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Millwall lässt die Margate Reds alt aussehen

Ein lauer Februarabend, 20:30 Uhr, The Den in London. 57.657 Zuschauer, die meisten davon in Blau, erwarteten ein hartes Stück Arbeit gegen die Margate Reds. Bekommen haben sie ein Feuerwerk - zumindest von einer Seite. Der FC Millwall zerlegte die Gäste mit 3:0 (2:0), und das Ergebnis war noch gnädig.

Schon der Beginn ließ wenig Zweifel, wer Herr im Haus war. Alexander Mayhew prüfte in der 3. Minute den jungen Keeper Smith, und als Margate noch die Defensive sortierte, rappelte es bereits: Joel Satchmore, normalerweise als linker Verteidiger für Grätschen statt für Glanz zuständig, zog in der 10. Minute einfach mal ab - 1:0. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Satchmore später, "aber Robert hat so laut ’Schieß!’ gebrüllt, dass ich mich erschrocken hab." Manchmal hilft Ehrlichkeit.

Millwall blieb dran, spielte mit 52 Prozent Ballbesitz erstaunlich geduldig und zielstrebig zugleich. Die Gäste? Drei Torschüsse in 90 Minuten - kaum genug, um den Ball nass zu machen. In der 27. Minute erhöhte Joseph Lockwood nach schöner Vorarbeit von Bradley Davonport auf 2:0. "Das war kein Zufall", brummte Trainer Sonny Crocket nach dem Spiel, Sonnenbrille im Haar, als wäre es Miami und nicht Bermondsey. "Wir trainieren diese Läufe jede Woche. Heute hat’s halt mal geklappt."

Margate wirkte konsterniert. Trainer Ata Lameck gestikulierte wild, wechselte zur Pause gleich dreimal - inklusive eines Torwartwechsels, als wolle er sagen: "Vielleicht hilft’s ja." Tat es nicht. Henry Thuringer, der neue Mann zwischen den Pfosten, verhinderte Schlimmeres, aber auch er musste einmal hinter sich greifen. In der 58. Minute traf Routinier Robert Bancroft, der Mann mit der Ruhe eines britischen Butlers, zum 3:0. Wieder hatte Davonport den Ball fein aufgelegt. "Ich hab ihn nur reingeschoben", meinte Bancroft bescheiden - was, zugegeben, bei drei Gegenspielern und einem fliegenden Torwart eine charmante Untertreibung war.

Die Margate Reds wirkten wie ein Schülerteam auf Klassenfahrt: bemüht, aber überfordert. Nur einmal, in der 61. Minute, kam so etwas wie Gefahr auf, als Sean Hannigan aus 18 Metern abzog - Millwall-Keeper Cameron Huxley musste sich strecken, damit die Null stand. "Den hab ich gespürt", sagte Huxley lachend. "Aber ehrlich, ich war froh, dass ich wenigstens einmal eingreifen durfte."

Taktisch blieb Millwall über die gesamte Partie "balanced", wie es die Statistik freundlich nennt - aggressiv genug, um Margate keine Luft zu lassen, aber nie kopflos. 20 Torschüsse, 3 Tore, eine Zweikampfquote von 57 Prozent: solide Hausmannskost mit Würze. Dagegen spielte Margate nominell offensiv, aber ohne Mut. "Wir wollten eigentlich hoch pressen", erklärte Lameck nach dem Spiel, "aber dann fiel das frühe Tor. Danach war’s eher Schadensbegrenzung."

Ein Moment sorgte kurz für Heiterkeit: Als Millwalls junger Einwechselspieler Luke Badham in der 54. Minute erstmals am Ball war, rief ein Fan von der Tribüne: "Don’t mess it up, lad!" - Badham antwortete mit einem sicheren Querpass und einem breiten Grinsen. Selbst Crocket musste lachen: "So fängt’s an, mit kleinen Schritten. Heute kein Fehler - das ist schon was."

Als der Schlusspfiff ertönte, standen die Zuschauer, klatschten rhythmisch und sangen, während Margate-Spieler mit hängenden Köpfen in Richtung Kabine trotteten. Der Abend war entschieden, und das schon lange vor der 90. Minute.

"Das war erwachsen, reif, kontrolliert", resümierte Crocket. "Aber keine Sorge, wir bleiben bescheiden - zumindest bis Montag."

Und Margate? Da blieb nur Galgenhumor. "Wir haben immerhin kein Eigentor geschossen", murmelte Kapitän Erik Lydersen in Richtung Presse. Man nimmt, was man kriegen kann.

Am Ende steht ein 3:0, das nie in Gefahr war - Millwall dominierte, traf, kombinierte, während Margate zusah. Ein Abend, der den Fans gefiel und den Statistikern Freude bereitete. Und irgendwo in der Kabine des FC Millwall summte Joel Satchmore leise vor sich hin: "Ich wollte doch nur flanken…"

Ein Satz, der wohl in die Vereinsgeschichte eingehen wird - als schönste Ausrede für ein Traumtor seit Erfindung des Außenrists.

01.12.643990 03:20
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Unter den Einäugigen ist der Dreibeinige der König.
Rainer Calmund
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