// Startseite
| A Bola |
| +++ Sportzeitung für Portugal +++ |
|
|
|
Primeira Liga | 3. Spieltag | 13.08.26 | SC Matosinhos - Victoria Guimaraes 2:2 Dabei begann der Abend ganz nach dem Geschmack der Gastgeber. Matosinhos trat offensiv auf, spielte mit ausgewogener Passfolge und suchte nicht blind den Abschluss, sondern bevorzugt die halbwegs guten Chancen. Das war zumindest der Plan. In der 17. Minute wurde dieser Plan belohnt: Adam Wiltshire bereitete vor, Vicente Xavier vollendete zur 1:0-Führung. Der linke Mittelfeldspieler hatte zuvor bereits selbst auf das Tor geschossen - offenbar war das die Generalprobe. "Wir wollten mutig auftreten und nicht 90 Minuten lang auf den Bus warten", sagte Trainer Andreas Godejohann später. "Nach dem 1:0 hätten wir allerdings gern etwas weniger Abenteuer erlebt." Ein Wunsch, der im Fußball ungefähr so zuverlässig erfüllt wird wie eine pünktliche Nachspielzeit. Victoria Guimaraes blieb trotz des Rückstands gefährlich. Tomas Pudil, Michel Aldecoa, Lucas Reid und Raul Albacar prüften die Matosinhos-Abwehr wiederholt. Besonders Reid kurbelte auf der rechten Seite an, während Albacar links immer wieder auftauchte. Die Gäste hatten zwar nur knapp mehr Ballbesitz - 51,2 Prozent gegenüber 48,8 Prozent -, aber genügend Ideen, um die Gastgeber nicht in Ruhe zu lassen. Kurz nach dem Seitenwechsel fiel der Ausgleich. In der 54. Minute traf Ralph Frei nach Vorarbeit von Leo Breadalbane zum 1:1. Matosinhos wirkte nun kurz so, als müsse die Mannschaft sich daran erinnern, dass sie vor heimischem Publikum spielte. Die Gelben Karten für Vicente Xavier und Marcio Meira passten in diese Phase: kein übermäßiges Chaos, aber doch die eine oder andere Unterhaltung mit dem Schiedsrichter. Die Antwort der Hausherren kam in der 71. Minute. Jorge Miro legte auf, Caio Mendes schloss ab - 2:1. Der erfahrene rechte Angreifer hatte bereits zuvor auf das Tor geschossen und zeigte nun, dass Beharrlichkeit im Strafraum manchmal tatsächlich belohnt wird. Auf der Tribüne wurden die Stimmen lauter, die ersten Zuschauer planten gedanklich bereits den Heimweg mit drei Punkten im Gepäck. "Beim 2:1 dachte ich: Jetzt machen wir es clever", sagte Mendes sinngemäß. "Dann wurde es leider wieder ein Spiel für Menschen mit starken Nerven." Der Mann hatte die Lage treffend erfasst. Guimaraes erhöhte den Druck, ohne in kopflose Hektik zu verfallen. Insgesamt kamen beide Mannschaften auf 13 Torschüsse - ein bemerkenswert ausgeglichenes Verhältnis für ein Spiel, das sich phasenweise wie ein offener Schlagabtausch anfühlte. Matosinhos hatte in der Schlussphase mehrfach die Gelegenheit, den Deckel draufzumachen. Mendes scheiterte in der 87. und 89. Minute, Miro versuchte es noch einmal in der 94. Minute. Doch der Deckel blieb daneben liegen. Dann kam die 95. Minute. Pudil bereitete vor, Breadalbane traf zum 2:2. Ausgerechnet jener Spieler, der schon den Ausgleich vorbereitet hatte, wurde zum späten Retter der Gäste. Auf den Rängen herrschte zunächst Stille, danach jener typische Lärm, der entsteht, wenn 29.723 Menschen gleichzeitig "Das darf doch nicht wahr sein" denken. Godejohann blieb äußerlich ruhig. "Wir haben zweimal geführt und trotzdem nur einen Punkt", sagte der Trainer. "Das ist bitter. Aber wir haben gezeigt, dass wir mithalten können." Ein kleiner Trost - ungefähr so süß wie ein Kaffee aus dem Stadionautomaten. 13.08.2026 23:54 |
Sprücheklopfer
Ich habe ihn nur ganz leicht retuschiert.
Olaf Thon