Football Today
+++ Sportzeitung für England +++

Millwall müht sich ins Pokal-Viertelfinale - Lockwood trifft, Bognor kämpft

Im Londoner Stadion an der The Den herrschte am Mittwochabend Pokalstimmung pur. 53.100 Zuschauer sorgten für eine Atmosphäre, die irgendwo zwischen Volksfest und Nervenschlacht lag. Am Ende jubelte der FC Millwall - und zwar über ein hart erarbeitetes 1:0 (1:0) gegen den tapferen Underdog Bognor Regis Town.

Das Ergebnis klingt knapp, und genau das war es auch. Rein statistisch war die Sache klar: 18 Torschüsse für Millwall, ganze drei für Bognor. 53 Prozent Ballbesitz für die Gastgeber, 47 für die Gäste. Doch wer dabei war, wird bestätigen: Dieses 1:0 war kein Spaziergang, sondern eher eine zähe Wanderung durch englischen Nieselregen.

Das Tor des Abends fiel in der 33. Minute. Millwalls Rechtsaußen Joseph Lockwood, gerade einmal 22, nutzte einen dieser Momente, in denen Fußball kurz schön und einfach aussieht. Harrison Cabell, flink wie ein Terrier auf Koffein, zog rechts durch, legte uneigennützig quer - und Lockwood traf aus knapp zehn Metern flach ins lange Eck. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Lockwood später, "und gehofft, der Torwart denkt über sein Abendessen nach."

Bognors Keeper Matthew Perlman tat das vermutlich nicht, aber er war chancenlos. Danach zog sich Millwall zurück, als hätte man bereits 3:0 geführt. Trainer Sonny Crocket - ein Mann, der seine Sonnenbrille offenbar selbst bei Nacht trägt - erklärte später: "Wir wollten kompakt bleiben. Außerdem hab ich gesagt: Wenn wir eins schießen, reicht das. Und manchmal hat man ja recht."

Bognor Regis Town, trainiert vom leidenschaftlichen Ralph Meister, hatte sich ohnehin wenig ausgerechnet. Der Fünftligist war gekommen, um Ärger zu machen - und machte zumindest reichlich Laufarbeit. Meister gestand nach dem Spiel: "Wir wussten, dass wir nicht viele Chancen bekommen würden. Aber wir haben uns vorgenommen, wenigstens schwitzen zu lassen." Und das taten sie.

Die Gäste verteidigten mit Herz, Bein und manchmal auch Hand - wofür Schiedsrichter Dunlop in den letzten Minuten gleich dreimal Gelb zeigte. Pau Almeida (87.), Dylan Lansbury (90.) und George Stanton (96.) sahen die Karten, wobei Stanton seine Verwarnung offenbar als Souvenir verstand. "Ich rahme die ein", scherzte er beim Abgang, "das war mein erstes Pokalspiel über 90 Minuten."

Millwall hätte den Sack längst zumachen können, ja müssen. Alfie Callahan, der Routinier auf dem linken Flügel, prüfte Perlman gleich fünfmal - mal mit Gefühl, mal mit Gewalt, immer ohne Erfolg. "Ich wollte nur den Ball in die Themse zimmern", lachte Callahan später, "aber dann stand da plötzlich das Tor im Weg." Auch Benjamin Fryer und der junge George Clancy reihten sich in die Schützenliste der Verzweifelten ein.

Bognor kam immerhin zweimal gefährlich vor das Tor - einmal in der 29. Minute, als Alfie Rushton knapp vorbeizog, und später durch den 18-jährigen William Caroll, der in der 79. Minute beinahe den Ausgleich erzielte. Millwall-Torhüter Cameron Huxley wischte den Ball im Flug aus dem Winkel und brüllte anschließend: "Nicht in meinem Haus!" - was das Publikum ihm mit donnerndem Applaus dankte.

Taktisch blieb Millwall das ganze Spiel über offensiv eingestellt, aber erstaunlich geduldig. Kein wildes Pressing, kein Chaos, eher ein kontrolliertes Belauern. Bognor hingegen spielte "balanced", wie es im Trainerjargon heißt - also so, als wolle man weder verlieren noch gewinnen, sondern einfach nur höflich mitspielen.

In der Pause wechselte Crocket doppelt: Alexander Mayhew kam für den müden Robert Bancroft, und George Clancy ersetzte Aaron Marshal auf der rechten Seite. "Ich wollte frische Beine, keine neuen Ideen", so Crocket mit einem Augenzwinkern. Das traf den Spielverlauf ziemlich gut.

Am Ende blieb es beim 1:0 - ein Ergebnis, das nüchtern betrachtet gerecht, aber alles andere als glanzvoll war. Millwall zieht damit ins Viertelfinale des Pokals ein, während Bognor Regis Town erhobenen Hauptes ausscheidet.

"Wir haben Fußball gearbeitet, nicht zelebriert", fasste Crocket trocken zusammen. Und Ralph Meister nickte respektvoll: "Wenn man gegen Millwall nur 0:1 verliert, darf man sich fast wie ein Gewinner fühlen."

Vielleicht hatte er recht. Denn während Millwall jubelte, blieb Bognor noch lange auf dem Rasen stehen - müde, stolz und ein bisschen ungläubig. Und irgendwo dazwischen, in dieser Mischung aus Erleichterung und Enttäuschung, lag der ganze Charme des Pokals.

Kurz gesagt: Millwall ist weiter, Bognor ist draußen - und alle, die da waren, haben eine Geschichte erlebt, die man nicht in der Statistik findet.

19.09.643987 01:45
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Der Serbe an sich ist leichtsinnig im Umgang mit Chancen.
Lothar Matthäus
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager