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Millwall kämpft tapfer - Devils stehlen den Sieg in letzter Minute

Wer bei 55.424 Zuschauern im The Den am Samstagabend auf ein ruhiges Fußballspiel gehofft hatte, dürfte spätestens nach der 12. Minute gewusst haben: Das wird ein wilder Ritt. Am Ende jubelten die Manchester Devils über einen späten 3:2-Sieg, während der FC Millwall mit hängenden Köpfen, aber erhobenem Stolz vom Platz trottete.

Schon früh war klar, dass beide Mannschaften nicht zum Tee trinken gekommen waren. Millwalls linker Verteidiger Joel Satchmore kassierte nach nicht einmal drei Minuten Gelb - ein Zeichen, dass die Gastgeber gleich zeigen wollten, wer hier die Heimmannschaft ist. "Ich hab nur die Luft getroffen", behauptete Satchmore später und grinste verschmitzt. Der Schiedsrichter sah das offenbar anders.

In der 12. Minute schlug Manchester erstmals zu. Rafet Kisa, der quirlig-schnelle Rechtsaußen der Devils, nutzte eine perfekte Flanke von Alfie Perlman und vollstreckte eiskalt - 0:1. Millwalls Torwart Ethan Caviness blieb nur der resignierte Blick gen Regenhimmel. "Das war ein Schlag ins Gesicht", kommentierte Trainer Sonny Crocket später trocken, "aber wir sind ja keine Ballerinas."

Und seine Jungs reagierten prompt. Nur sechs Minuten später zimmerte Riley Charpentier nach feiner Vorarbeit von Bradley Davonport den Ball ins Netz. 1:1 - und The Den bebte. Charpentier rannte jubelnd in Richtung Fanblock, während Crocket an der Seitenlinie eine stilvolle Geste zwischen Faust und Erleichterungs-Seufzer hinlegte.

Das Spiel nahm nun Fahrt auf - Millwall mit etwas mehr Ballbesitz (53,5 Prozent), aber die Devils blieben jederzeit gefährlich. In der 25. Minute sah der junge Innenverteidiger John Bancroft Gelb nach einem rustikalen Einsteigen gegen Mika Kuqi. "Er hat sich einfach fallen lassen", schimpfte Bancroft später, "ich hätte ihn ja nicht mal im Rugby zu Boden gebracht."

Nach der Pause drehte Millwall auf. Die Lions drängten, schossen aus allen Lagen (14 Schüsse insgesamt), und in der 59. Minute wurden sie belohnt: Elliot Lockwood, der Dauerläufer auf links, traf nach Vorlage von Charpentier zur 2:1-Führung. Der Jubel war ohrenbetäubend. Millwalls Trainer Crocket brüllte etwas, das wie "Jetzt habt ihr’s, Jungs!" klang - oder vielleicht auch "Noch 30 Minuten verteidigen, Himmel hilf!".

Die letzten 30 Minuten wurden zu einem Kampf zwischen Mut und Müdigkeit. Manchester-Coach Reto Klopfenstein brachte in der 78. Minute Asen Christow für den ausgepowerten Kisa - und bewies damit ein goldenes Händchen. Nur zwei Minuten später flankte Christow punktgenau auf Logan Nolan, der volley zum 2:2 ausglich. "Das war wie im Training - nur dass ich da nie treffe", lachte Nolan später.

Millwall wankte, aber fiel nicht. Die Defensive stemmte sich gegen die nun stürmischen Devils, die mit aggressivem Pressing und vollem Einsatz (so sah es die Taktiktafel) alles nach vorn warfen. Doch in der 89. Minute kam der bittere Stich: Wieder war es Logan Nolan, diesmal nach einer Kopfballablage von Innenverteidiger Ivica Dordevic - 2:3.

Während die Gästebank in kollektiven Freudentaumel verfiel, sank Millwalls Kapitän Elliot Lockwood auf die Knie. "Das fühlt sich an, als hätte uns jemand den Stecker gezogen", sagte er später mit brüchiger Stimme.

Die Schlussphase verlief hektisch: Noch einmal versuchte Daniel Darabont mit letzter Kraft einen Ausgleich zu erzwingen, sein Schuss in der Nachspielzeit ging aber knapp vorbei. Die Fans verabschiedeten ihre Mannschaft trotzdem mit Applaus - wohlwissend, dass diese Niederlage weniger mit fehlendem Willen als mit der eiskalten Cleverness der Devils zu tun hatte.

"Wir haben das Spiel nicht verloren, wir haben es hergeschenkt", resümierte Crocket in der Pressekonferenz. Klopfenstein konterte mit einem Lächeln: "Geschenke nimmt man ja ungern an - aber wir machen mal eine Ausnahme."

Statistisch gesehen war’s ein Duell auf Augenhöhe: Millwall mit leichtem Ballbesitzvorteil, die Devils effizienter vorm Tor. Drei Chancen, drei Treffer - mehr Teufel geht kaum.

Und so blieb am Ende die Erkenntnis: Millwall kann kämpfen, aber Manchester kann siegen. Oder, wie ein Fan auf der Tribüne rief, bevor er sich in den Londoner Nieselregen verabschiedete: "Wir haben nicht verloren, wir haben nur den falschen Teufel gefüttert."

Ein bisschen bitter, ein bisschen schön - ein Abend, an dem Fußball wieder einmal zeigte, warum man ihn liebt, auch wenn man verliert.

04.10.643990 08:32
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