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Millwall ringt Southampton nieder - Darabont trifft, Crocket tanzt

Ein kalter Januarabend, Flutlicht, 46.937 Zuschauer an der The Den - und ein Spiel, das eher nach Ziegelstein als nach Zuckerwatte schmeckte. FC Millwall schlägt den FC Southampton mit 1:0, dank eines Tores von Daniel Darabont in der 67. Minute. Kein Fußballfest, aber ein Arbeitssieg, wie ihn Trainer Sonny Crocket wohl heimlich liebt: "Ich hab den Jungs gesagt, wir brauchen kein Feuerwerk - nur Funkenflug im richtigen Moment", grinste der Coach nach Schlusspfiff.

Die Partie begann mit einer Portion Nervosität. Southampton, von Michael Böning offensiv ausgerichtet, legte los wie ein Staubsauger auf Koffein: Liam Allington prüfte nach drei Minuten Millwalls Keeper Ethan Caviness aus der Distanz, kurz darauf zog Jan Ovesen ab - beide Male blieb der Torwart die Ruhe selbst. "Ich hab die Hände noch warm vom Aufwärmen gehabt", witzelte Caviness später, "danach wurde’s ja ruhiger."

Millwall kämpfte sich nach zehn Minuten in die Partie, ohne zunächst zu glänzen. Robert Bancroft versuchte es aus der zweiten Reihe, Noah Clancy drosch den Ball in der 12. Minute knapp über den Querbalken. Das Spiel war zu diesem Zeitpunkt kein Leckerbissen, eher ein rustikales Sandwich: hart in der Kruste, zäh im Biss. Southampton verteidigte mit langen Bällen und einer ordentlichen Portion Risikofreude, was schon in der 27. Minute eine Gelbe Karte für Innenverteidiger Kai Peter einbrachte - ein rustikaler Einstieg gegen Darabont, von dem man später noch hören sollte.

Kurz vor der Pause dann Aufregung auf der Millwall-Bank: Abwehrchef Isaac Hartshorn, bereits gelbverwarnt, wurde zur Sicherheit durch den jungen John Bancroft ersetzt. "Isaac hat mir beim Rausgehen zugerufen, ich solle ihm den Helm leihen - da wusste ich, es war Zeit für den Wechsel", schilderte Crocket schmunzelnd. Mit 0:0 ging es in die Kabinen, begleitet von einem gellenden Pfeifkonzert der Heimfans, die offenbar mehr als Statistiken sehen wollten.

Nach Wiederanpfiff kam Millwall mit mehr Mut und einer Brise Aggressivität aus der Pause. Southampton blieb zwar offensiv, doch die Hausherren übernahmen zunehmend die Kontrolle - am Ende wiesen sie 59 Prozent Ballbesitz und 14 Torschüsse auf. Besonders auffällig: Noah Clancy, der auf der rechten Seite ackerte, flankte, sprintete und in der 67. Minute schließlich den entscheidenden Pass spielte. Ein schneller Doppelpass mit Darabont, eine Drehung, ein Schuss - und plötzlich bebte The Den. 1:0.

"Ich hab einfach draufgehalten", sagte Darabont nach dem Spiel mit einem Grinsen, das die Flutlichtmasten zum Wackeln brachte. "Noah meinte später, das war eine einstudierte Variante. Ich sag: eher göttliche Fügung." Crocket dagegen sah es analytischer: "Das war kein Zufall. Wir trainieren genau solche Momente - Chaos mit Plan."

Southampton reagierte mit wütenden Angriffen, Böning brachte frisches Blut: Kai Whitman kam für den wackligen Charles Bail, später folgten Sebastiano Carlucci und der 19-jährige Riley Stanton, der in der Nachspielzeit noch zwei Mal gefährlich abschloss. Doch weder Stantons Schuss in der 95. Minute noch Allingtons Versuch kurz darauf fanden den Weg ins Tor. "Wir haben nicht verloren, weil wir schlecht waren, sondern weil Millwall den einen Moment besser genutzt hat", fasste Böning zusammen - um dann, halb lachend, halb genervt, hinzuzufügen: "Und weil wir das Tor halt nicht treffen."

Millwall rettete den knappen Vorsprung mit vollem Einsatz über die Zeit. In der 90. Minute stand sogar Trainer Crocket an der Seitenlinie mit erhobenen Fäusten, als wollte er selbst noch in den Zweikampf gehen. "Ich hab Pressing gerufen, die Jungs haben’s als Kriegserklärung verstanden", gab er später zu. Die Zuschauer liebten es - zum Abpfiff feierten sie die Mannschaft, als hätte sie die Champions League gewonnen.

In den Statistiken liest sich das Spiel nüchterner: 14:10 Schüsse, 59 Prozent Ballbesitz für Millwall, zwei Gelbe Karten, kein Platzverweis. Doch die Emotionen waren alles andere als nüchtern. Darabont wurde zum Helden, Clancy zum Vorbereiter und Caviness zum stillen Rückhalt. "Ein bisschen Glück gehört dazu", meinte der Keeper. "Aber wer so rennt, darf auch mal belohnt werden."

Ein Arbeitssieg also, hart erkämpft, ehrlich verdient. Southampton wirkte engagiert, aber ideenlos, Millwall pragmatisch, aber effektiv. Und am Ende stand wieder dieser typische Satz aus der Crocket-Schule: "Schön spielen können andere. Wir gewinnen lieber."

Ein Abend, der zeigt: Fußball ist manchmal keine Kunst - sondern Handwerk mit Herz, Schweiß und einem Tor, das reicht, um eine ganze Stadt tanzen zu lassen.

03.05.643987 09:57
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Wir waren alle vorher überzeugt davon, dass wir das Spiel gewinnen. So war auch das Auftreten meiner Mannschaft, zumindest in den ersten zweieinhalb Minuten.
Peter Neururer
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