// Startseite
| Sportske Novosti |
| +++ Sportzeitung für Kroatien +++ |
|
|
|
Nogometna Liga | 7. Spieltag | 11.07.26 | NK Hsibenik - Medimurje Cakovec 0:4 Dabei schien zunächst gar nicht alles verloren: Hsibenik hatte mehr Ballbesitz (53 Prozent), wirkte ruhig im Aufbau und hielt die Ordnung. Doch während die Hausherren den Ball wie ein Familienerbstück hüteten, spielte Cakovec Fußball. Mit Tempo, Wucht und einer Prise Unverschämtheit. 24 Torschüsse standen am Ende für die Gäste zu Buche - Hsibenik brachte es auf einen. Einen einzigen. Den Auftakt zum Desaster setzte in der 23. Minute Alexandru Albu. Nach einem zentimetergenauen Zuspiel des 21-jährigen Flügelwirbelwinds Vladimir Dordevic zog der zentrale Mittelfeldmann trocken ab - 0:1. Der Jubel der Gäste klang, als hätten sie gerade den Titel geholt. "Ich hatte einfach das Gefühl, heute geht alles rein", grinste Albu nach dem Spiel. Er sollte Recht behalten. Nach der Pause dauerte es nur Sekunden, bis Arnau Prieto die Führung ausbaute. In der 46. Minute verwertete er eine Flanke von Innenverteidiger Diego Cunha, der offenbar beschlossen hatte, kurzzeitig Flügelstürmer zu spielen. 0:2, und die Heimfans begannen, sich mit den Getränkeständen anzufreunden. Hsibenik-Trainer - dessen Name die Vereinschronisten aus Scham wohl lieber verschweigen werden - gestikulierte wild an der Seitenlinie, aber seine Spieler wirkten, als hätten sie kollektiv die Bedienungsanleitung für Offensivfußball verlegt. "Wir wollten ruhig bleiben und unser Spiel machen", murmelte Kapitän Dario Ipsa später. "Leider haben wir das Spiel nie gefunden." Stattdessen fand wieder Albu das Tor. In der 59. Minute, nach erneutem Pass von Dordevic, zimmerte er den Ball unter die Latte. 0:3 - und der Rest war reine Formsache. Medimurje wechselte, gönnte sich Alphonso Davies auf der linken Seite, als wäre das eine Art Luxusgarnitur. Hsibenik hingegen verlor nicht nur die Struktur, sondern auch Olivier Deschanel, der nach Gelb (33.) und Gelb-Rot (71.) vorzeitig duschen durfte. "Er meinte in der Kabine, er habe den Ball gespielt", erzählte ein Mitspieler trocken. "Wir haben lange gesucht, aber keinen Ball gefunden." Der Schlusspunkt gehörte erneut Prieto (86.), der nach Vorarbeit von Joao Caneira lässig einschob. Vier Tore, vier verschiedene Assists, zwei Doppeltorschützen - das nennt man Effizienz mit Stil. Trainer Rocky Pet von Medimurje Cakovec stand währenddessen mit verschränkten Armen am Spielfeldrand, als hätte er das alles schon im Trainingslager vorhergesehen. "Wir wollten offensiv spielen, über die Flügel kommen und Spaß haben", sagte er später mit einem Grinsen. "Mission erfüllt." Hsibeniks Torwart Louis Letourneur war der Einzige, der Mitleid verdiente. Der 22-Jährige fischte, hechtete, brüllte - und sah trotzdem viermal den Ball hinter sich einschlagen. Nach dem Spiel klopfte ihm sogar Gegenspieler Prieto auf die Schulter. "Er hat mich zweimal fast erwischt", lobte der Doppeltorschütze, "aber fast zählt eben nicht." Die Statistik liest sich wie ein schlechter Witz: 24:1 Torschüsse, 58 Prozent gewonnene Zweikämpfe für Cakovec, und das bei weniger Ballbesitz. Es war ein Sieg der Entschlossenheit über die Ästhetik. Während Hsibenik taktisch "balanciert" blieb - laut offizieller Analyse -, spielte Medimurje von Beginn an "offensiv", "über die Flügel" und mit der Aggressivität eines Raubtiers, das Blut gerochen hat. Nach dem Schlusspfiff blieb die Heimkurve erstaunlich still. Nur ein paar Kinder skandierten trotzig "Šibenik, wir lieben dich!", während ihre Eltern schon Richtung Parkplatz schlenderten. Auf der Pressekonferenz versuchte der Hsibenik-Coach Galgenhumor: "Wir haben heute viele Pässe richtig gespielt - leider meistens nach hinten." Was bleibt? Für Medimurje Cakovec ein Statement-Sieg und die Gewissheit, dass ihre Offensive derzeit kaum zu stoppen ist. Für Hsibenik die Erkenntnis, dass Ballbesitz allein kein Tor schießt - und dass man mit nur einem Schuss aufs gegnerische Tor selten Spiele gewinnt. Oder wie es der überragende Albu beim Rausgehen formulierte: "Wenn du 24 Mal schießt, darfst du dich nicht wundern, wenn ein paar reingehen." Ein bitterer, aber ehrlicher Satz, der das ganze Spiel perfekt zusammenfasst. 11.07.2026 21:49 |
Sprücheklopfer
Wie war noch die zweite Frage? Das ist nicht so einfach, ich bin schließlich Fußballer.
Mehmet Scholl bei einer Pressekonferenz, nachdem ihm zwei Fragen auf einmal gestellt wurden