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Medimurje Cakovec tanzt Plavi Vinkovci aus - ein Abend voller Energie und Ironie

Es war einer jener Abende, an denen man ahnt, dass die Statistik lügen kann. 51 Prozent Ballbesitz für die Gäste aus Vinkovci - und doch stand am Ende ein 3:0 auf der Anzeigetafel. Medimurje Cakovec spielte, als hätten sie den Winter vergessen, und die 19.035 Zuschauer im Stadion verwandelten die Arena in ein brodelndes Fest. "Wir wollten von Anfang an zeigen, dass wir mehr sind als nur eine Kontermannschaft", grinste Trainer Rocky Pet nach dem Spiel - und seine Jungs lieferten den Beweis gleich mit.

Schon die ersten Minuten hatten etwas von einem Sturmangriff, bei dem sich Plavi Vinkovci fragte, ob sie vielleicht die falschen Schuhe angezogen hatten. Luke Kinsella prüfte den Torwart in Minute sieben, Alexandru Albu legte kurz darauf nach - und die Defensive der Gäste wirkte, als hätte sie den Anpfiff schlicht überhört. In der 25. Minute war es dann so weit: Marc Dominguez, der flinke Rechtsaußen mit der Dynamik eines Espresso-Doppels, traf trocken ins Eck. Das Stadion explodierte förmlich. "Ich hab einfach reingezogen und draufgehalten", sagte Dominguez später, "manchmal hilft Nachdenken nur der Abwehr."

Keine vier Minuten später kam der nächste Schlag. Miroslav Ivanovic, sonst eher der stille Arbeiter auf links, tanzte seinen Gegenspieler Igor Jarni aus, flankte präzise, und Kinsella nickte ein. 2:0 - und die Fans sangen, als wäre das Spiel schon entschieden. Jarni reagierte mit der unglücklichen Gelben Karte (41.), offenbar genervt von den eigenen Beinen. "Das war Frust, klar", gab er zu, "aber manchmal willst du einfach irgendwas treffen - notfalls den Gegner."

Nach der Pause brachte Rocky Pet frisches Blut: Der 18-jährige Antonio Garcia ersetzte Diego Cunha, später kam auch der 17-jährige Pal Tököli für Vincent Mocana. "Ich wollte, dass die Jungs spüren, dass Fußball Spaß ist - und nichts für Angsthasen", erklärte Pet. Und tatsächlich: Medimurje spielte weiter mutig nach vorn, auch wenn Plavi Vinkovci nun ein paar Lebenszeichen sendeten. Albacar und Mornar prüften Keeper Tibor Buzanszky, der allerdings einen dieser Abende hatte, in denen er wohl auch einen Medizinball gefangen hätte.

Dann die 67. Minute: Ein Freistoß, halb Flanke, halb Zufall. Sven Heinz verlängerte per Kopf, und plötzlich war Humberto Carvalho da - der Linksverteidiger, der offenbar vergessen hatte, wo seine Position eigentlich ist. Volley, Tor, 3:0. Ein Treffer, so schön, dass Carvalho danach ungläubig lachte: "Ich wollte eigentlich nur klären. Dann war der Ball halt drin."

Von Vinkovci kam danach wenig außer Gelbe Karten: Charlie Ward sah erst Gelb (71.) und kurz vor Schluss Gelb-Rot (93.), eine Art symbolisches Finale für einen gebrauchten Abend. Der Rest war Schadensbegrenzung. Zwar verzeichneten die Gäste am Ende sogar mehr Ballbesitz, aber Medimurje hatte 17 Torschüsse - fast dreimal so viele wie der Gegner. "Manchmal ist Fußball einfach", kommentierte Pet trocken. "Wer öfter aufs Tor schießt, gewinnt. Und wer Humberto Carvalho schießen lässt, hat sowieso Glück."

Nach Abpfiff wirkte Vinkovcis Kapitän Gijs Metternich gefasst, fast philosophisch: "Wir hatten den Ball, sie hatten die Tore. Das ist irgendwie die Geschichte meines Lebens."

Im Presseraum war die Stimmung entsprechend ausgelassen. Ein Journalist fragte Rocky Pet, ob er sich jetzt als Titelkandidat sehe. Er grinste und antwortete: "Ich sehe mich erst mal als glücklichen Mann mit drei Toren Vorsprung auf den Montagmorgen."

Und vielleicht ist das die Essenz dieses Abends gewesen: Kein taktisches Meisterwerk, kein Ballbesitz-Festival - sondern ehrlicher, direkter Fußball mit dem Mut zum Risiko. Medimurje Cakovec zeigte, dass man auch mit langen Bällen und jugendlicher Unbekümmertheit begeistern kann.

Als die Flutlichter langsam erloschen, tanzten noch ein paar Fans auf den Rängen. Einer rief: "Carvalho for President!" - und wer ihn schießen gesehen hat, konnte ihm kaum widersprechen.

Ein Abend, der zeigte: Manchmal ist Fußball einfach schön, wenn man ihn nicht zu sehr erklärt.

30.06.643987 05:06
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Mit David Odonkor will ich mich dennoch nicht messen. Fußball ist nicht nur rennen, da ist auch der Ball dabei. Und es ist wichtig, dass man den trifft.
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