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Miami, 23. Januar 2026 - 40.000 Zuschauer erlebten im sonnendurchglühten Strikers Park einen dieser Abende, an denen Fußball plötzlich einfach aussieht. Die Miami Strikers überrollten die Atlanta Gorillas mit 4:1, und das Ergebnis schmeichelte den Gästen fast noch. Zwei Tore von Danijel Dordevic, zwei von David Mitzna - die Offensivabteilung der Strikers zeigte, warum Trainer Patrick Kontsch seine Jungs lieber "Vollgas-Fußballer" nennt als "Profis". Schon nach sieben Minuten war klar, dass die Gorillas einen langen Abend vor sich hatten. Mitzna, rechts außen mit der Eleganz eines Salsa-Tänzers, vollendete nach Doppelpass mit Dordevic zum 1:0. Der Ball passte so genau in den Winkel, dass Atlanta-Keeper Alois Zemlik nur kurz blinzelte, als wolle er prüfen, ob er noch träumt. "Ich hab’ den Ball kommen sehen, aber dann war er schon Geschichte", stöhnte der 33-Jährige später mit Galgenhumor. Miami blieb am Drücker, während Atlantas Verteidigung aussah, als hätte sie sich erst im Stadionparkplatz kennengelernt. Stoitschkow, der 32-jährige Spielgestalter mit dem Temperament eines Espresso, zog die Fäden und kassierte in der 25. Minute eine Gelbe Karte für ein taktisches Foul - "Ein bisschen Würze muss sein", grinste er nach dem Spiel. Kurz vor der Pause belohnte sich Dordevic für sein unermüdliches Arbeiten: Nach präziser Flanke von Stoitschkow köpfte er zum 2:0 ein (40.). Man konnte hören, wie die Stadionlautsprecher fast vor Freude übersteuerten. Doch noch während die Fans jubelten, schlugen die Gorillas zurück. Nur eine Minute später verkürzte Gabriel Petre auf 1:2, nach feiner Vorarbeit des 17-jährigen Dennis Endres. Ein Hoffnungsschimmer? Vielleicht. Trainerin Anja Meister schrie ihre Männer nach vorne, aber man hatte das Gefühl, ihre Worte verpufften im Miami-Wind. "Wir wollten aggressiv bleiben, aber irgendwann rennt man nur noch hinterher", sagte sie später ehrlich. Nach dem Pausentee, den die Strikers wohl mit einem Schuss Selbstvertrauen serviert bekamen, ging es weiter im selben Takt. Dordevic erhöhte in der 51. Minute auf 3:1, diesmal nach Pass von Vitor Benitez - ein Treffer wie aus dem Lehrbuch: flach, trocken, humorlos. "Ich hab einfach draufgehalten", lachte der zweifache Torschütze später. "Der Ball wollte auch ein Tor schießen, glaube ich." Spätestens in der 58. Minute war das Spiel entschieden. Wieder war es Mitzna, wieder sah Zemlik alt aus - 4:1 nach Vorarbeit des 18-jährigen Rechtsverteidigers Robert Valentine, der wohl gerade dabei ist, sich in die Herzen der Fans zu sprinten. "Robert läuft, als hätte er noch nie einen schlechten Tag gehabt", schwärmte Trainer Kontsch. "Und wenn er flankt, dann sieht das aus wie Absicht - das ist selten in diesem Alter." Statistisch war die Partie erstaunlich ausgeglichen: 50,4 Prozent Ballbesitz für Miami, 49,5 für Atlanta. Doch was Zahlen nicht verraten: Die Strikers spielten, als hätten sie den Ball erfunden. 18 Torschüsse zu 7 - allein Dordevic prüfte den Keeper fünfmal. Die Gorillas dagegen schienen sich früh mit ihrer Rolle als sparringspartner abzufinden. "Wir hatten unsere Momente", verteidigte sich Kapitän Emilio Xavier, der immerhin noch eine Gelbe Karte (62.) sammelte. "Aber Miami war einfach schneller - im Kopf, in den Beinen, vielleicht sogar in der Kantine." Die Schlussphase war ein Schaulaufen. Gelbe Karten für Adam Edwards (74.) und Carlos Chalana (77.) sorgten dafür, dass der Schiedsrichter wenigstens ein bisschen beschäftigt blieb. "Das war wohl der Preis für Übermut", meinte Chalana trocken. Auf der Tribüne tanzten die Fans längst Polka, und selbst der Stadionsprecher klang, als würde er lieber mitsingen als moderieren. Nach Abpfiff fasste Patrick Kontsch das Spiel mit einem Schulterzucken zusammen: "Manchmal läuft’s einfach. Heute war so ein Tag. Und wenn wir ehrlich sind - Atlanta hat mitgespielt, aber nicht mitgehalten." Auf der anderen Seite suchte Anja Meister nach positiven Worten: "Wir nehmen das 1:4 mit Würde. Immerhin haben wir ein Tor geschossen - das ist mehr, als viele hier erwartet hätten." Der Abend endete, wie er begonnen hatte: mit Lächeln und Musik. Dordevic tanzte mit den Ballkindern, Mitzna gab Autogramme, und irgendwo brummte noch ein Gorilla über die Lautsprecher. Wenn Fußball ein Fest ist, dann war dieses Spiel ein Feuerwerk. Und während die Sonne über Miami unterging, blieb nur eine Frage offen: Wer will diese Strikers eigentlich noch stoppen? 10.10.643987 20:27 |
Sprücheklopfer
Man wusste bei mir immer, wo ich dran war.
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