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Wenn die Sonne über Cuenca untergeht, scheint sie manchmal ein wenig heller zu strahlen - zumindest dann, wenn Expreso Cuenca auf heimischem Rasen spielt. Vor 40.566 begeisterten Zuschauern boten die Gastgeber am Samstagabend ein Spektakel, das selbst den hartgesottensten Fußballromantiker zum Fußwippen brachte. Am Ende hieß es 3:2 (3:2) gegen die New York Eagles - ein Ergebnis, das so knapp war, wie das Spiel wild. Schon in der Anfangsphase war klar: Hier wollte keiner abwarten. Expreso Cuenca, unter der Leitung des stets energischen Dierk Nordi, begann offensiv, aber die Eagles konterten mit amerikanischem Selbstbewusstsein. In der zwölften Minute dann der erste Paukenschlag: Rhys Lankford, sonst eher bekannt für rustikale Grätschen als für feine Technik, traf nach Vorlage von Jake Henderson aus spitzem Winkel ins Netz. Der 20-Jährige jubelte, als hätte er gerade die Freiheitsstatue eigenhändig gegossen. Trainer Ho Si grinste breit: "Ich sage immer: auch ein Rechtsverteidiger darf mal träumen." Doch Cuenca schluckte den Rückstand nur kurz. Der stets umtriebige Miguel Quevedo, 31 Jahre jung und offenbar mit einem sechsten Sinn für den richtigen Moment ausgestattet, glich in der 21. Minute aus. Ein trockener Abschluss, keine Geste, kein Firlefanz - einfach ein Tor. "Ich hatte Kaffee getrunken, keinen Tee", lachte Quevedo später, "da schießt man eben direkter." Und der Veteran war noch nicht fertig. Nach einer halben Stunde schnürte er die Schuhe noch ein wenig enger, bereit für Teil zwei seines Abends. In der 38. Minute nutzte er eine flache Hereingabe von Pedro Fernandes eiskalt - 2:1 für Cuenca. Die Tribüne bebte, Bierbecher flogen (meist in die Luft, manchmal auf Nachbarn), und Trainer Nordi rief seinem Stürmer zu: "Ich sag’s doch immer: alt ist man nur auf dem Papier!" Doch wer dachte, die Eagles würden sich geschlagen geben, kennt Ho Si schlecht. Seine Jungs aus New York antworteten prompt - Joel Hunt, der flinke Rechtsaußen, traf in der 41. Minute zum 2:2. Nach feinem Zuspiel von Ashton Patton schlenzte Hunt den Ball vorbei an Keeper Joao Tiago ins lange Eck. "Ich hab’ einfach die Augen zugemacht", grinste Hunt. Manchmal ist Ehrlichkeit die größte Kunst. Aber wieder dauerte es keine zwei Minuten, da schlug Quevedo zum dritten Mal zu. In der 43. Minute köpfte er eine butterweiche Flanke von Andrej Brezinsky ein. 3:2 - und Cuenca tobte. Der Hattrick war perfekt, und die erste Halbzeit fühlte sich an wie ein ganzes Turnier. "Ich habe selten so viel Freude und gleichzeitig so viel Stress in 45 Minuten erlebt", schnaufte Nordi nach dem Spiel. Nach der Pause wurde es taktischer, zäher - aber nie langweilig. Cuenca verwaltete, die Eagles versuchten es über die Flügel, fanden aber selten eine Lücke. Die Statistiken untermauern das Bild: 14 Torschüsse für Cuenca, 8 für die Gäste, dazu 53 Prozent Ballbesitz für die Hausherren. Der Unterschied lag in der Konsequenz - und in Quevedo, der sich nach seiner Gala an der Mittellinie feiern ließ, als er in der 70. Minute ausgewechselt wurde. Ho Si setzte alles auf eine Karte, brachte in der 65. Minute frische Kräfte: Reece Williamson und Noah Densham kamen, später auch der junge Jacob Clancy - doch der Ausgleich wollte nicht mehr fallen. Williamson hatte in der 89. Minute noch die große Chance, aber Tiago fischte den Ball mit einer Parade, die in Cuenca vermutlich in Bronze gegossen wird. "Ich hab’ nur gehofft, dass mein Arm lang genug ist", grinste der Torwart, "und heute war er’s." Als Schiedsrichter Alvarez nach 94 Minuten abpfiff, war der Jubel grenzenlos. Expreso Cuenca bleibt dank dieses Sieges im Rennen um die oberen Tabellenränge der Amerikaliga. Trainer Nordi fasste es mit einem Augenzwinkern zusammen: "Wenn wir jedes Spiel so aufregend gestalten, brauchen unsere Fans bald Herztabletten. Aber ich verspreche: Nur die guten." Und Miguel Quevedo? Der strahlte, hielt den Spielball fest umklammert und murmelte: "Ich hab mal gehört, Hattricks verjüngen. Fühlt sich tatsächlich so an." Vielleicht liegt darin das Geheimnis dieses Abends: ein bisschen jugendlicher Leichtsinn, eine Prise Erfahrung - und das sichere Gefühl, dass Fußball manchmal einfach nur Spaß machen darf. 07.11.643990 18:08 |
Sprücheklopfer
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