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Millwall gewinnt Nervenkrimi von Cuenca - 7:5 nach Elfmeterschießen

Es war ein Fußballabend, der auch Shakespeare gefallen hätte: Drama, Leidenschaft, rote Karten und ein Elfmeterschießen, das die 59.000 Zuschauer im Estadio Municipal de Cuenca an die Grenzen ihrer Nerven brachte. Am Ende triumphierte der FC Millwall mit 7:5 (1:1) nach Elfmeterschießen über Conquense - und das, obwohl die Spanier über weite Strecken das bessere Spiel zeigten.

Bereits nach fünf Minuten war die englische Wucht zu spüren. Daniel Darabont, der quirlig-schnelle Linksaußen der "Lions", drückte den Ball nach Vorarbeit von Tyler Boyle über die Linie. Conquense-Trainer Andreas Sch., der zu diesem Zeitpunkt noch entspannt an seiner Wasserflasche nippte, meinte später: "Mein Puls war da noch im Normalbereich. Aber das sollte sich ändern."

Die Antwort seines Teams ließ nicht lange auf sich warten. Innenverteidiger Freddie Duverger - sonst eher zuständig für das Aufräumen als für das Glänzen - traf in der 27. Minute nach einer Ecke zum 1:1. "Ich hab einfach mal den Kopf hingehalten", grinste Duverger, "und plötzlich war ich der Held - na ja, zumindest für zehn Minuten."

Danach entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Conquense hatte mit 54 Prozent Ballbesitz und 13 Torschüssen leicht die Nase vorn, doch Millwall zeigte sich effizienter und vor allem robuster. "Wir sind Engländer, wir mögen’s körperlich", sagte FC-Trainer Sonny Crocket mit einem Augenzwinkern. "Aber fair natürlich. Meistens."

Die zweite Halbzeit begann mit einer Überraschung: Millwall brachte frische Kräfte, während Conquense den Druck erhöhte. In der 59. Minute belohnte sich Iker Valdes für eine engagierte Vorstellung. Sein satter Rechtsschuss - nach mustergültigem Zuspiel von Guillermo Vázquez - schlug unhaltbar im Winkel ein. Die Fans tobten, Trainer Sch. sprang wie von der Tarantel gestochen die Seitenlinie entlang.

Doch Millwall wäre nicht Millwall, wenn sie sich von einem Rückstand beirren ließen. Der eingewechselte Joseph Lockwood, 23 Jahre jung und mit dem Selbstvertrauen eines Straßenkickers aus South London, traf in der 83. Minute zum 2:2. "Ich hab einfach draufgehalten", sagte er später lachend. "Wenn du zu viel nachdenkst, fliegt der Ball sowieso auf den Parkplatz."

Die Verlängerung war dann nichts für schwache Nerven. Zwei Platzverweise in der Schlussphase - Damian Jorge (Conquense, 123.) und Elliot Lockwood (Millwall, 124.) - verwandelten das Finale in ein wildes Ringen um jedes Stück Rasen. Millwall verteidigte mit Zähnen, Klauen und jeder Menge Herzblut. Conquense drückte, aber ohne Fortune.

Dann kam das Elfmeterschießen - und mit ihm der Moment, in dem Helden geboren und Träume zerstört werden. Für Conquense trafen Jacinto Mendivil, Caio Doreste und Pasi Nyman sicher. Doch Nael Bischoff schoss über das Tor, und Iker Valdes scheiterte am glänzend reagierenden Millwall-Keeper Cameron Huxley. Auf der anderen Seite zeigten die Engländer Nerven aus Stahl: Fryer, Robert Bancroft, Joseph Lockwood, Darabont und Clancy verwandelten eiskalt.

Als Noah Clancy den letzten Ball in die Maschen hämmerte, stürmten die blau-weißen Spieler auf ihren Torwart zu. Crocket, sonst die Coolness in Person, riss die Arme hoch und rannte wie ein Teenager über den Platz. "Ich glaub, ich hab mir die Wade gezerrt - aber das war’s wert", grinste er später.

Trainer Sch. hingegen stand minutenlang auf der Seitenlinie, die Hände in den Taschen, und schaute fassungslos auf den Rasen. "Wenn du zwei Elfer verschießt, brauchst du dich nicht zu wundern", sagte er nüchtern. "Aber meine Jungs haben alles gegeben. Ich bin stolz - und ein bisschen leer."

Statistisch gesehen hätte Conquense das Spiel vielleicht gewinnen müssen: mehr Ballbesitz, fast gleich viele Torschüsse, und eine Zweikampfquote, die sich knapp die Waage hielt (48,6 zu 51,4 Prozent). Aber Fußball ist eben kein Matheunterricht.

In der Mixed Zone war noch lange Jubel zu hören. Daniel Darabont, Millwalls erster Torschütze und späterer Elfmeterschütze, fasste es am treffendsten zusammen: "Manchmal musst du einfach den Ball, den Gegner und deine Angst gleichzeitig treffen - dann klappt’s."

Ein Finale, das keiner so schnell vergessen wird - mit rotem Drama, weißen Nerven und einem blauen Sieger.

Und irgendwo in Cuenca wird Andreas Sch. heute Nacht wohl wachliegen und denken: Zwei Elfmeter weniger und wir wären Helden. Doch wer weiß - vielleicht ist das ja genau die Art Schmerz, aus der nächste Saison echte Legenden entstehen.

07.10.643993 15:42
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