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Millwall müht sich zum 1:0 - Davonport trifft, Tiverton hadert

Ein Abend an der The Den, 44.513 Zuschauer, Flutlicht, feuchte Luft, der Geruch von frittierten Pasteten - und ein Spiel, das man wohlwollend als "arbeitssiegig" bezeichnen darf. Der FC Millwall besiegt Tiverton Town am 8. Spieltag der 1. Liga England mit 1:0 (1:0). Mehr Tore fielen nicht, aber dafür einiges an Gesprächsstoff.

Der entscheidende Moment kam früh, in der 21. Minute. Bradley Davonport, sonst eher der Mann für die Flanken aus dem Halbfeld, schlich sich diesmal selbst in den Strafraum. Nach einem schnellen Pass von Noah Clancy nahm er den Ball direkt - zack, flach ins rechte Eck. Tivertons Torhüter Miguel Tiago sah den Ball erst, als er schon wieder aus dem Netz rollte. Davonport rannte zur Kurve, riss die Arme hoch und grinste später: "Ich hab einfach mal draufgehalten. Normalerweise fliegt der irgendwo hin, heute halt ins Tor."

Danach wurde vor allem gerannt, gerackert und gemeckert. Millwall hatte 52 Prozent Ballbesitz, sechs Torschüsse und das etwas reifere Auftreten. Tiverton Town tat, was sie konnten: hinten dicht, vorn hoffen. Trainer Andi Lipa gestikulierte an der Seitenlinie wie ein Mann, der gleichzeitig Schiedsrichter, Linienrichter und Wettergott korrigieren wollte. "Wir waren gut organisiert", sagte er nach dem Spiel mit einem Tonfall, der "aber es hat trotzdem nix gebracht" mitschwingen ließ.

In der 13. Minute hatte Millwalls Linksverteidiger Joel Satchmore die erste Gelegenheit - ein satter Schuss von der Strafraumkante, aber Tiago war auf dem Posten. Kurz darauf probierte es Robert Bancroft aus der Distanz, der Ball rauschte knapp vorbei. Der Treffer Davonports war dann folgerichtig, auch wenn er die einzige echte Torchance blieb, die den Weg ins Netz fand.

Tiverton verlor früh einen wichtigen Mann: In der 41. Minute verletzte sich Callum Barrymore bei einem Zweikampf und musste raus. Für ihn kam Jay Hannigan, der sofort mit einem rustikalen Einsteigen auf sich aufmerksam machte. "Ich wollte gleich zeigen, dass ich da bin", sagte Hannigan später - und grinste, als man ihn daran erinnerte, dass seine erste Aktion beinahe eine Gelbe Karte war.

Apropos Karten: Tivertons Rechtsverteidiger Josef Malgin sah bereits in der 16. Minute Gelb, weil er Bradley Davonport an der Außenlinie etwas zu deutlich stoppte. "Der Junge ist schnell", rechtfertigte sich Malgin, "ich musste was tun." Der Schiedsrichter nickte Verständnis heuchelnd - und zog Gelb.

Die zweite Halbzeit begann, wie die erste aufgehört hatte: Millwall kontrollierte, Tiverton konterte ab und zu, aber meist ohne Durchschlagskraft. Der eingewechselte Harrison Cabell probierte es nach 72 Minuten mit einem sauberen Schlenzer, den Tiago sehenswert abwehrte. Tiverton kam erst spät zu zwei echten Abschlüssen - Henry Willoughby in der 76. Minute und Louis Thuringer in der 83. Beide Male war Millwalls Keeper Ethan Caviness sicher.

Dann wurde es noch einmal hitzig: In der Nachspielzeit sah Tivertons Innenverteidiger Alexander Lefebvre glatt Rot, nachdem er Joseph Lockwood auf Höhe der Mittellinie unsanft stoppte. "Er hat mich ja fast in die Werbebande geparkt", schimpfte Lockwood später. Trainer Lipa versuchte, die Szene zu beschwichtigen: "Das war Frust, kein Vorsatz. Aber klar, das darf ihm nicht passieren."

So blieb es beim 1:0, einem Ergebnis, das Millwalls Trainer Sonny Crocket als "solide" bezeichnete, während er die Hände tief in den Manteltaschen vergrub. "Wir haben gekämpft, aber wir hätten das zweite Tor nachlegen müssen. Am Ende war’s ein Sieg für die Moral - und für die Statistikabteilung."

Die Statistik gibt ihm recht: 52 Prozent Ballbesitz, 55 Prozent Zweikampfquote, sechs Torschüsse - kein Feuerwerk, aber effizient. Tiverton kam auf zwei Schüsse und eine Menge Frust. Die Fans der Gäste verabschiedeten ihre Mannschaft trotzdem mit Applaus - wohl mehr aus Mitleid als aus Begeisterung.

Am Ende des Abends ging das Licht aus, die Pfützen glänzten im Schein der Stadionstrahler, und ein älterer Millwall-Fan rief beim Hinausgehen: "Nicht schön, aber selten!" - was wohl das treffendste Fazit für diesen Fußballabend war.

Millwall hat die drei Punkte, Tiverton den Ärger, und alle anderen die Erinnerung an ein Spiel, das man in ein paar Tagen vergessen haben wird - außer vielleicht Bradley Davonport, der sich den Ball seines Siegtores unter den Arm klemmte und in die Kabine verschwand. "Wird poliert und ins Regal gestellt", sagte er lachend. Und genau das war der Glanzpunkt eines sonst ziemlich grauen Abends.

10.04.643987 07:15
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Nevio Scala ist ein phantastischer Trainer und er hat eine tolle Mannschaft. Dortmund wird ganz sicher Weltmeister!
Giovanni Trappatoni
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