbesitzquote der Reds (51,5 Prozent) nicht beeindrucken. Stattdessen kämpften sie mit Aggressivität und Herzblut. Riley Charpentier rannte, grätschte und gestikulierte, als ginge es um den Klassenerhalt. "Ich liebe dieses Chaos", lachte er nach dem Spiel, "manchmal muss man einfach den Ball spüren - oder den Gegner."

Kurz vor der Pause waren die Hausherren wieder zur Stelle. In der 45. Minute brachte Tyler Boyle den Ball mit Übersicht in den Strafraum, Benjamin Fryer nahm ihn volley - 2:1! Der Jubel war ohrenbetäubend, die Fans sangen von Europa, und Crocket gestand später: "Ich wollte Fryer eigentlich schon auswechseln. Gut, dass ich’s nicht getan habe. Vielleicht sollte ich öfter zögern."

Nach dem Seitenwechsel versuchte Liverpool, das Spiel zu kontrollieren. Doch Millwall blieb bissig - im wahrsten Sinne des Wortes. Louis Fairchild, normalerweise eher der Mann fürs Grobe, stieg in der 55. Minute nach einer Ecke am höchsten und köpfte das 3:1. Wieder war Thackeray der Assistgeber, wieder jubelte halb London. Fairchild grinste in die Kameras: "Ich bin Verteidiger, ja - aber Tore zählen für alle, oder?"

Dann wurde es kurz unruhig. Jorge Salinas sah Gelb (58.), und kaum hatte der Schiedsrichter den Karton wieder eingesteckt, wechselte Kaiser gleich doppelt. Ein neuer Torwart, ein junger Rechtsverteidiger - man spürte, dass Liverpool nun auf Schadensbegrenzung hoffte. Doch Marcedusa hatte anderes im Sinn: In der 66. Minute traf er nach Vorlage von Heikki Tihinen zum 3:2. Der Mann war an diesem Abend der einzige Lichtblick im roten Trikot. "Wir waren nie richtig im Spiel", knurrte Kaiser später, "und Millwall war einfach - nun ja - Millwall."

Doch wer dachte, jetzt würden die Reds das Ruder herumreißen, irrte gewaltig. Nur vier Minuten später, in der 70. Minute, schlug Bradley Crichton - ein Rechtsverteidiger, wohlgemerkt - mit einem trockenen Flachschuss zum 4:2 zu. Vorlage: wieder Tyler Boyle. Die Bank tobte, Crocket tanzte an der Seitenlinie, und aus der Sprecherkabine hallte es: "Bradley Crichton - remember the name!"

Liverpool versuchte es verzweifelt, kam noch zu ein, zwei Chancen, doch Millwall hielt stand. Die Löwen verteidigten mit Zähnen, Klauen und einem Torwart, der nicht nur Bälle, sondern auch Zeit festhielt. Der junge Ersatzkeeper der Reds, Christopher Perlman, durfte nach 60 Minuten noch ein paar Paraden zeigen, konnte die Niederlage aber nicht verhindern.

Zwei Gelbe Karten, vier Tore, 15 Torschüsse für Millwall, 13 für Liverpool - die Statistik erzählt eine Geschichte von Kampf auf Augenhöhe, das Ergebnis aber von Entschlossenheit. "Die Jungs haben heute gezeigt, dass Herzblut manchmal mehr wert ist als Ballbesitz", bilanzierte Crocket. Und sein Gegenüber Kaiser fügte sarkastisch hinzu: "Vielleicht sollten wir auch mal ohne Pressing spielen - scheint ja zu funktionieren."

Am Ende blieb das Publikum noch lange im Stadion, sang und feierte. Millwall hatte nicht nur ein Spiel gewonnen, sondern ein Statement abgegeben: Laut, leidenschaftlich, ungehobelt - ganz so, wie man es an der The Den liebt.

Oder wie es ein älterer Fan beim Hinausgehen formulierte: "Liverpool mag die Musik erfunden haben, aber Millwall hat heute den Taktstock geführt."

30.06.643987 07:35
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