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Midlands Villa gewinnt wildes 3:2 gegen Sheffield

Premier League | 8. Spieltag | 24.09.26 | Midlands Villa - FC Sheffield 3:2

29.271 Zuschauer bekamen am Donnerstagabend in der Premier League kein gewöhnliches Fußballspiel serviert, sondern ein kleines Drama mit fünf Toren, einer Gelb-Roten Karte und ausreichend Nervenkitzel für mehrere Nachspielzeiten. Midlands Villa bezwang den FC Sheffield am 8. Spieltag mit 3:2 (2:1) - und musste dabei bis zum Schlusspfiff zittern.

Dabei begann der Abend für die Gäste durchaus vielversprechend. Sheffield trat offensiv auf, spielte ohne nennenswertes Pressing, aber mit klarer Absicht: den Ball laufen lassen und irgendwann eine Lücke finden. Nach sechs Minuten prüfte Joel McGee erstmals Pascal Masse im Villa-Tor, sechs Minuten später scheiterte Adrian Bak. In der 14. Minute war es dann so weit: Linksverteidiger Matthew Chamberlain traf nach Vorarbeit von McGee zur Führung. Ein Verteidiger als Torschütze - Sheffield hatte offenbar beschlossen, die Aufgabenverteilung an diesem Abend kreativ auszulegen.

Midlands Villa ließ sich davon nicht beeindrucken. Trainer Ron Li hatte seine Mannschaft offensiv eingestellt, ließ sie aber nicht kopflos nach vorn rennen. Das passte zu einem Spiel, in dem die Gastgeber zwar nur 48,1 Prozent Ballbesitz hatten, dafür aber mit 13 Torschüssen zwei mehr abgaben als Sheffield. "Wir wollten nicht den Ball besitzen, nur damit er sich bei uns langweilt", sagte Li später sinngemäß. "Wir wollten etwas damit anfangen."

Das gelang erstmals in der 39. Minute. Lucas Nicksay schlug den präzisen Pass, Rhys Forsythe schloss ab und stellte auf 1:1. Der rechte Angreifer hatte kurz zuvor bereits eine Chance gehabt, diesmal blieb er cool. Sheffield-Keeper Tomas Krejci dürfte den Ball vermutlich noch immer suchen - vorzugsweise dort, wo er eingeschlagen ist.

Kurz vor der Pause drehte Villa die Partie komplett. In der 45. Minute erzielte Harvey Longfellow nach erneuter Vorarbeit von Nicksay das 2:1. Die Gastgeber waren damit nicht nur effizient, sondern auch psychologisch unangenehm für den Gegner: ein Tor kurz vor der Pause, also genau zu dem Zeitpunkt, an dem Trainer gern beruhigende Sätze sagen und Spieler gern so tun, als hätten sie alles unter Kontrolle.

Falls Sheffield in der Kabine neue Hoffnung geschöpft hatte, wurde sie nach sechs Minuten der zweiten Halbzeit wieder eingesammelt. Forsythe bediente Longfellow, der zum 3:1 traf. Der Mittelstürmer schnürte damit einen Doppelpack und war der auffälligste Mann im Angriff der Gastgeber. "Nach dem zweiten Tor dachte ich, heute könnte etwas für uns drin sein", sagte Longfellow sinngemäß. "Nach dem dritten dachte ich vor allem: Jetzt bitte nicht kompliziert werden lassen."

Natürlich wurde es kompliziert.

In der 69. Minute sah Midlands Villas Adrian Obregon Gelb, zwei Minuten später folgte die Gelb-Rote Karte. Plötzlich mussten die Gastgeber mit zehn Mann verteidigen. Sheffield nahm die Einladung dankbar an und verkürzte in der 73. Minute durch Nikola Stanic auf 2:3. Der Innenverteidiger hatte bereits zuvor mehrfach den Abschluss gesucht - diesmal fand er nicht nur den Ball, sondern auch das Tor.

Die letzten Minuten gehörten Sheffield. Die Gäste hatten insgesamt 51,9 Prozent Ballbesitz und warfen nun alles nach vorn. James Henderson sah noch Gelb, während Villa mit großem Einsatz und gelegentlich sehr großzügiger Auslegung des Begriffs "kontrolliert" dagegenhielt. Bram Vanderbilt, Forsythe und Connor Farnsworth sorgten mit späten Abschlüssen immerhin dafür, dass Sheffield nicht ungestraft sämtliche Spieler in die gegnerische Hälfte schickte.

"Mit zehn Mann war das kein Fußball mehr, das war Charakterbildung", meinte Ron Li sinngemäß. Sheffield-Trainer Erich Speithvenne dürfte es ähnlich gesehen haben - allerdings mit weniger Begeisterung. Am Ende blieb es beim 3:2. Midlands Villa rettete drei Punkte, Sheffield den Ballbesitz. Und wie so oft im Fußball bekam am Ende ausgerechnet die Mannschaft die Belohnung, die häufiger traf.

24.09.2026 21:44
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Ich werde nicht akzeptieren, dass gesagt wird: Die Mannschaft ist ein Scheißhaufen. So einfach ist es nicht. Logisch sind wir ein Scheißhaufen. Aber das ist nicht der einzige Punkt.
Christian Ziege nach der EURO 2000 über die deutsche Nationalmannschaft
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