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Miami Strikers zerlegen die Rochester Horns - 9:0!

Ein Abend zwischen Zauberfuß und Selbstaufgabe

Es gibt Spiele, die beginnen mit einem Anstoß - und enden mit einem Aufschrei. Das gestrige 9:0 der Miami Strikers gegen die Rochester Horns war so ein Fall. 40.000 Zuschauer im sonnenwarmen Miami-Dome sahen ein Fußballmärchen, das für die Gäste aus Rochester eher ein Horrorfilm war. "Ich hab irgendwann aufgehört zu zählen", gestand der Horns-Torhüter Corey Ross nach der Partie, "da hab ich nur noch auf die Uhr geschaut und gebetet, dass sie schneller läuft."

Schon in der 11. Minute nahm das Unheil seinen Lauf: Der 20-jährige Frederic Leech, Miamis jugendlicher Wirbelwind auf der linken Seite, schob nach feiner Vorarbeit von Carlos Chalana zum 1:0 ein. Es war ein Tor mit Ansage - bereits in den ersten zehn Minuten hatten die Strikers dreimal gefährlich aufs Tor geschossen, als wollten sie beweisen, dass sie heute nur ein Ziel kannten: den Ball ins Netz prügeln.

Leech legte in der 25. Minute nach, diesmal nach einem eleganten Zuspiel von Vitor Benitez. "Vitor hat mir den Ball so serviert, ich hätte nicht mal hinschauen müssen", grinste Leech später, "aber ich hab’s trotzdem getan - man will ja sehen, wie der Keeper guckt." Kurz darauf erhöhte David Mitzna (34.) auf 3:0 - ein Halbzeitergebnis, das die Horns wohl schon als Endstand genommen hätten.

Doch Miami hatte keine Gnade. Vitor Benitez, der Regisseur im Mittelfeld, drehte nach dem Seitenwechsel richtig auf. In der 52. Minute traf er zum 4:0, fünf Minuten später zum 5:0. "Wir wollten einfach Spaß haben", sagte Benitez mit einem Schulterzucken. "Manchmal läuft’s, manchmal läuft’s über."

Die Horns? Zwei Torschüsse in 90 Minuten - das sagt alles. Defensiv standen sie wie ein Kartenhaus in der Brise von South Beach. Ihr Trainer, der nach Abpfiff sichtlich um Fassung rang, murmelte nur: "Wir haben versucht, kompakt zu bleiben. Aber irgendwann war’s wie gegen zwölf Mann."

Und tatsächlich: Selbst Innenverteidiger Henri Celine mischte vorne mit. In der 70. Minute stieg der bullige Franzose nach einer Ecke von Lorenzo Deluguerre am höchsten und köpfte das 6:0. Danach wurde es grotesk: Mitzna traf erneut (79.), Benitez schnürte seinen Dreierpack (82.) - und als alle schon auf den Schlusspfiff warteten, zog Altmeister Christo Stoitschkow in der 93. Minute noch einen drauf. 9:0.

Die Fans standen längst, viele filmten, einige tanzten. "Das war kein Spiel, das war eine Oper", sagte ein älterer Herr mit Bier in der Hand. Und man konnte ihm kaum widersprechen: Die Strikers spielten mit einer Leichtigkeit, die fast unanständig wirkte.

Ein Blick in die Statistik zeigt, dass das Ergebnis kein Zufall war: 23 Torschüsse zu 2, 54 Prozent Ballbesitz, eine Zweikampfquote von fast 59 Prozent. Und das, obwohl Miami - laut Taktikprotokoll - gar kein Vollgas-Pressing spielte, sondern nur "Pressing bei knappem Rückstand". Den Rückstand gab’s nie, aber vielleicht war das der Trick: Gelassenheit als Waffe.

"Ich hab ihnen gesagt, sie sollen Spaß haben, aber das war dann vielleicht zu viel Spaß", lachte Strikers-Coach nach dem Spiel, während er Mitzna auf die Schulter klopfte. Der grinste nur: "Wir hätten noch mehr machen können, aber wir wollten höflich bleiben."

Nicht alle waren zum Lachen aufgelegt. Rochester-Kapitän Ignacio Godino suchte nach Worten: "Es ist schwer, wenn du das Gefühl hast, jeder Ball von denen ist ein Schuss aufs Tor - und jeder Schuss ein Treffer."

Die Szene des Abends spielte sich übrigens nach dem achten Tor ab. Der vierte Offizielle grinste den Linienrichter an und fragte: "Zählt ihr noch mit?" Der antwortete trocken: "Ich hab aufgehört bei fünf."

Man darf gespannt sein, ob die Horns sich von dieser Klatsche erholen. Neun Gegentore sind nicht einfach ein Makel - sie sind eine Demütigung. Miami dagegen feiert sich mit breiter Brust in die Schlagzeilen.

"Wir wissen, dass das nicht jede Woche so läuft", sagte Benitez zum Abschied. "Aber wenn’s läuft, dann bitte so."

Und irgendwo in Rochester wird heute Nacht ein Trainer wachliegen und sich fragen, ob sein Team überhaupt angekommen ist - oder ob es immer noch im Bus sitzt, irgendwo zwischen Traum und Alptraum.

Ein Spiel zum Staunen, zum Lachen, zum Mitleiden. Und, seien wir ehrlich: ein Spiel, das man nicht so schnell vergisst.

03.08.643987 14:21
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