Athlitiki Icho
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Messiniakos kämpft sich zum 1:1 gegen Alexandroupoli - Frühschock, Spätfrust, viel Schweiß

Ein lauer Abend im Januar, 20.000 Zuschauer im Stadion von Kalamata, und schon nach drei Minuten rieben sich die Fans von Messiniakos die Augen: Alexandroupolis flinker Linksaußen Nevio Santoyo hatte gerade erst den Rasen betreten, da zappelte der Ball schon im Netz. Ein Pass von Filip Zigic, ein kurzer Haken, ein trockener Linksschuss - 0:1. Der Keeper Georgios Lagonikakis reckte die Arme, als wolle er fragen: "Wirklich? Schon wieder?" - und die Tribüne antwortete mit einem kollektiven Stöhnen, das man bis in die nächste Taverne hören konnte.

"Wir waren noch gar nicht richtig da", knurrte Messiniakos-Trainer (dessen Name man sich an diesem Abend lieber spart, um seine Laune nicht weiter zu trüben). "Nach drei Minuten? Das ist doch keine Netflix-Folge, das ist Fußball!"

Doch die Hausherren ließen sich vom frühen Schock nicht beirren. Inayet Calik, der quirlig-schnelle Linksaußen, war der Inbegriff von Trotz. Immer wieder tankte er sich durch, scheiterte zunächst mehrfach an Alexandroupolis jungem Keeper Carl Djalo, ehe er in der 39. Minute den Bann brach. Nach schöner Vorarbeit von Adam Rushton drosch Calik den Ball humorlos unter die Latte - 1:1. Das Stadion bebte, der Trainer klatschte, als hätte er gerade die Meisterschaft gewonnen.

"Ich hab’ einfach draufgehalten", grinste Calik später. "Ich dachte mir: Wenn’s schiefgeht, sieht’s wenigstens spektakulär aus."

Zur Pause war das Spiel wieder offen. Messiniakos hatte leicht mehr vom Ball (51,7 Prozent Ballbesitz), mehr Mut, mehr Ideen - und vor allem mehr Torschüsse: 13 zu mageren 5 der Gäste. Doch Alexandroupoli, mit einer erstaunlich jungen Truppe gespickt (vier Spieler unter 18!), verteidigte mit der stoischen Ruhe eines Teams, das schon zu viele solcher Abende erlebt hat.

In der zweiten Halbzeit wurde das Spiel härter, aber nicht unbedingt besser. Stylianos Warzycha sah in der 13. Minute Gelb, Dario Bosnjak revanchierte sich in der 60. für die Gästeseite. Später folgten noch Sulejmani, Gomes und Penas - eine kleine Sammlung an Verwarnungen, fast schon ein Panini-Album der Gelben Karten.

Taktisch blieb alles beim Alten: Beide Teams im ausgewogenen 4-4-2, kein wildes Pressing, keine Hauruckaktionen. Man könnte sagen: zwei Mannschaften, die sich gegenseitig mit Respekt neutralisierten. Oder, um es mit dem leicht genervten Kommentar eines Fans auf der Haupttribüne zu sagen: "Da bewegt sich ja weniger als auf dem Parkplatz."

Dennoch hatte Messiniakos in der Schlussphase die besseren Chancen. Zwischen der 75. und 89. Minute brannte es mehrfach im Strafraum der Gäste, als Lukas Apostolakis, Nuno Gurendez und wieder Inayet Calik ihre Versuche starteten. Alexandroupolis-Keeper Djalo, der erst 21 ist, wuchs dabei über sich hinaus - besonders in der 89. Minute, als er Caliks platzierten Schuss mit den Fingerspitzen ans Lattenkreuz lenkte.

"Ich hab’ einfach gehofft, dass der Ball mich trifft", gab Djalo nach der Partie lachend zu. "Und er hat’s getan. Guter Ball, netter Kerl."

So blieb es beim 1:1 - ein Ergebnis, das beiden Teams nicht wirklich hilft, aber keinem so richtig schadet. Messiniakos, das über weite Strecken die aktivere Mannschaft war, wird sich fragen, warum 13 Torschüsse nur für ein Tor reichten. Alexandroupoli dagegen darf stolz sein, den frühen Treffer von Santoyo über 87 Minuten verteidigt zu haben - mit jugendlicher Frechheit, ein bisschen Glück und viel Einsatz.

"Wir haben Charakter gezeigt", sagte Alexandroupolis Trainer nach dem Spiel. "Und manchmal ist Charakter wichtiger als Ballbesitz." Ein Satz, den Messiniakos wohl nicht ganz so unterschreiben würde - schließlich war man in fast allen Statistiken vorn. "Statistiken schießen keine Tore", murmelte Kapitän Galakos beim Verlassen des Spielfelds und trat dabei in eine Pfütze, was die Symbolik des Abends perfekt abrundete.

Am Ende blieb das Gefühl, dass dieses 1:1 gerechter kaum sein konnte: ein früher Stich, eine beherzte Antwort, und dann viel Kampf, Krampf und gegenseitiges Zähneknirschen. Nicht schön, aber ehrlich.

Oder, wie ein älterer Herr auf der Pressetribüne es formulierte: "Das war kein Fußballfest - aber immerhin hat niemand geschlafen."

Und das, an einem Montagabend in Messinia, ist ja auch schon etwas.

06.09.643987 17:43
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